Spitzenreiter Geipel setzt auf Heimvorteil von Co-Pilotin Jennifer Lerch. Erster DRM-Saisonstart für den aktuellen Champion Marijan Griebel. 13 WPs und 152 Kilometer warten auf das internationale Starterfeld.
Die Deutsche Rallye-Meisterschaft geht in die nächste Runde: Der zweite DRM-Saisonlauf wird am 24. und 25. April im Rahmen der ADAC Actronics Rallye Sulingen ausgetragen. Insgesamt starten 65 Teams; neben den deutschen Top-Piloten sind auch starke Fahrer-Duos aus den Niederlanden, Norwegen, Dänemark und Schweden vertreten. Im Fokus steht der erste DRM-Auftritt des aktuellen Champions Marijan Griebel (Škoda Fabia RS Rally2), der den Auftakt im Erzgebirge ausgelassen hatte. Die Entscheidung über Sieg und Niederlage könnte – wie in den vergangenen Jahren – im berüchtigten Labyrinth des IVG-Geländes fallen.
Gelingt Griebel der dritte Sulingen-Sieg?
Marijan Griebel kann bei seinem ersten DRM-Start in diesem Jahr mit Beifahrerin Ella Kremer den dritten Sieg in Sulingen in Folge einfahren. „Für die Vorbereitung bin ich am Wochenende noch eine Rallye gefahren. Entscheidend ist in Sulingen das IVG-Gelände mit seinen höchst anspruchsvollen Passagen. Die Außenprüfungen haben eine andere Charakteristik. Dort rechne ich mit den Porsche, gehe aber insgesamt von einem Zweikampf zwischen Philip und mir aus”, erklärt Griebel. Spitzenreiter Philip Geipel kennt die Tücken des IVG-Geländes. „Entscheidend ist, wie man im ersten der beiden Durchgänge durch das IVG-Gelände kommt. Da wird der Grundstein für den Sieg gelegt”, so der Plauener. „Wir freuen uns auf das erste Aufeinandertreffen mit Marijan und sind nach dem Erze-Sieg hoch motiviert. Jenny stammt aus dieser Gegend und deshalb wollen wir richtig Gas geben.”
Julius Tannert und Pirmin Winklhofer fahren nach der erfolgreichen DRM-Premiere ihres Porsche 911 Rallye GT entspannt nach Sulingen. „Wir werden im verwinkelten IVG-Gelände auf dem rutschigen Untergrund konstruktionsbedingt mit unserem Auto Schwierigkeiten haben. Bei den Außenprüfungen, die uns besser liegen, wollen wir dann Bestzeiten fahren. Das wird aber nicht zum Sieg reichen. Unser Ziel ist es, wie im Erzgebirge bester Porsche zu werden und den Fans eine spektakuläre Rallye-Show zu bieten”, verspricht der Zwickauer, dessen Markenkollegen Carsten Mohe und Andrea Lieber sowie Nico Knacker und Nico Eichenhauer eine Position unter den Top-Fünf anpeilen.
Ebenfalls gute Aussichten auf eine Spitzenplatzierung hat Dennis Rostek (Škoda Fabia RS Rally2). Timo und Jasmin Weigert (Renault Clio Rally3) wollen in der DRM3 an die Performance aus dem Erzgebirge anknüpfen und ihren Spitzenplatz vor Leonard Weiss und Nick Hainke im Ford Fiesta Rally3 behaupten.
Kilian Nierenz: Revanche nach knapper Niederlage in der DRM4
In der DRM4-Wertung haben sich Kilian Nierenz und Milena Raithel im Opel Corsa Rally4 viel vorgenommen. Das Duo wurde im Erzgebirge hinter der Kombination Pusch / Bößert mit einem Rückstand von nur 0,2 Sekunden Zweiter und will in Sulingen den Spieß umdrehen. „Wir haben beim Auftakt im Erzgebirge viel Selbstbewusstsein getankt und rechnen uns in Sulingen gute Chancen aus. Vor dem IVG-Gelände haben wir Respekt, kennen es jedoch aus unserer Zeit bei der Opel Electric Rallye. Ich mag die Enge und das taktische Element bei dieser Prüfung, hoffe aber auf gutes Wetter. Sonst wird es sehr schwierig”, erklärt Kilian Nierenz. Karl Otto und Anna Niebäumer liebäugeln im Opel Corsa Rally4 mit einem Podiumsplatz und wollen zudem die Führung in der DRM Junior Wertung verteidigen. „Die Konkurrenz ist stark, aber meine Schwester und ich mögen das IVG-Gelände. Deshalb fahren wir optimistisch nach Sulingen”, verrät Karl Otto Niebäumer.
Starkes Starterfeld bei den DRM Nationals
Mit 33 Teams ist die Breitensportserie bei der ADAC Actronics Rallye Sulingen am stärksten vertreten. Einer der Favoriten ist Spitzenreiter Walter Gromöller, der im Opel Ascona 400 zusammen mit René Meier auch die DRM Classic anführt. Der Routinier stapelt jedoch tief: „Das IVG-Gelände geht voll auf das Material und ist für mein altes Auto extrem herausfordernd. Der harte Untergrund mit den vielen Kanten ist brutal und hat uns in der Vergangenheit zu schaffen gemacht. Aber auch die anderen müssen erst einmal durchkommen, die Tagesform entscheidet”, glaubt Gromöller. Das sieht Markus Roch, der zusammen mit Raphael Eckel im Subaru Impreza WRX STI Gesamtdritter ist, anders: „Das IVG-Gelände mit seiner atemberaubenden Umgebung hat uns besonders gereizt und nach Sulingen gelockt. Die verwinkelten Passagen liegen unserem Auto, das leistungsmäßig nicht so stark ist. Wir wollen bei der Vergabe der Spitzenplätze ein Wörtchen mitreden.”
13 Wertungsprüfungen mit zwei Rundkursen und der Königsetappe IVG-Labyrinth
Die ADAC Actronics Rallye Sulingen wird in der Stadt sowie den umliegenden Regionen im Landkreis Diepholz ausgetragen und ist unter anderem auch ein Lauf zur Niederländischen Rallye Meisterschaft. Der Showstart erfolgt am Freitag um 16:39 Uhr in der Kampstraße. Fünf Wertungsprüfungen müssen auf der ersten Etappe absolviert werden, Höhepunkt für die Zuschauer ist der Rundkurs Sulingen. Am Samstagvormittag geht es für die 65 Teams zweimal im IVG-Gelände zur Sache. Das ehemalige Militärdepot ist für seine engen und winkeligen Passagen berüchtigt; auch der wechselnde Untergrund aus Asphalt, Gras oder Schotter hat seine Tücken. Am Nachmittag folgen die finalen Prüfungen in Lindern, der Power Stage, und auf dem Rundkurs Barenburg. Gegen 18:02 Uhr erhalten die besten drei Teams jeder Klasse auf der Zielrampe in Sulingen beim Lokal „Zum Amtsschimmel” ihre Sieger-Trophäen.



