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DRM·24.3.2026

Rallye-Fieber in Sachsen: Saison 2026 startet im Erzgebirge

Philip Geipel will Vorjahressieg gegen starke Konkurrenz wiederholen. Porsche 911 Rally GT feiert Debüt in der Deutschen Rallye-Meisterschaft. Kurz und knackig – „Erze” mit 112 Wertungskilometern und neuen Rundkursen.

Lokalmatador Julius Tannert startet erstmals im Porsche 911 Rally GT © Foto: Team Motopark

Die Deutsche Rallye-Meisterschaft startet auch 2026 in Sachsen. Am 27./28. März ist die 61. Auflage der ADAC Rallye Erzgebirge erster Tourstopp der DRM. 60 Teams sind am Start, darunter internationale Fahrer-Duos aus Tschechien, Dänemark und Finnland. Zentrum des Rallye-Spektakels ist die Stadt Stollberg. Von dort aus gehen die Teilnehmer auf Zeitenjagd und kämpfen auf zwölf Wertungsprüfungen um Siege, Punkte und Platzierungen. Insgesamt umfasst der DRM-Tourkalender sieben Läufe. Maximal sechs davon dürfen für die Punktevergabe nominiert werden - die besten fünf Resultate zählen für die Gesamtwertung.

Geipel visiert dritten „Erze”-Sieg an - Drei Porsche 911 Rally GT mit DRM-Premiere

Philip Geipel hat die ADAC Rallye Erzgebirge bereits zweimal gewonnen. Zusammen mit Beifahrerin Jennifer Lerch peilt der Vizemeister von 2025 im Toyota GR Yaris Rally2 den dritten „Erze”-Triumph an. „Wir wollen gewinnen, aber mindestens fünf andere Teams haben ebenso große Siegchancen, dazu zählt der Gaststarter und mehrfache tschechische Rallye-Meister Václav Pech. Auch die Porsche 911 Rally GT gehören aufgrund ihrer deutlich höheren Motorleistung zu den Favoriten, müssen diese allerdings erst einmal auf die Straße bringen”, erklärt Geipel, der im knapp 60 Kilometer von Stollberg entfernten Plauen zu Hause ist.

Der letztjährige DRM3-Champion Carsten Mohe wechselt ebenfalls zu Porsche © Foto: ADAC

Einer seiner größten Konkurrenten ist Julius Tannert. Der zweimalige „Erze”-Gewinner geht zusammen mit Co-Pilot Pirmin Winklhofer im Porsche 911 Rally GT an den Start, auf dessen DRM-Debüt die Fans gespannt warten. „Wir haben mit dem neuen Fahrzeug viel getestet, wissen aber nicht genau, wo wir stehen”, so der Lokalmatador aus Zwickau. „Wir haben mehr Leistung, andere Fahrzeuge dagegen den Vorteil des Allradantriebs. Ziel ist es, bei unserer Heimveranstaltung den vielen Fans eine tolle Show zu bieten und der beste Porsche zu werden.”

Gute Siegchancen haben Tannerts Markenkollegen Carsten Mohe und Andrea Lieber aus Crottendorf, die im vergangenen Jahr die DRM3-Wertung gewinnen konnten. Gleiches gilt für den Deutschen Rallye-Meister von 2012, Mark Wallenwein, der von Dennis Zenz im Porsche 911 Rally GT unterstützt wird. Auch Björn Satorius will bei seinem DRM-Comeback zusammen mit Nico Otterbach im Toyota GR Yaris Rally2 vorn mitmischen.

In der DRM3 werden nach dem Aufstieg des erfolgreichen Duos Mohe / Lieber in die Top-Liga die Karten neu gemischt. Um den Sieg in Sachsen kämpfen Timo und Jasmin Weigert im Renault Clio Rally3 sowie die Fahrerkombination Leonard Weiss und Nick Hainke (Ford Fiesta Rally3).

In der Klasse DRM4 wollen Patrick Pusch und Tilmann Bößert (Opel Corsa Rally4) aus Wittenberg zu Saisonbeginn ein starkes Zeichen setzen. „Unser Ziel ist es, im Erzgebirge auf das Podium zu fahren und auch am Ende des Jahres in der Gesamtwertung auf dem zu Treppchen stehen”, gibt Pusch die

Patrick Pusch möchte in der DRM4 um einen Top-3-Platz kämpfen © Foto: ADAC

Marschroute vor. „Mit rund 112 Wertungskilometern ist das allerdings die kürzeste ‚Erze‘, die ich je gefahren bin. Ich mag die Passagen mit dem aufgebrochenen Asphalt und freue mich, dass es endlich losgeht.” Mit Tom Kässer ist der Gewinner der RC4-Wertung aus dem Jahr 2024, damals noch DRM2 genannt, wieder mit dabei. „Wir sind top vorbereitet und haben 2024 beim letzten Start im Erzgebirge die RC4-Wertung gewonnen. Die Strecken sind anspruchsvoll, und man muss sich auf wechselnde Bedingungen einstellen. Wir setzen aber nicht so sehr auf Einzelsiege, sondern fahren immer mit Blick auf die Meisterschaft,” verrät Kässer, der mit Co-Pilotin Sarah Pfaff im Cockpit eines Peugeot 208 Rally4 sitzt.

Starke Felder bei DRM Classic und DRM Nationals

Andreas Dahms und Paul Schubert greifen wieder mit ihrem Kult-Porsche 911 in der DRM Classic an. Dahms: „Unser Porsche 996 GT3 ist wegen fehlender Ersatzteile nicht rechtzeitig zum DRM-Start fertig geworden. Deshalb setzen wir auf unseren grünen Neunelfer, in den wir ein paar Finessen eingebaut haben.” Auch Axel Schütt und Klaus Finke im Ford Escort RS 2000 rechnen sich einen Spitzenplatz in Sachsen aus.

Walter Gromöller war im vergangenen Jahr im Erzgebirge der schnellste Fahrer der DRM Nationals © Foto: ADAC

Schnellster Pilot bei den DRM Nationals im Erzgebirge war 2025 Walter Gromöller im Opel Ascona 400. „Diesen Erfolg zu wiederholen, wird schwer. Da sind wesentlich schnellere Fahrzeuge unterwegs, aber die müssen genauso wie ich und mein Beifahrer René Meier erst einmal ins Ziel kommen. Ich will meine Klasse NC2 gewinnen und in meinem vermutlich letzten DRM-Jahr einfach nur Spaß haben”, sagt der Routinier. Zu den Favoriten zählen unter anderem Ruben Zeltner, DRM-Champion von 2014 und 2015, und Thomas Windisch im Porsche 996 GT3, die in der Leistungsklasse NC1 starten.

Tarek Hamadeh-Spaniol, Gesamtsieger der Breitensportserie 2025, sitzt zum ersten Mal am Steuer eines Citroën C2 R2 Max. Der Saarbrücker: „Das neue Fahrzeug hat ein sequentielles Getriebe, mehr Leistung und eine bessere Fahrdynamik. Man muss sich daran gewöhnen, links zu bremsen, zudem ist das Fahren allein durch die schwergängige Schaltung deutlich anstrengender. Ich bin zum ersten Mal in der NC3-Wertung dabei und möchte meinen Titel verteidigen. Ein gutes Abschneiden im Erzgebirge ist, zusammen mit Beifahrer Henry Wichura, ein erster wichtiger Schritt.”

Mission Titelverteidigung: Tarek Hamadeh-Spaniol gewann 2025 den Titel bei den DRM Nationals © Foto: ADAC

Die Breitensportserie DRM Nationals ist aufgrund der unterschiedlichen Fahrzeuge in verschiedene Leistungsklassen (NC0 – NC9) eingeteilt, in denen je nach Platzierung Punkte vergeben werden. Diese Zähler sind klassenübergreifend maßgeblich für die Gesamtwertung.

Bekannte Strecken und neue Rundkurse auf 112 Wertungskilometern

Die ADAC Rallye Erzgebirge beginnt am 27. März um 17:15 Uhr mit dem Showstart auf dem Marktplatz in Stollberg. Von dort aus geht es zu vier Wertungsprüfungen, unter anderem dem neuen Rundkurs Neukirchen. Am Samstag führt die zweite Etappe ab 08:35 Uhr über anspruchsvolle Passagen im Erzgebirge, wo mit der WP Waschleithe ein weiterer Rundkurs „Erze”-Premiere feiert. Seit Jahren bekannt ist dagegen das unberechenbare Wetter, auf das sich Teams und Fahrer immer wieder einstellen müssen. Der Auftakt der Deutschen Rallye-Meisterschaft endet um 18:46 Uhr auf dem Marktplatz in Stollberg. Vor dieser stimmungsvollen Kulisse und zahlreichen Fans werden die Top-Drei jeder Klasse geehrt.