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DRM·28.7.2026

DRM-Highlight in den Weinbergen mit einem Weltmeister

Achtmaliger Rallycross-Weltmeister Kristoffersson feiert deutsche Rallye-Premiere. Hahnweiler Marijan Griebel will fünften Heimsieg in Folge an der Mosel holen. 80 Teams aus acht Nationen gehen bei der Rallye ADAC Mittelrhein an den Start.

Die Deutsche Rallye-Meisterschaft meldet sich am 1. und 2. August mit einem Highlight zurück aus der Sommerpause. Bei der 5. Rallye ADAC Mittelrhein kämpfen 80 Teams aus acht Nationen in der Eifel und entlang der Mosel um Plätze und Punkte. DRM-Champion und Lokalmatador Marijan Griebel will im Škoda Fabia RS Rally2 seine Siegesserie in den Weinbergen fortsetzen. Der achtmalige Rallycross-Weltmeister Johan Kristoffersson aus Schweden (Porsche 911 Rally GT 992) geht dagegen erstmals bei einer Rallye in Deutschland an den Start. Neben dem dritten DRM-Stopp ist die „Mittelrhein“ auch ein Lauf zur Offenen Niederländischen Rallye-Meisterschaft.

Lokalmatador Marijan Griebel peilt bei der Rallye ADAC Mittelrhein seinen fünften Sieg in Folge an © Foto: ADAC
Fünfter Sieg für den Lokalmatador?

Griebel ist in der Eifel-Mosel-Region zu Hause. Seit der Premiere der Rallye ADAC Mittelrhein 2022 stand der Hahnweiler in jedem Jahr ganz oben auf dem Treppchen. Mit einem fünften Erfolg könnte der Tabellenvierte sogar die DRM-Führung übernehmen. „Die Mittelrhein zählt zu meinen Lieblings-Rallyes, allerdings auch zu den schwierigsten Läufen im DRM-Kalender. Ich hoffe, dass es so gut läuft wie in den vergangenen Jahren, aber selbstverständlich ist das nicht. Mit Johan Kristoffersson haben wir zudem einen prominenten Gaststarter, mit dem ich mich gerne sportlich messe“, erklärt der 37-Jährige. Für seine Co-Pilotin Ella Kremer wird die Rallye ADAC Mittelrhein zur Familienangelegenheit: Sie trifft in einem indirekten Duell auf ihren Vater Armin Kremer, der als Gaststarter im Škoda Fabia RS Rally2 zusammen mit Beifahrerin Jennifer Lerch antritt.

Carsten Mohe startet in einem Porsche 911 Rally GT 992 und hofft auf ein Top-Ergebnis © Foto: ADAC

Auch mit den Gesamtzweiten Carsten Mohe und Andrea Lieber (Porsche 911 Rally GT 992) ist nach dem Teilnahmeverzicht von Spitzenreiter Philip Geipel (Toyota GR Yaris Rally2) zu rechnen. Mohe stapelt allerdings tief: „Bei den Prüfungen in den Weinbergen mit den starken Bodenwellen und engen Kurven haben wir mit unserem Porsche Nachteile bei der Traktion. Dennoch ist es eine meiner Lieblings-Rallyes, vor allem die Aussicht ist traumhaft. Die kann man leider nur beim Training genießen, im Rennen ist man auf die Strecke fokussiert und konzentriert sich auf die Ansagen der Beifahrerin. Wir werden uns auf jeden Fall gut und teuer verkaufen“, verspricht der Crottendorfer.

Als Drittplatzierte fahren Chris Gropengiesser und Lisa Kiefer (Škoda Fabia RS Rally2) hoch motiviert an die Mosel. „Die Saison lief mit unserem Gesamtpaket bisher super und hat alle Erwartungen übertroffen. Bei der Rallye Mittelrhein muss man extrem sauber fahren, vor allem die Erfahrung spielt eine große Rolle. In diesem Punkt sind wir gegenüber den Spitzenfahrern ein wenig im Nachteil. Wir wollen bei den vielen starken Gaststartern so viele Punkte wie möglich sammeln und weiter im oberen Tabellendrittel bleiben“, verrät Gropengiesser. Bei den DRM2 Masters führt der Klassensieg nur über die Spitzenreiter Dennis Rostek und Stefan Kopczyk (Škoda Fabia RS Rally2). Ähnlich sieht es in der Wertung DRM3 aus, die Timo und Jasmin Weigert im Renault Clio Rally3 vor Leonard Weiss und Nick Hainke im Ford Fiesta Rally3 anführen.

Timo Weigert führt gemeinsam mit seiner Beifahrerin Jasmin Weigert die Wertung der DRM3 an © Foto: ADAC
Pusch in der DRM4 weiter ungeschlagen – Dahms will Führung bei der DRM Classic ausbauen

Patrick Pusch und Tilmann Bößert (Opel Corsa Rally4) haben in der Klasse DRM4 beide Saisonläufe gewonnen. Bei der Rallye ADAC Mittelrhein lief es in den vergangenen Jahren jedoch nicht so gut. „Ich mag die Veranstaltung an der Mosel sehr und sie liegt mir auch. Aber 2025 sind wir in einem Weinberg gelandet, das Jahr davor habe ich die Hinterachse krumm gemacht. Trotzdem werden wir voll angreifen“, sagt der Wittenberger. Die Zweitplatzierten Felix Schumann und Gino Kruhs (Renault Clio Rally4) wollen Puschs Siegesserie beenden. „Man muss auf den schwierigen engen Passagen in den Weinbergen einen guten Rhythmus finden. Wenn uns das gelingt, kämpfen wir um den Klassensieg“, legt sich Felix Schumann fest. Nur ein Punkt dahinter folgen Kilian Nierenz und Milena Raithel im Opel Corsa Rally4 auf Position drei. Vierte sind deren Markenkollegen Karl Otto und Anna Niebäumer, die gleichzeitig die DRM Junior Wertung anführen.

Andreas Dahms möchte seine Führung in der DRM Classic weiter ausbauen © Foto: ADAC

Mit Andreas Dahms und Paul Schubert (Porsche 911) reist das souveräne Führungsduo der DRM Classic optimistisch an die Mosel. „Wir sind hier in den letzten Jahren immer gut zurechtgekommen. In der Pause haben wir zudem unseren grünen Neunelfer weiter optimiert und überflüssiges Gewicht abgebaut. Außerdem verfügen wir über gute Streckenkenntnisse und haben die Videos aus dem vergangenen Jahr noch einmal intensiv studiert. Deshalb sind wir guter Dinge, dass wir unsere Führung sogar ausbauen können“, glaubt Dahms, der knapp 30 Zähler Vorsprung auf Gromöller/Meier (Opel Ascona 400) hat.

In der Breitensportklasse DRM Nationals stellen die selektiven Prüfungen der Rallye ADAC Mittelrhein eine große Herausforderung für die 17 Fahrerteams dar. Das wissen auch die Klassenbesten Philipp Heinmüller und Lukas Müller (Opel Astra): „Wir sind das dritte Mal mit dabei und wissen, was auf uns zukommt. Unsere Devise ist es, durchzukommen und wichtige Meisterschaftspunkte zu holen. Die Charakteristik der Rallye ist einmalig. Es gibt extrem enge Passagen und viele blinde Ecken und Kuppen. Jeder Fehler wird hart bestraft, deshalb ist ein gesundes Risikomanagement entscheidend“, so Philipp Heinmüller. Auf den Rängen zwei und drei folgen Dahms/Schubert sowie Markus Roch und Raphael Eckel im Subaru Impreza WRX STI.

Dennis Rostek geht als Spitzenreiter der DRM2 Masters bei der Rallye ADAC Mittelrhein an den Start © Foto: ADAC
155 Wertungskilometer durch die Eifel-Mosel-Region

Die Rallye ADAC Mittelrhein gilt bei Fahrern und Fans als eines der Highlights im DRM-Kalender. Der Start erfolgt am Samstagmorgen um 10:00 Uhr in Föhren. Von dort aus nimmt das Feld die ersten neun der insgesamt 13 Wertungsprüfungen in Angriff. Und es wird direkt ernst für die 80 Teams – die Königsetappen in den Weinbergen stehen auf dem Programm. Bei der Zeitenjagd durch die Rebstöcke bekommen die Besatzungen wenig von dem überwältigenden Panorama hoch über der Mosel mit: Enge Serpentinen, unübersichtliche Kuppen und abrupte Abzweige erfordern höchste Konzentration. Um 18:24 Uhr kehren die Fahrzeuge in den neuen Servicepark in Wittlich zurück. Am Sonntag geht es um 08:50 Uhr auf die letzten vier WPs, zumeist über Land- und Kreisstraßen mit teils welligem Asphalt sowie wechselnden Fahrbahnbelägen. Nach knapp fünf Stunden treffen die Top-Drei jeder Klasse um 13:49 Uhr auf der Zielrampe in Wittlich bei Bungert Mode ein. Dort werden die erfolgreichen Besatzungen vor Zuschauern und Fans geehrt.