An das erste eigene Auto können sich die meisten noch ziemlich genau erinnern. An die Farbe, den Kaufpreis, die ersten großen Fahrten – und manchmal auch an den ersten Unfall. Bei einigen Piloten der Deutschen Rallye-Meisterschaft war das erste Auto sogar der Beginn einer Motorsportkarriere. Wir haben nachgefragt, womit bei ihnen alles anfing.
Andreas Dahms kaufte sein erstes Auto bereits mit 17 Jahren – vom Lehrlingsgehalt. Es war ein BMW 1802 ti, Baujahr 1972, in der auffälligen Farbe Inka, entdeckt ganz klassisch über eine Annonce in der Tageszeitung. Den entscheidenden Anstoß gab ein Kunde seines Ausbildungsbetriebs, der einen solchen BMW im Rallyesport einsetzte. Dahms schaute sich dessen Aufbau genau an, übernahm einige Details für sein eigenes Auto – und stand wenig später selbst am Start. Irgendwann verkaufte er den BMW an einen Freund. Ein langes zweites Leben war ihm allerdings nicht vergönnt: Der Wagen endete mit einem Totalschaden.
Bei Chris Gropengießer fiel die Wahl deutlich britischer aus: Sein erstes Auto war ein roter Mini One Seven Edition, Baujahr 2006, mit weißen Streifen auf der Motorhaube. Mit 18 bekam er den Mini von seiner Familie. Der Zustand war so gut, dass es nicht viel zu überlegen gab. Das Auto begleitete ihn anschließend durch Schule, Lehre und Studium und absolvierte unzählige Fahrten zum Studienort. Und anders als die meisten anderen Autos dieser Geschichte ist der Mini noch immer da: Gropengießer besitzt ihn bis heute.
Patrick Pusch erfüllte sich seinen automobilen Wunsch ebenfalls schon mit 17 Jahren. Von Ferienjobs finanziert und auf mobile.de gefunden, wurde ein blauer VW Golf 2 GTI 16V aus dem Jahr 1989 sein erstes eigenes Auto. Eine Geschichte aus dieser Zeit ist ihm besonders im Gedächtnis geblieben: Die Strecke von Wittenberg bis zum Berliner Olympiastadion legte er mit dem Golf einmal in 52 Minuten zurück. Über die Details dieser Fahrt schweigt er heute lieber. Irgendwann wurde der Unterhalt des GTI allerdings zu teuer und Pusch musste sich von ihm trennen.
Für Timo Weigert war das erste Auto sogar unmittelbar mit seinem ersten Rallyestart verbunden. Sein Vater hatte einen roten BMW E30 318is, Baujahr 1989, für den BMW 318is Cup gekauft. 2007 saß der damals 18-jährige Weigert bei der Rallye Scheßlitz am Steuer – sein erster Renneinsatz überhaupt. Und der begann gleich spektakulär: An der ersten Sprungkuppe ließ Weigert es fliegen. Der Sprung war weit, die Landung hart – und beide Domlager an der Hinterachse rissen. Weigert fuhr die Rallye trotzdem mit lädiertem Fahrwerk zu Ende. Auch dieser BMW existiert heute nicht mehr: Ein Jahr später überschlug sich sein Vater mit dem Wagen.
Das erste Auto muss also nicht unbedingt das beste, schnellste oder wertvollste gewesen sein. Aber kaum ein anderes bleibt so sehr in Erinnerung. Und manchmal beginnt mit ihm sogar eine Geschichte, die viele Jahre später bis in die Deutsche Rallye-Meisterschaft führt.

