Erster Sieg für Klaus Abbelen/Felipe Fernández Laser im Prototype Cup Germany. Julien Apothéloz/Riccardo Leone Cirelli gewinnen zwei Rennen in Hockenheim. Danny Soufi/Torsten Kratz reisen als Tabellenführer zum Nürburgring.
Heiße Temperaturen, packende Rad-an-Rad-Duelle und jede Menge Action. Das vierte Rennwochenende 2024 des Prototype Cup Germany auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg ließ keinen kalt. Noch dazu gab es mit drei anstatt zwei Wertungsläufen mehr Fahrzeit als gewohnt. Am Sonntag wurden zwei Rennen ausgetragen – und beide von bekannten deutschen Traditionsteams gewonnen. Am Vormittag siegten Julien Apothéloz (23/CHE) und Riccardo Leone Cirelli (16/ITA) im Duqueine D08 von BWT Mücke Motorsport. Die beiden schnellen Youngster standen bereits am Samstag ganz oben auf dem Podest. Im Rennen am Sonntagnachmittag jubelte dann das Ligier-Duo Klaus Abbelen (63/Barweiler) und Felipe Fernández Laser (35/Leipzig) vom Kultrennstall Frikadelli Racing Team.
BWT Mücke-Pilot Cirelli hatte den Lauf am Sonntagvormittag schon von der Pole-Position aus begonnen und behielt zunächst auch die Führung. Mann der ersten Runden war jedoch Frikadelli-Fahrer Fernández Laser im Ligier JS P320, der von der vierten Position aus losfuhr, aber bereits in der zweiten Runde an die Spitze des Feldes stürmte. Hinter den beiden Führenden komplettierten die Duqueine von Keanu Al Azhari (16/UAE, Mühlner Motorsport) sowie von ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Valentino Catalano (18/Westheim, Gebhardt Motorsport) die Top Vier der ersten Rennhälfte.
Die obligatorischen Boxenstopps zu Rennmitte brachten etwas Abwechslung in die Reihenfolge. Catalanos Teamkollege Markus Pommer (33/Untereisesheim) konnte seinen Duqueine vor Alleinstarter Al Azhari zurück auf die Piste bringen. Klaus Abbelen, der von Fernández Laser übernommen hatte, lag hinter den beiden – und ganz vorne kämpfte Cirellis Partner Apothéloz mit Ligier-Fahrer Antti Rammo (41/EST, MRS GT-Racing) um die Spitze. Der Este musste dann jedoch eine Durchfahrtsstrafe absolvieren und fiel so auf die zwischenzeitige fünfte Position zurück. Apothéloz, Pommer und Al Azhari kämpften zu Rennende rundenlang um den Sieg. Letztendlich blieben die Plätze aber fixiert. Cirelli/Apothéloz fuhren zum Sieg und konnten sich zudem über den Triumph in der Junior-Wertung freuen. Rammo überholte in der Schlussphase noch Ligier-Markenkollege Abbelen und machte mit Platz vier auch den Sieg in der Trophy-Wertung perfekt.
Rang fünf ging an Sven Barth (43/Eberbach) und Michael Herich (47/Brühl, beide Momo Gebhardt Racing) in der Ginetta G61-LT-P3. Fernández Laser/Abbelen beendeten das Rennen auf der sechsten Position. Pech hatten die Tabellenführer Danny Soufi (21/USA) und Torsten Kratz (53/Mönchengladbach, beide Konrad Motorsport) im Ligier. Nach einer Kollision in der Startphase musste Kratz unplanmäßig die Box anlaufen. Dort wurde eine Spurstange gewechselt. Das Fahrzeug konnte das Rennen wieder aufnehmen, doch mehr als Rang acht war nicht mehr drin.
Ähnlich interessant ging es auch im Rennen am Sonntagnachmittag zur Sache. Markus Pommer fuhr von der Pole-Position aus los und bestimmte auch den ersten Rennabschnitt. Doch nach knapp 20 Rennminuten rutsche der viertplatzierte Julien Apothéloz mit seinem Duqueine in der Zieleingangskurve in die Streckenbegrenzung und löste damit eine rote Flagge aus. Bereits kurz nach dem Restart öffnete das Boxenstoppfenster. Im noch immer dicht geschlossenen Feld gab es als Folge unterschiedliche Strategien. Felipe Fernández Laser löste beispielsweise sofort Gentleman-Pilot Abbelen im Ligier-Cockpit ab. Der führende Pommer übergab erst einige Minuten später den Duqueine an Teamkollege Catalano.
Nachdem alle Stopps absolviert waren, fand sich letztendlich MRS-Fahrer Antti Rammo in Führung. Doch Markenkollege Fernández Laser machte Runde um Runde Boden gut und konnte den Esten in der vorletzten Runde bei der Anfahrt auf die langgezogene Parabolica-Kurve überholen und sich sowie Teamkollege Klaus Abbelen so den Sieg sichern, der für Abbelen auch den Triumph in der Trophy-Wertung bedeutete. Beim zunächst zweitplatzierten Rammo wurde nach dem Rennen noch ein Vergehen beim Boxenstopp geahndet, sodass er im Klassement auf die vierte Position zurückgestuft wurde. Platz zwei ging somit an Danny Soufi/Torsten Kratz, die so ihre Tabellenführung weiter ausbauen konnten. Soufi gewann auch die Junior-Wertung. Pommer/Catalano belegten Platz drei. Die Top Fünf komplettierten die Gaststarter Suellio Almeida (30/BRA) und Luca Link (20/Günzberg, beide DataLab Sports with Rinaldi) in einem weiteren Duqueine.
Der Prototype Cup Germany macht keine Pause. Bereits am kommenden Wochenende stehen im Rahmenprogramm der DTM die nächsten beiden Wertungsläufe auf der Agenda. Schauplatz ist dann der Nürburgring. Auf dem Traditionskurs in der Eifel wird es einen ganz besonderen Gaststart geben. Der frühere Formel-1-Pilot und heutige TV-Experte Ralf Schumacher teilt sich einen Ligier von US Racing mit seinem Sohn David Schumacher und will das etablierte Feld gehörig aufmischen. Das verspricht einiges an Spannung und Spektakel.
Julien Apothéloz – Sieger Lauf 2 für BWT Mücke Motorsport: „Nachdem wir bereits in Lauf 1 am Samstag gewinnen konnten, hätten wir den weiteren Triumph nicht unbedingt erwartet. Ich kam dann jedoch vor Markus Pommer aus der Box. Er hat direkt Druck aufgebaut. Doch ich konnte den Sieg sicher nachhause fahren.“
Riccardo Leone Cirelli – Sieger Lauf 2 für BWT Mücke Motorsport:



