ADAC Klassik

ADAC Deutschland Klassik·14.7.2022

PS-Raritäten in der Pfalz unterwegs

Rund 100 Klassiker sind als rollendes Museum vom 21. bis 23. Juli unterwegs. Entspanntes Autowandern zwischen Kunst, Kultur und kulinarischen Highlights. Millionenseller und seltene Oldies erkunden die „Toskana Deutschlands“.

In Landau in der Pfalz startet am 20. Juli mit der technischen Kontrolle das rollende Museum der ADAC Deutschland Klassik. Mehr als 100 Alltagsklassiker und Traumautos genießen dann vom 21. bis zum 23. Juli entlang der „Deutschen Weinstraße“ die reizvolle Landschaft zwischen Speyer, Worms und Landau. Dabei geht es nicht um Sollzeiten oder Sonderprüfungen. Vielmehr setzt die ADAC Deutschland Klassik das bewährte Konzept des entspannten Autowanderns fort. Kunst, Kultur und Kulinarik stehen ebenso im Vordergrund wie der Fahrspaß am Lenkrad und auf dem Beifahrersitz.

Mercedes-Benz 300 SL Roadster © Foto: ADAC

Das älteste Fahrzeug im Feld ist ein gutes Beispiel dafür, dass bei der jüngsten Auflage der ADAC Deutschland Klassik die Motorleistung nicht das Entscheidende ist: Der Ford Model A Tudor von Eckart Wiesenhütter und Ilona Tilgner stammt aus dem Baujahr 1928 und fährt mit 40 PS durch die Lande.

Minimalistisch mögen es Harald Hänsel und Karina Bayer. Ihr Hotchkiss M201 von 1958 ist ein französischer Lizenzbau des legendären Jeeps und bietet mit Stoffdach und Campingstuhl-Sitzen den rauen Charme eines Nutzfahrzeugs. Deutlich luxuriöser ist das Ford Thunderbird 2-Door Hardtop Coupé von Ludwig und Gaby Brümmer unterwegs. Mit der schnittigen Trapez-Karosserie und der spitzen Front scheint der US-Bolide von 1962 direkt aus einem Science-Fiction-Film zu stammen. Als echtes „Raum-Schiff“ braucht der über 5,20 Meter lange Gleiter allerdings auch eine ganze Galaxie zum Wenden.

Aston Martin DB Mk III Saloon © Foto: ADAC

Ein Sportler im Business-Anzug ist der Lancia Thema 8.32 von Karl-Heinz Paulsen und Wolfgang Eitel. Die Limousine von 1987 verbirgt unter der Motorhaube serienmäßig ein Ferrari-V8 mit 215 PS. Der schnelle Italiener ist ein echtes Auto für Kenner wie den ehemaligen Motorrad-Weltmeister Johnny Cecotto Senior, der dieses Exemplar einst fuhr. Ebenfalls aus dem Jahrzehnt der Schulterpolster stammt der 1986er Opel Monza GS/E von Norbert und Brigitte Keck. Mit dem stattlichen Coupé wollten die Blitz-Designer aus Rüsselsheim in den Achtzigern ebenfalls Sportlichkeit mit Luxus verbinden.

Ein paar Jahre früher ließ Designer Franco Sbarro in der Schweiz den BMW 328 wieder auferstehen – mit dem Segen des originalen Herstellers und moderner Technik unter dem eleganten Blech. Einer dieser frühen Retro-Roadster wird bei der ADAC Deutschland Klassik von Heike Schneider und Michael Schuhbeck pilotiert. Ihr Exemplar des Sbarro Replica BMW 328 von 1977 war einst der Prototyp für eine geplante Lizenzfertigung in Frankreich. Dieser „neue Alte“ wird selbst Autoquartett-Experten vor die Frage stellen: „Was ist das für ein Auto?“

Citroen Traction Avant 11 B Légere Berline © Foto: ADAC

Wenn die ADAC Deutschland Klassik durch die Pfalz rollt, ist das Nachbarland Frankreich immer nur ein paar Landstraßen-Kilometer entfernt. Der Traction Avant 11 B Légere Berline von Kurt und Waltraud Oehm hat es also nicht weit bis zu seiner alten Heimat. Der Wagen von 1954 beruht auf einer fortschrittlichen Vorkriegskonstruktion und galt nicht nur in Gangsterkreisen als beliebtes Fluchtfahrzeug. Wer konnte, entfloh damit jedes Jahr im August auf der Route Nationale Nr. 7 dem Alltag in Richtung Cote d’Azur. Das wäre auch mit der hübschen Renault Caravelle von 1965 möglich gewesen. Das kleine Cabriolet, zu dessen prominenten Fans auch Brigitte Bardot gehörte, wird von Peter und Doris Arnold bewegt – und in der Regel ist das Faltdach auch nördlich von Lyon durchgehend geöffnet.

Opel Monza GS/E © Foto: ADAC

Sport und Luxus aus Großbritannien verkörpern die Namen Aston Martin und Jaguar. Hartmut Rötzel und Christiane Lanners reisen im Aston Martin DB Mk3 von 1958 an – dem ersten Sportler aus der Fabrik in Newport Pagnell mit serienmäßigen Scheibenbremsen. Wolfgang Doemens und Glenn Gibbs cruisen dagegen stilecht im Jaguar 420 G von 1968 über die kurvenreichen Straßen der Pfalz. Umgeben von poliertem Wurzelholz und Leder transportieren sie so die Atmosphäre eines britischen Clubs auf den Asphalt zwischen Landau und Speyer. Hohe Außentemperaturen lassen die Gentlemen übrigens kalt: Der klassische Jaguar hat eine Klimaanlage.

Drei deutsche Ikonen verkörpern bei der ADAC Deutschland Klassik die jüngere Vergangenheit. Der Porsche 911 Carrera mit dem Baujahr 1994 von Johannes Lindner und Hansi Osterhammer hält die Fahne der Sportwagen aus Zuffenhausen ebenso hoch wie der Porsche 928 GTS von Edi Kopp und Karin Schlett-Kopp aus dem Jahr 1992. Als südlicher Nachbar aus München geht der BMW Z1 Roadster von Peter Vaeßen und Martina Breuer Vaeßen an den Start. 1990 rollte er vom Band und war mit seinen versenkbaren Türen und der Karosserie aus thermoplastischem Kunststoff und GFK ein echter Technologieträger.

Ford Thunderbird 2-Door Hardtop Coupé © Foto: ADAC

Das bunte und interessante Teilnehmerfeld der ADAC Deutschland Klassik ist auch 2022 wieder ein Garant für automobile Vielfalt und Fahrspaß in buchstäblich all seinen Formen. Ob Front- oder Heckantrieb, Vorkriegsklassiker oder 80er-Jahre-Oldie, Stahldach oder Stoffhaube – die über einhundert Autos sorgen bei ihrer Tour durch die Pfalz garantiert nicht nur für Aufsehen, sondern auch für ein Lächeln bei den Zaungästen und Zuschauern.

Programm ADAC Deutschland Klassik 2022 in der Pfalz

Mittwoch, 20. Juli

13.30 – 18.00 Uhr
Technische Kontrolle, Jugendstil-Festhalle, Landau in der Pfalz

Donnerstag, 21. Juli

08:30 – 10:10 Uhr
Start zum Oldtimer-Wandern, Ostbahnstr. Landau in der Pfalz
10:05 – 11:50 Uhr
Weckerlingplatz Worms (Moderation)
10:35 – 12:45 Uhr
Schlossgut Lüll, Wachenheim
12:05 – 15:00 Uhr
Seehaus Forelle, Ramsen
14:00 – 16:10 Uhr
Forsthaus Lindemannsruhe, Bad Dürkheim
14:40 – 16:35 Uhr
Bad Dürkheim Gradierwerk
16:00 – 17:40 Uhr
Tagesziel – Jugendstil-Festhalle, Landau in der Pfalz (Moderation)

Freitag, 22. Juli

09:00 – 10:40 Uhr
Start zum Oldtimer-Wandern, Jugendstil-Festhalle, Landau in der Pfalz
09:55 – 12:05 Uhr
Biosphärenhaus Pfälzerwald/Nordvogesen, Fischbach
11:25 – 14:35 Uhr
Landhotel Weihermühle, Herschberg
13:25 – 15:35 Uhr
Café Unterhammer, Trippstadt
14:45 – 16:55 Uhr
Tagesziel – Marktplatz Neustadt (Moderation)

Samstag, 23. Juli

08:30 – 10:10 Uhr
Start zum Oldtimer-Wandern, Jugendstil-Festalle, Landau in der Pfalz
09:25 – 11:35 Uhr
Dom zu Speyer
10:30 – 12:40 Uhr
Weingut Ökonomierat Isler, Neustadt an der Weinstraße
12:05 – 15:00 Uhr
Deutsches Weintor, Schweigen-Rechtenbach
13:45 – 15:30 Uhr
Marktplatz Kandel
14:15 – 16:25 Uhr
Straußenfarm Mhou, Rülzheim
15:10 – 16:55 Uhr
Ziel – Rathausplatz Landau (Moderation)