Der „King of the Ring“ gewinnt den deutschen Grand Prix vor Ai Ogura aus Japan. Spanischer Ducati-Pilot schreibt ein weiteres Kapitel MotoGP-Geschichte. Die Spanier Iván Ortolá und Brian Uriarte gewinnen in den Klassen Moto2 und Moto3.
Marc Márquez hat mit seinem zehnten MotoGP-Sieg auf dem Sachsenring ein weiteres Kapitel Geschichte geschrieben: Er zieht nun in Sachen Königsklassen-Erfolge auf einer einzigen Rennstrecke mit dem bisherigen Rekordhalter, der italienischen Legende Giacomo Agostini, gleich. Der Pilot des Ducati Lenovo Teams ließ im Verlauf der 30 Runden auf dem Traditionskurs bei Hohenstein-Ernstthal nichts anbrennen und dominierte das Rennen vom Start weg. Spätestens nach dem Sturz seines Bruders Álex (BK8 Gresini Racing MotoGP) in der neunten Runde, der auf Platz zwei lag, war der Weg zum Erfolg frei. Insgesamt verfolgten 261.831 Zuschauer das MotoGP-Wochenende auf dem Sachsenring – neuer Rekord.
Im Ziel hatte der aktuelle Weltmeister 1,996 Sekunden Vorsprung auf den Japaner Ai Ogura vom SuperFile Trackhouse MotoGP Team. Dessen spanischer Teamkollege Raúl Fernández sicherte sich als Dritter den letzten Platz auf dem Siegertreppchen, gefolgt von seinen beiden Landsleuten Pedro Acosta (Red Bull KTM Factory Racing) und Jorge Martín (Aprilia Racing). Letzterer verlässt den Sachsenring als Gesamtführender und geht mit 208 Punkten auf dem Konto in die rund vierwöchige Sommerpause. WM-Zweiter ist Ogura mit 194 Zählern vor Marc Márquez mit 190 Punkten.
„Ich bin überglücklich! Es war ein besonderes Wochenende, ich war voll konzentriert, denn wie ich bereits am Donnerstag gesagt habe: Wenn ich noch eine Chance auf den WM-Titel haben will, muss ich hier angreifen. Und das habe ich getan. Tatsache ist, dass wir zuschlagen müssen, wenn wir uns stark fühlen. Ich bin wirklich extrem glücklich, hier auf dem Sachsenring zehn MotoGP-Siege errungen zu haben. Das ist eine besondere Zahl. Vielen Dank an alle Fans“, sagte Márquez.
Liqui Moly Dynavolt Intact GP knapp am Podium in der Moto2 vorbei
Einen spanischen Dreifachsieg gab es in der mittleren Klasse: Iván Ortolá (QJMOTOR – R.O.M.E.A – MSI) setzte sich in der letzten Runde im Kampf gegen Daniel Holgado (CFMOTO Azul Marino Aspar Team) durch und überquerte den Zielstrich mit einem knappen Vorsprung von 0,614 Sekunden. Es ist der zweite Moto2-Sieg für Ortolá. Auf Platz drei folgte Izan Guevara (BLU CRU Pramac Yamaha Moto2). Das Podium hauchdünn verfehlt haben die Piloten der deutschen Mannschaft Liqui Moly Dynavolt Intact GP: Der Australier Senna Agius wurde Vierter, Manuel González aus Spanien Sechster.
„Zu Beginn fühlte ich mich ziemlich wohl, weil ich das Rennen gut im Griff hatte. Es gab zwar eine Gruppe, aber mit der Pace kam ich gut klar. Am Schluss ging es dann aber vom kontrollierten Fahren zum Fahren am Limit. Dani hat mich stark unter Druck gesetzt, aber ich wusste, dass ich in gewissen Bereichen stärker war. Ich freue mich über diesen zweiten Moto2-Sieg“, sagte Ortolá. In der WM liegt González weiter deutlich mit mehr als 50 Punkten Vorsprung in Führung: Er kommt auf 195,5 Punkte, seine schärfsten Verfolger Guevara auf 144 und Agius auf 136.
In der Moto3-Klasse holte sich Brian Uriarte (Red Bull KTM Ajo) seinen zweiten Grand-Prix-Sieg. Nach einem spannenden Duell mit Máximo Quiles (CFMOTO Gaviota Aspar Team) hatte Uriarte die Nase um 0,063 Sekunden vorn. Die beiden Spanier waren in der kleinsten Kategorie eine Klasse für sich und setzten sich gegen Rennhalbzeit von den Verfolgern ab. Den letzten Platz auf dem Siegertreppchen ergatterte der Italiener Matteo Bertelle (LEVEL UP - MTA). Er ließ im Zielsprint den Argentinier Marco Morelli (CFMOTO Gaviota Aspar Team) und den Finnen Rico Salmela (Red Bull KTM Tech3) hinter sich. Der Österreicher Leo Rammerstorfer (SIC58 Squadra Corse), der einzige deutschsprachige Fahrer im WM-Zirkus, verpasste auf Position 16 die Punkteränge denkbar knapp. In der Gesamtwertung liegt Quiles mit 231 Punkten unangefochten an der Spitze. Es folgen Uriarte mit 127 Zählern und der auf Platz elf ins Ziel gekommene Spanier Álvaro Carpe (Red Bull KTM Ajo/126).
Der Ticket-Vorverkauf für den Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland im Jahr 2027 startete am Sonntagnachmittag um 16 Uhr online unter adac.de/motogp und an den Tageskassen am Haupteingang Goldbachstraße. Die Eintrittskarten gibt es für das große Jubiläumsrennen im kommenden Jahr in speziellen 100-Jahre-Sonderdesigns und im beliebten wie praktischen Plastikkarten-Format. Ein Wochenende voller Action lässt sich wie gehabt für nur 99 Euro live vor Ort erleben. Das genaue Datum für den deutschen MotoGP-Tourstopp wird in Kürze veröffentlicht.



