Deutscher Doppelsieg im Rahmen der MotoGP. Jason Rudolph mit starker Punkteausbeute. Thias Wenzel sichert einen Podestplatz.
Zur dritten Veranstaltung der Moto4 Northern Cup-Saison 2026 reisten die Nachwuchsfahrer an diesem Wochenende an den Balaton in Ungarn, um zusammen mit den großen Stars der MotoGP an den Start zu rollen. Auf der bisher unbekannten Strecke, dem Balaton Park Circuit setzte sich Robin Siegert zwei Mal mit deutlichem Vorsprung durch, sahnte die vollen 50 Punkte ab und übernimmt damit die Meisterschaftsführung kurz vor Saisonhalbzeit. Thias Wenzel schnappte sich am Samstag den zweiten Platz, schied am Sonntag aber im Kampf um das Podium mit einem technischen Defekt aus.
Vereinzelte Regentropfen machten das Qualifying am Freitagabend zum Glücksspiel. Robin Siegert sicherte sich den zweiten Startplatz hinter Anina Urlaß. Im ersten Lauf am Samstag konnte der vom Motorsport Team Germany geförderte Pilot konnte zusammen mit Urlaß an der Spitze davonziehen. Gegen Rennende lieferten sich die beiden Deutschen ein spannendes Duell, doch Urlaß rutschte übers Vorderrad weg und ging leer aus, während Siegert den Sieg mit über 35 Sekunden Vorsprung feierte.
Im zweiten Rennen setzte der 15-Jährige ein weiteres Zeichen und konnte in der zweiten Rennhälfte einen ersten Abstand zwischen sich und seine Verfolger bringen. Nach 14 starken Runden fuhr der Kiefer Racing Team-Pilot erneut als Erster ins Ziel. „Wir hatten eine sehr gute Ausgangsposition“, beginnt er strahlend. „Im ersten Rennen konnte ich an Anina dranbleiben und in der letzten Runde dann mit einem Manöver schaffen, Platz eins einzufahren. Im zweiten Rennen konnte ich das ganze Rennen führen und wegfahren und die Gesamtführung übernehmen.“ Siegert ergänzt: „Wir dürfen uns darauf jetzt nicht ausruhen, sondern müssen weitermachen. Wir genießen es so gut es geht. Vielen, vielen Dank an alle Sponsoren und Unterstützer, die da waren, an mein ganzes Team. Alle haben einen super Job gemacht und wir sind sehr glücklich über das Wochenende. Besser hätte es für uns nicht laufen können.“
Jason Rudolph beendete das dritte Rennwochenende mit ganzen 22 Punkten. Der Pilot vom Racingteam Rudolph, der ebenso vom Motorsport Team Germany unterstützt wird, war in beiden Rennen von Position elf aus gestartet. Nachdem er sich im ersten Lauf bis auf Platz sieben vorfahren konnte, verbesserte er sich im zweiten Rennen abermals und schnappte sich den vierten Rang. Er verpasste sein erstes Moto4 Northern Cup Podium um nur 0,270 Sekunden.
„Das war ein gutes Wochenende“, stellt der 16-Jährige fest. „Das erste Rennen lief ganz gut. Ich konnte gut in der zweiten Gruppe mitfahren. Am Ende hat man gesehen, dass ich auf den Geraden nicht so gute Chancen hatte. Vor dem zweiten Rennen haben wir noch einmal das Setup geändert, was sehr gut funktioniert hat. Dann ging alles nur noch vorwärts. In der letzten Runde habe ich ums Podium gekämpft. Es hat aber leider nicht ganz gereicht, weil ich einen Fehler gemacht habe. Aber ich bin sehr zufrieden“, so Rudolph weiter.
Team NSA-Fahrer Thias Wenzel, der bisher in dieser Saison eine starke Form zeigte, schnappte sich im Qualifying Platz zehn und fuhr von dort im ersten Rennen als erster in der Verfolgergruppe schließlich den zweiten Platz hinter Siegert ein. Der 17-jährige Motorsport Team Germany-Fahrer lag auch im zweiten Lauf auf aussichtsreicher Position und kämpfte erneut um Position zwei. Doch vier Runden vor Rennende schied Wenzel unglücklicherweise mit einem technischen Defekt aus.
„Das Wochenende war schwierig, daher bin ich von Platz zehn gestartet. Im ersten Rennen konnte ich direkt beim Start einige Plätze gutmachen. Leider habe ich den Anschluss an die Führungsgruppe verloren. Am Ende konnte ich dennoch den zweiten Platz erreichen“, schildert Wenzel. „Im zweiten Rennen war mein Start ebenfalls gut. Ich konnte die Spitzengruppe einholen und viele Überholmanöver durchführen. Als ich auf dem dritten Platz lag, hatte ich leider ein technisches Problem und mein Motorrad ging aus. Wie sich später herausstellte, war lediglich ein Kabel ab wofür das Team nichts konnte.“
Smilla Göttlich hingegen erlebte ein erfolgreiches Comeback-Wochenende. Nach ihrem Sturz zum Auftakt in Assen, fühlte sich die Team Freudenberg – Paligo Racing-Fahrerin zur zweiten Runde noch nicht wieder ganz wohl, konnte nun nach guter Erholungszeit aber wieder angreifen. Die 15-Jährige qualifizierte sich nur auf Platz 16, machte aber im Verlauf des ersten Rennens fünf Positionen gut und landete im Ziel auf Rang elf. Im zweiten Rennen gewann die vom Motorsport Team Germany geförderte Pilotin noch mehr Vertrauen und eroberte den fünften Platz.
„Im ersten Rennen habe ich nach dem Start ziemlich lange in einer Gruppe festgesteckt und konnte deshalb das Rennen leider nur auf Platz elf beenden, was aber trotzdem ein gutes Ergebnis ist wenn man vom Startplatz ausgeht“, so Göttlich. „Im zweiten Rennen hatte ich von Anfang an ein gutes Gefühl und konnte mich Runde für Runde nach vorne arbeiten und das Rennen auf Platz fünf beenden. Ich bin mit beiden Ergebnissen sehr zufrieden, weil es die ersten guten Ergebnisse diese Saison waren“, ergänzt sie.
Danny Hinkelmann lieferte ein weiteres solides Wochenende ab. Der Hinkelmann DH14 Racing-Fahrer und Moto4 Northern Cup-Rookie qualifizierte sich auf Position acht und fuhr von dort im ersten Rennen den sechsten Platz ein, während er im zweiten Rennen nur kurz vor Rennende eine Long-Lap-Strafe absolvieren musste, da er die Streckenbegrenzungen zu oft überfahren hatte. Der 16-Jährige konnte am Sonntag dennoch mit Platz zehn noch sechs Meisterschaftspunkte mitnehmen.
Louis Wolff, Siegerts Kiefer Racing Teamkollege, landete im Qualifying auf Rang zwölf. Von dort machte er im ersten Rennen über 14 Runden insgesamt zwei Positionen gut und holte am Samstag sein erstes Top-10-Ergebnis im Moto4 Northern Cup. Im zweiten Rennen war er bis Runde acht sogar auf Position acht nach vorne gefahren, rutschte aber übers Vorderrad weg und ging damit am Sonntag leer aus.
Mit insgesamt zwei Punkten im Gepäck reiste Tudor Dedea etwas enttäuscht vom Balaton ab. Der 15-Jährige hatte sich zunächst auf Position 15 qualifiziert und fuhr ein konstantes erstes Rennen, das er auf Rang 14 abschloss. Im zweiten Lauf lag er erneut auf Position 14 im Ziel, hätte aber nur zwei Runden vor Rennende eine Long-Lap-Strafe absolvieren müssen, die er wie Hinkelmann aufgrund des Überfahrens der Streckenbegrenzung von der Rennleitung aufgebrummt bekam. Da nicht genug Zeit blieb, wurden ihm nachträglich drei Sekunden auf seine Rennzeit addiert, was ihn auf Platz 16 zurückwarf.
„Im ersten Rennen lief der Start ganz gut und so konnte ich bis zur Mitte um die Top-10 kämpfen. Da ich jedoch fünf Runden vor Schluss einen starken Krampf im rechten Bein hatte, konnte ich für fast zwei Runden nicht mehr ranfahren. Im zweiten Rennen lief der Start auch wieder sehr gut. Ich konnte dort vier Plätze gutmachen. Mir ist dann aber bei einer Überholung ein Fahrer in der Schikane links in meine Seite gefahren. Dadurch habe ich leider sechs Plätze verloren, die ich aufgrund einer Long Lap in der letzten Runde leider nicht mehr aufholen konnte“, fasst Dedea zusammen.
Das unglücklichste Rennwochenende erlebte indes Anina Urlaß. Die Mass Sports Racing by Jrp Motorsport Team-Fahrerin dominierte Trainings und das Qualifying deutlich und sicherte sich die Pole Position mit über einer Sekunde Vorsprung vor Siegert. Im ersten Rennen fuhr sie mit Siegert im Schlepptau an der Spitze auf und davon. Im Kampf um den Sieg rutschte die 15-Jährige jedoch in der letzten Runde übers Vorderrad weg und ging leer aus.
Auch im zweiten Rennen war die vom Motorsport Team Germany geförderte Pilotin an der Spitze dabei. Doch mit noch fünf zu fahrenden Runden gab ihre Honda NSF250R jedoch auf und sie schied mit technischem Defekt aus. „Die Trainings liefen perfekt, dafür die Rennen nicht“, fasst Urlaß zusammen. „Im ersten Rennen bin ich wegen eines Sturzes ausgeschieden und im zweiten Rennen wegen eines technischen Defekts, aber in Brünn kann ich wieder angreifen“, ergänzt die jetzt Drittplatzierte der Meisterschaft.
In weniger als zwei Wochen ist für Urlaß und alle anderen jedoch schon wieder Zeit zurückzuschlagen, denn der Moto4 Northern Cup reist direkt mit der MotoGP weiter von Ungarn nach Tschechien, wo vom 19. bis 21. Juni auf dem Automotodromo Brno die vierte Runde, ein weiteres Highlight im Rahmen der Königklasse stattfinden wird.


