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Moto4 Northern Cup·17.2.2026

Robin Siegert: Motorradfahren ist wie schweben

Jahr zwei für Robin Siegert: Nach dem Vizetitel 2025 steht für den 15-Jährigen das Ziel in dieser Saison klar fest. Heute beantwortet er interessante Fragen rund um den Motorradsport.

Was war die seltsamste oder lustigste Erfahrung, die du jemals an der Rennstrecke gemacht hast? „Lustige Erfahrungen gab es extrem viele, auch in den letzten Jahren. Am seltsamsten war es wohl, dass im letzten Jahr alle meine drei Trainer, Stefan (Nebel), Dario (Giuseppetti) und Philipp (Hafeneger) bei einem Rennen vor Ort waren. Das war in Oschersleben zur zweiten Runde und das gab es wirklich schon sehr lange nicht mehr, bestimmt seit 15 Jahren. Da haben viele geschaut, denn dieses Trio gab es so lange nicht mehr.“

Wenn du das Motorradfahren einem Sechsjährigen erklären müsstest, wie würdest du das formulieren? „Ich würde sagen, Motorradfahren ist etwas ganz Besonderes. Es ist in einer Zone des Möglichen, du hast also nicht das Gefühl, dass irgendetwas unmöglich ist. Wenn du fährst und einen Flow hast, dann ist es wie schweben. Also du schwebst über dem Erdboden. Es ist wirklich etwas ganz Besonderes, wobei du dich mit anderen messen kannst und extrem viel dazugewinnst, körperlich oder auch im Kopf.“

Was war letztes Jahr das schwierigste Rennwochenende für dich und wie hast du dich danach wieder erholt? Was hast du dabei gelernt? „Das Schwierigste war für mich Brünn, das fünfte Rennwochenende. Ich konnte davor nicht dort trainieren und viele andere hatten die Möglichkeit. Somit hatte ich einen kleinen Nachteil. Es ging schon sehr schwierig los. Im ersten Training war ich nur auf 16, konnte mich dann im Rennen aber extrem gut behaupten und vorne mitfahren. Das hat mir dann wieder gezeigt, dass man sich nicht verrückt machen sollte, auch wenn das erste Training in die Hose gegangen ist. Man muss einfach weitermachen, genauso wie an den anderen Rennwochenenden und dieses so gestalten, dass es für einen selbst so gut wie möglich ausgeht. Man muss sich selbst in eine Lage bringen, in der man sich wohlfühlt und man selbst seine beste Leistung zeigen kann. Ich denke, das war das Wochenende, an dem ich das am besten gelernt habe.“

Hast du einen Aberglauben oder bestimmte Rituale? „Ja, ich habe tatsächlich ein kleines Ritual, dass ich mich vor jedem Training genau gleich aufwärme und dass ich auf derselben Seite des Motorrads- auf und wieder absteige, um diesen Ablauf wieder zu generieren. Damit alles so ist wie immer und man sich auf andere Dinge fokussieren kann.“

Welche Superkraft hättest du gern beim Motorradfahren? „Ich denke die Superkraft kann man nicht direkt bestimmen, aber ich denke, meine Superkraft – und was ich gerne erlernen möchte – ist, sich leicht zu machen auf dem Motorrad. Egal, ob man eine 1000ccm Maschine fährt oder eine Moto3, sodass man beide Motorräder zum Beispiel genau gleich bewegt und man einfach weiß, wie es zu handeln ist und wie man mit dem Motorrad das beste Verhältnis beim Fahren aufbaut.“

Wie hast du den Winter verbracht? Und wie hast du dich auf die Saison vorbereitet? „Von November bis Anfang Februar war ich leider nicht auf dem Motorrad, aber trotzdem haben wir viel Fitnesstraining gemacht. Es gab viele Projekte, die zu Hause anstanden, die wir jetzt einmal fertiggebracht haben. Ich konnte auch viel Mountainbike fahren, Ski fahren und Langlauf. Insgesamt war es eine Cool-Down-Phase und auch wichtig, um den Kopf frei zu bekommen. Sport war aber auf jeden Fall dabei.“

Wo möchtest du in fünf Jahren sein? „Es kommt darauf an, wie der Weg für mich bestimmt ist, aber ich denke, der nächste Schritt wäre der Red Bull MotoGP Rookies Cup und wenn man dort gut ist, könnten wir dann in die Moto3 gehen. Das wäre natürlich extrem toll für uns. Weltmeisterschaft ist richtig cool und das ist das Ziel.“

Was ist dein Ziel für diese Saison im Moto4 Northern Cup? Und wie denkst du, kannst du es erreichen? „Mein Ziel ist Meister zu werden. Letztes Jahr war ich Vizemeister, damit ist das Ziel in diesem Jahr klar. Ich denke, es ist sehr wichtig, dass man sich selbst nicht zu viel Druck macht, bescheiden bleibt und nicht leichtsinnig wird und einfach sein Ding so durchzieht wie in jedem Rennen. Natürlich gibt es extrem starke Konkurrenz, gerade in diesem Jahr. Es sind viele Neue dabei. Wichtig ist auch, den Spaß nicht zu verlieren und die Sache zu genießen.“