Mit 15 Jahren hat Anina Urlaß eine spannende zweite Saison im Moto4 Northern Cup vor sich. Im Interview verrät sie Wünsche und berichtet über spannende Themen rund um ihre Leidenschaft.
Was war die seltsamste oder lustigste Erfahrung, die du jemals an der Rennstrecke gemacht hast? Die Wasserschlacht unter uns Fahrern in Most! Da war es sehr warm und wir haben nach dem Rennen alle zusammen eine Wasserschlacht gemacht. Das war echt lustig. Eine seltsame Erfahrung hatte ich nicht wirklich.
Wenn du das Motorradfahren einem Sechsjährigen in drei Sätzen erklären müsstest, wie würdest du das formulieren? Man braucht eine gute Ausdauer und eine gute Konzentrationsfähigkeit. Außerdem muss man immer mit Spaß bei der Sache sein, denn wenn man keinen Spaß mehr hat und nur noch Druck, dann macht es auch keinen Sinn und wird nur noch krampfhaft.
Was war letztes Jahr das schwierigste Rennwochenende für dich und wie hast du dich danach wieder erholt? Was hast du dabei gelernt? Da würde ich einmal zwei Rennwochenenden rausnehmen. Einmal Most: Die Strecke hat mir irgendwie nicht so gut gefallen und dadurch lief schon das erste Rennen nicht meinen Wünschen entsprechend. Im zweiten Rennen ging leider mein Motorrad aus und ich konnte das Rennen nicht beenden. Das Zweite war am Sachsenring. Dort hatte ich an sich ein echt gutes Gefühl auf der Strecke, aber da es im ersten Rennen geregnet und ich dadurch absolut kein Gefühl für das Motorrad hatte, war dementsprechend das Ergebnis des Rennens auch nicht gut. Im zweiten Rennen hatten wir Probleme beim Start meines Motorrads. Deshalb musste ich aus der Boxengasse starten, was etwa zwölf Sekunden hinter dem richtigen Rennstart der anderen ist. Ich habe mich wieder erholt, indem ich mir gesagt habe, dass es meine erste Saison ist und man Fehler machen darf und dass ich daraus einfach lernen muss. Aus Most lerne ich, dass ich einfach Spaß haben soll und dann läuft es. Am Sachsenring ist es einfach blöd gelaufen.
Hast du einen Aberglauben oder bestimmte Rituale? Mein Aberglaube ist tatsächlich, dass ich zu jedem Rennen Flamingo-Socken anhabe, die mir Glück bringen. Da habe ich auch verschiedene Paare, meistens trage ich aber die gleichen, pinke Flamingos und grüner Hintergrund. Rituale habe ich nicht wirklich.
Welche Superkraft hättest du gern beim Motorradfahren? Wenn ich eine Superkraft beim Motorradfahren hätte, dann wäre das ein Blick in die Zukunft, also dass ich schon am Start weiß, was genau passiert, ob jemand stürzt oder irgendwo eine gelbe Flagge ist, damit ich vorausschauen kann und weiß, wie ich herangehen kann.
Wie hast du den Winter verbracht? Und wie hast du dich auf die Saison vorbereitet? Meinen Winter habe ich zu Hause verbracht und habe viel trainiert. Allerdings nicht auf dem Motorrad, aber meine Fitness. Jetzt reise ich noch einmal nach Spanien zum Training auf dem Motorrad und somit bin ich auf die Saison gut vorbereitet. Ich bin bisher viel gelaufen, bin viel Fahrrad gefahren und habe viel Krafttraining gemacht.
Wo möchtest du in fünf Jahren sein? In fünf Jahren wäre es cool, in der Moto3 zu sein. Das wäre mein Ziel, ein zweites Jahr Moto3. Das wäre echt super.
Was ist dein Ziel für diese Saison im Moto4 Northern Cup? Und wie denkst du, kannst du es erreichen? Mein Ziel für diese Saison ist es, die Meisterschaft zu gewinnen. Ich denke, ich kann es erreichen, indem ich gut mit meinem Team arbeite und einfach Spaß an der Sache habe und mir keinen Druck mache. Trotzdem muss ich mir immer kleine Ziele setzen, die ich dann versuche zu erreichen. Einfach Spaß haben und schnell fahren.