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Kultautos - Talbot Matra Murena - Langzeit-Plastik für Drei·14.4.2022

Talbot Matra Murena

Drei Sitze in der ersten Reihe, das konnten nur wenige Sportwagen bieten. Der Talbot Matra Murena war damit der ideale Sportwagen für Leute, denen eine Freundin (oder ein Freund) im Auto nicht reichte.  Zwischen 1965 und 1983 baute Matra eigene Straßen-Sportwagen, die immer den Motor vor der Hinterachse trugen und mit Kunststoff-Karosserien ausgerüstet waren. Der letzte und ausgereifteste Wurf war der Murena, der in Zusammenarbeit mit Talbot entstand. 

Sportliches Layout

Bereits die Vorgänger des Matra Murena, der von René Bonnet abstammende Djet/Jet (mit Renault-Motoren, der M 530 (mit Ford-Taunus-V4-Motor) und der Matra-Simca Bagheera (mit Simca-Motor) hatten das Antriebsaggregat zwischen den Passagieren und der Hinterachse gehabt und entsprachen damit Sportwagenvorbildern wie Lamborghini Miura oder Maserati Bora. Nur dass René Bonnet der Zeit bei seinem Erstling Jet den anderen vorausgewesen war. Für den Murena wurden zwei Leistungsstufen eingeführt, ein 1,6 Liter mit 92 PS und ein 2,2-Liter mit 118 PS, für den es zusätzlich noch ein Tuning-Paket gab, das zusätzlichen Schub gab. 

Auf Langlebigkeit ausgerichtet

Als tragende Basis wurde wie bereits beim Bagheera eine Stahlstruktur genutzt, die aber im Gegensatz zum Vorgänger feuerverzinkt wurde. Die Kunststoff-Karosserie wurde von Antoine Volanis entworfen und sie überzeugte nicht nur mit Eleganz sondern auch mit einem tiefen Luftwiderstandsbeiwert von 0,328. Das Ergebnis durfte zurecht als rostunempfindlich und langlebig verkauft werden. 

Drei Sitze als Alleinstellungsmerkmal

Das Besondere am 1980 in Paris vorgestellten Talbot Matra Murena waren die drei nebeneinander liegenden Sitze, die bereits den Vorgänger Bagheera zur Ausnahmeerscheinung gemacht hatten. Mit einer Innenbreite von 151 cm konnte so drei nicht allzu stattliche Personen kommod alle in der vordersten Reihe sitzen.In Deutschland musste ein Kunde für den Murena DM 24.900 zahlen, während ein Mazda RX-7 26.990, ein Lancia Montecarlo 28.500 und ein Porsche 924 sogar 29.900 kostete.

Ein Oldtimer?

Heute sind alle Matra Murena bereits im Oldtimer-Alter, werden aber wohl von den meisten Kennern eher immer noch dem Youngtimer-Segment zugeordnet. Wer sich ins Innere des kompakten (4,07 Meter lang, 1,752 Meter breit, 1,22 Meter hoch) Sportwagens schwingt, wird von attraktiven Polsterbezügen, aber auch von viel Kunststoff empfangen. Eine besondere Haptik vermittelt das Einspeichenlenkrad, das in seiner Weichheit und mit Gummiflair zusammen mit der abgeflachten Unterseite ein ganz besonderes Fahrgefühl hervorruft. Dazu passt auch der rundliche Schalthebel, der zwar nicht beliebig exakt durch die Schaltgassen wandert, aber genug Präzision vermittelt, um immer in den richtigen der fünf Vorwärtsgänge zu gelangen. Der mittlere Sitz kann umgeklappt werden und ist sicher eher für eines der ausgemergelten Fotomodelle von heute ausgelegt als für eine Schönheit im Rubensformat. 

Praktisch und alltagstauglich

Man kann sich gut vorstellen, dass die Käufer den Wagen damals im Alltag nutzten. Die Fahrleistungen stimmten und der Verbrauch auch. Und für die, die es nie wussten oder bereits vergessen haben: Matra siegte dreimal bei den 24 Stunden von Le Mans (1972-1974) und wurde 1969 Formel-1-Weltmeister mit Jackie Stewart im Cockpit. Der Marke fehlte es also nicht an Renommee, vielleicht sollte man also einen Murena kaufen, solange er noch bezahlbar ist.

Weitere Informationen, viele Bilder, Marktpreise und ein Originalprospekt sind auf www.zwischengas.com  zu finden.