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Kultautos - Ford Escort RS Cosworth - Verleiht Flügel·14.4.2022

Ford Escort RS Cosworth

Mit dem Erscheinen des Ford Focus starb ein einst legendärer Tourenwagen, der Ford Escort. Das heißeste Modell hörte auf den Namen Ford Escort RS Cosworth und es war zum Rallye-Sieger geboren.  Schon der Name verheißt Großes. Bereits in den späten Sechziger- und frühen Siebzigerjahren sorgten Ford-RS-Modelle auf den Rallye-Pisten für Furore. Zwei Serien mit Heckantrieb wurden bis 1980 gebaut, der zweiten Serie entstammte auch das beliebte Modell RS2000. Ab 1980 aber übertrugen die Vorderräder die Motorleistung auf die Straße und dies war für sportliche Naturen weniger spannend.

Für den Rallye-Sieg geboren

Erst als im Rallye-Sport die Gruppe B verboten wurde und Rallye-Rennwagen der Gruppe A angehören mussten, kam der Ford Escort, nunmehr bereits in der fünften Generation gebaut, wieder ins Spiel Die Serienbasis hatte natürlich weiterhin die Antriebsräder vorne, was keine Option für Rallye-Siege war, denn in der Rallye-Weltmeisterschaft gaben zu jener Zeit die Lancia Delta Integrale den Ton an. So wählten die Ford-Ingenieure eine komplett andere technische Basis für den Rallye-Escort der Neunzigerjahre, nämlich die gekürzte Plattform des Ford Sierra Cosworth mit Vierradantrieb und Vierzylinder-Turbomotor. Karmann fertigte die Karosserien, die einen auffälligen Heckspoiler trugen. «Der Airbus ist schöner», fotzelte die ADAC Motorwelt anlässlich der Vorstellung. 2500 Exemplare mussten für die Homologation mindestens gebaut werden, am Ende wurden es 7145 Exemplare, die zwischen 1992 und 1996 die Fabrik verließen. Die späteren Fahrzeuge (nach der Homologationsserie) erhielten einen kleineren Turbolader mit reduziertem Turboloch, auch der Heckspoiler war nicht mehr obligatorisch, wurde aber trotzdem gerne bestellt. Der Escort RS Cosworth trug den Reihenvierzylinder mit 220 PS bei 6250 U/min längs im Bug. Die Kraft wurde über ein Fünfganggetriebe sowie zwei Visco-Kupplungen auf alle vier Räder verteilt und sorgte so in allen Lebenslagen für viel Vortrieb, trotz 1376 Kilogramm fahrfertigem Gewicht.

Sportwagenfahrleistungen

Den Sprint von 0 bis 100 km/h schaffte der «Cossie» in 6.2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wurde von der Zeitschrift Auto Motor und Sport mit 225 km/h gemessen. Rund 60.000 DM musste der Käufer für den schnellsten Escort hinblättern, er konnte zwischen einer Standardversion und einer Luxusversion auswählen. Für dieselbe Summe hätte man sich auch einen großen Mercedes anschaffen können.

Erfolgreich im Motorsport

Bereits der Einstand des neuen Rallye-Autos verlief bereits fast nach Maß, die Ränge 2 und 3 bei der Rallye Monte Carlo zeigten das Potential des neuen Autos. François Delecour konnte dann bei der Rallye Portugal und der Tour de Corse sowie in Catalunya siegen, während Miki Biasion die Akropolis Rallye gewann. Am Ende der Saison reichte es aber nicht zum Titel, dieser ging an Toyota und Juha Kankkunen. Es folgten einige weitere Siege in Weltmeisterschaftsläufen in den folgenden Jahren, die letzten nach dem Umbau des Gruppe-A-Rallye-Wagens in ein «World Rallye Car». Insgesamt aber erfüllte der Escort RS Cosworth die in ihn gesetzten Hoffnungen nicht ganz, vor allem nicht im Vergleich zum Lancia Delta Integrale. Diesen schlug er dafür auf der Straße, so befand zumindest die deutsche Zeitschrift Auto Motor und Sport, als sie den «Cossie» mit den Konkurrenten Lancia Delta Integrale und Madza 323 GT-R verglich. Über 20 Jahre sind seither ins Land gegangen, aus dem Rallye-Homologationsmodell ist eine Ikone mit großer Fan-Gemeinde geworden. Und dies, obschon die indirekten Nachfolger wie der Ford Focus RS einiges besser können und natürlich auch mit viel mehr Leistung gesegnet sind. Weitere Informationen und Bilder zum Ford Escort RS Cosworth und seinen Vorfahren finden sich auf www.zwischengas.com.