Für die Meisterschaftsläufe sieben und acht in der MotoMini Germany ging es für die Nachwuchspiloten ins baden-württembergische Bopfingen. Bei bestem Sommerwetter feierte Gaststarter David Glowatz (Rastatt) einen Doppelsieg in der Klasse MotoMini 190. Nach zwei engen Rennen auf der 1.020 Meter langen Breitwangbahn hieß der Doppelsieger im Klassement der MotoMini 160 Ben Warzecha (Glauchau). Wegen der hohen Temperaturen wurde die Renndistanz aller Läufe um zwei Runden gekürzt.
Ohvale MotoMini-190 Klasse
Gaststarter David Glowatz stellte seine Ohvale 190 mit einer Zeit von 51.230 Sekunden auf die Pole-Position. Rang zwei holte sich Lukas Jentsch (Penzberg) mit 52.014 Sekunden. Finja-Inken Niehues (Lüdinghausen) reihte sich mit 53.557 Sekunden auf Position drei im Grid ein.
Glowatz nutzte seine gute Ausgangslage und übernahm die Führung. Runde um Runde setzte er sich von seinen Verfolgern ab und gewann den Lauf mit 9.077 Sekunden Vorsprung. Gaststarter Lukas Jentsch hatte Probleme am Start und fiel von Rang zwei auf Position drei hinter Niehues zurück. Jentsch hängte sich ans Hinterrad der jungen Pilotin vom RC Haltern und lauerte Runde um Runde auf eine Lücke zum Überholen. Im zehnten Umlauf kam er an Finja-Inken Niehues vorbei und setzte sich von seiner Konkurrentin ab. Lukas Jentsch wurde auf Rang zwei abgewunken. Niehues sah auf Position drei die schwarz-weiß-karierte Flagge. Manuel Kröner verteidigte den vierten Rang vom Start bis ins Ziel. Helena Weiderer (München) fiel am Start auf Position sechs zurück. Sie gab nicht auf und eroberte sich Rang fünf in der neunten Runde zurück und verteidigte ihn bis zum Zielstrich.
Den Start ins zwölf Runden lange zweite Rennen gewann erneut David Glowatz. Jentsch kam diesmal gut weg und hängte sich in den Windschatten von Glowatz. Gegen Mitte des Laufes konnte Jentsch das hohe Tempo von Glowatz nicht mehr mitgehen und ließ seinen Konkurrenten ziehen. David Glowatz gewann das Rennen erneut. Jentsch kam in der letzten Runde zu Sturz, unverletzt richtete er sein Bike wieder auf und beendete das Rennen als Zweiter. Manuel Kröner gewann am Start eine Position gegen Niehues. Finja-Inken Niehues lauerte in seinem Windschatten auf eine Lücke zum Überholen, kam am jungen Sachsen aber nicht vorbei. Sie wurden auf den Rängen drei und vier abgewunken. Nach dem Rennen erhielt Kröner wegen Überfahrens eines Kerbs eine 25-Sekunden-Strafe. Dadurch fiel er auf Rang sechs zurück. Helena Weiderer zeigte eine starke Rennperformance und raste als Fünfte ins Ziel, wegen der Strafe gegen Kröner wurde sie auf Position vier gewertet. Gaststarter Julius Brosius (Zwickau) beendete den Lauf bei seinem Debüt auf Rang sechs, wurde aber auf Rang fünf gewertet.
Kröner behauptet die Meisterschaftsführung mit 186 Punkten. Zweite mit 140 Zählern ist Weiderer. Dritte in der Gesamtwertung ist Niehues mit 130 Punkten.
David Glowatz (1./1., Rastatt): „Bopfingen ist eine Abwechslung zu meiner Trainingsstrecke, mit der Steilkurve ist sie etwas Besonderes. In den Freien Trainings haben wir sehr oft die Übersetzung gewechselt, um die richtige zu finden. Dies ist uns am Freitag gelungen und wir konnten heute richtig durchstarten. Im ersten Rennen lief es sehr gut, in den ersten sechs Runden habe ich voll gepusht, als ich einen guten Vorsprung hatte, habe ich etwas Tempo rausgenommen, um den Reifen fürs zweite Rennen zu schonen. Im zweiten Lauf hat es länger gedauert, bis ich mich von meinem Verfolger absetzen konnte, in den letzten Runden habe ich dann wieder etwas Tempo rausgenommen. Mit meinem Wochenende bin ich sehr zufrieden. Es ist dieses Jahr mein erstes Event im ADAC Mini Bike Cup. In den vergangenen Jahren bin ich hier in der 160er Klasse gefahren und dieses Jahr in der 190er, und es freut mich, dass ich gleich einen Doppelsieg herausfahren konnte. Eventuell gehe ich in Mülsen noch einmal an den Start, da möchte ich wieder gute Zeiten und eine gute Platzierung herausfahren und ein sturzfreies Wochenende haben.“
Lukas Jentsch (2./2., Penzberg): „Bopfingen ist eine sehr coole Strecke, sie ist sehr anspruchsvoll und besonders gefällt mir die Steilkurve. Da ich letztes Wochenende erst ein Rennen hatte, war ich schnell im Flow. Am Freitag haben wir ein perfektes Set-up für die heutigen Rennen erarbeitet. Im ersten Lauf war mein Start holprig, kurz vor Schluss konnte ich dann noch auf den zweiten Rang vorfahren und diesen bis ins Ziel verteidigen. Der Start ins zweite Rennen war gut, ich konnte David (Glowatz) am Anfang gut folgen, musste später aber abreißen lassen. Kurz vor Schluss bin ich noch gestürzt. Ich habe die Maschine aufgerichtet und habe Platz zwei bis ins Ziel verteidigt.“
Finja-Inken Niehues (3./3., Lüdinghausen): „Am Anfang habe ich die Strecke hier gehasst, aber im Verlauf mochte ich sie immer mehr, denn wenn man fährt und fährt, kommt man irgendwann in den Flow und es ist wie auf einer Welle, rechts-links-berghoch-und-runter. In den Trainings war ich immer konstant von den Rundenzeiten, es gab keine Verbesserung, aber auch keine Verschlechterung. Ich habe geschaut, dass ich eine saubere Linie fahre. Der Start ins erste Rennen war sehr gut. Lukas (Jentsch) auf Position zwei hatte Probleme und ich konnte direkt vorfahren. Ich habe lange Rang zwei gehalten, es war sehr nervenaufreibend und mental anstrengend, da ich immer schauen musste, die Linie zuzumachen, damit Lukas nicht an mir vorbeikam. Es hat viel Spaß gemacht. Im zweiten Rennen war ich am Start nervös und wie schon in Harsewinkel bin ich dadurch nicht gut gestartet und die anderen sind an mir vorbeigegangen. An diesem Wochenende habe ich gelernt, dass manche Leute unglaublich ehrlich sind und ich alles schaffen kann, was ich mir vornehme. In Mülsen möchte ich wieder eine Platzierung auf eins oder zwei erreichen. Im Moment bin ich auf einem guten Weg zum Vizemeister, das möchte ich verdeutlichen. Mein Ziel ist die Teilnahme am World Final der MotoMini in Valencia.“
Ohvale MotoMini-160 Klasse
Auch die siebte Pole der diesjährigen Saison schnappte sich Till Trinks mit seiner Bestzeit von 52.755 Sekunden im zweiten Qualifying. Ben Warzecha (Glauchau) folgte mit 52.823 Sekunden auf Startplatz zwei. Rang drei in der Startaufstellung holte sich Ron Richter (Oelsnitz) mit 53.655 Sekunden.
Warzecha, der von Rang zwei startete, setzte sich mit einem guten Start an die Spitze des Feldes, Till Trinks reihte sich direkt dahinter auf Rang zwei ein. Die Piloten vom AMC Sachsenring lieferten sich Runde um Runde einen engen Fight um die Spitze. Mit einem Vorsprung von 0.330 Sekunden gewann Warzecha den ersten Lauf, Trinks folgte auf Rang zwei ins Ziel. Ron Richter kam ebenfalls gut vom Start weg und behauptete Position drei. Der junge Sachse blieb fehlerfrei und schnappte sich Rang drei. Karl Henry Todorovic (Chemnitz) verbesserte sich beim Start auf Rang vier und verteidigte diesen über die komplette Renndistanz. Lukas Mayer (Neubeuern) fiel am Start auf Platz sechs zurück. Der junge Bayer gab nicht auf, schloss die Lücke zu Rang fünf. In der fünften Runde ging er an Berry Satici (NED) vorbei und komplettierte die Top Fünf im Ziel.
Mit einem weiteren guten Start übernahm Warzecha die Führung im zweiten Lauf. Der Pilot vom DW-Moto Team verteidigte seine Spitzenposition über die komplette Renndistanz von zwölf Runden und gewann erneut. Till Trinks verlor zwei Positionen am Start, aber schon in der zweiten Kurve übernahm er Rang zwei. Er lauerte am Hinterrad von Warzecha, fand aber keine Lücke zum Überholen und wurde als Zweiter abgewunken. Ron Richter zeigte wieder ein starkes Rennen und schenkte sich zu seinem Geburtstag das zweite Podium mit einem weiteren dritten Platz. Karl Henry Todorovic überquerte auf Position vier die Ziellinie. Lukas Mayer beendete den Lauf als Fünfter.
In der Meisterschaft baut Warzecha mit 190 Zählern seine Führung aus. Trinks folgt mit 166 Punkten auf Platz zwei. Todorovic verteidigt Tabellenrang drei mit 97 Zählern.
Ben Warzecha (1./1., Glauchau): „An der Strecke in Bopfingen mag ich die Kurvenkombination aus rechts-links-rechts und die Steilkurve sehr. Am Freitag ging mein Alfano noch nicht richtig, wodurch ich noch keine Orientierung mit meinen Rundenzeiten hatte. Trotzdem konnte ich schnell meinen Rhythmus für die Strecke finden. Die Starts waren nicht so einfach, da die Ampel sehr schnell ausging, aber ich habe es gut hinbekommen und bin in Führung gegangen. In der fünften Runde hat mich Till (Trinks) einmal überholt, ich hatte dann einen besseren Ausgang. Auf der Geraden haben wir uns einmal kurz berührt und ich konnte die Führung wieder übernehmen. Im zweiten Rennen konnte ich Platz eins vom Start bis ins Ziel gegenüber Till verteidigen. In Mülsen möchte ich wieder zwei Siege einfahren.“
Till Trinks (2./2., Meerane): „Die Trainings am Freitag verliefen sehr gut, wir haben schnell das richtige Set-up gefunden und ich konnte schnelle Zeiten fahren. Heute verliefen die Zeittrainings sehr gut, ich war wieder Erster und habe mir die Pole geholt. Meine Starts waren nicht so gut, da die Ampel sehr schnell ausging. Im Rennen lief es dann gut, ich hatte einen engen Kampf mit Ben (Warzecha). Es hat Spaß gemacht. Bei meinem Heimrennen in Mülsen möchte ich wieder Spaß haben und alles geben, was ich habe.“
Ron Richter (3./3., Oelsnitz): „Bopfingen war bisher nicht meine Lieblingsstrecke, da sie durch die vielen Richtungswechsel sehr kräftezehrend ist. Aber jetzt mit dem Doppelpodium gefällt sie mir deutlich besser. Zu Beginn des Wochenendes hatte ich noch einige Schwierigkeiten, aber es wurde immer besser und ich habe meinen Rhythmus gefunden. Vor dem Start war ich nervös, da ich erst zum zweiten Mal von der ersten Startreihe in dieser Klasse gestartet bin. Ich habe auf mich vertraut, da ich wusste, was in mir steckt und was ich kann, so haben die Starts gut funktioniert. Im zweiten Rennen konnte ich zu Beginn besser an Till (Trinks) dranbleiben, jedoch ist mir dann etwas die Kraft ausgegangen. Mein Abstand zu meinen Verfolgern war groß genug und somit hat es erneut fürs Podium gereicht. Mein Fazit zu diesem Wochenende ist, dass, wenn ich auf meine Stärken vertraue, ich viel erreichen kann. Vor meinem Heimrennen in Mülsen werde ich viel trainieren, damit ich wieder ums Podium mitfahren kann und meinen Punktevorsprung auf meine Verfolger weiter ausbaue.“

