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FIM MotoMini Germany·4.5.2026

Enge Duelle in Wittgenborn

Die Piloten der MotoMini Germany trugen am vergangenen Wochenende bei frühsommerlichen Temperaturen ihre Saisonrennen drei und vier auf dem hessischen Vogelsbergring in Wittgenborn aus. Auf dem 1038 Meter langen Rundkurs triumphierte Manuel Kröner (Werdau) mit einem Doppelsieg im Klassement MotoMini 190. Wie schon in Cheb vor zwei Wochen gab es um die Laufsiege der MotoMini 160 enge Rennen, welche Ben Warzecha (Glauchau) für sich entschied.

Manuel Kröner: „Wittgenborn ist mit eine meiner Lieblingsstrecken" © Foto: ADAC
Ohvale MotoMini-190 Klasse

Im ersten Qualifying legte Manuel Kröner eine Zeit von 55,178 Sekunden vor und schnappte sich die Pole-Position. Neueinsteigerin Finja-Inken Niehues (Lüdinghausen) folgte mit 55,218 Sekunden auf Startplatz zwei. Helena Weiderer (München), zweite Dame im Feld, sicherte sich Position drei auf dem Grid.

Kröner und Niehues lagen zum Start des ersten Rennens gleich auf. Beim Einbiegen in die erste Kurve übernahm Manuel Kröner die Führung, Niehues hängte sich in seinen Windschatten. Beide Fahrer lieferten sich ein enges Rennen mit Positionswechseln, welches Kröner schlussendlich für sich entscheiden konnte. Niehues folgte auf Rang zwei ins Ziel. Helena Weiderer raste als Dritte aufs Podium. Nick Goldammer (Chemnitz) beendete den Lauf auf Position vier.

Zum 14 Runden langen zweiten Lauf startete Manuel Kröner erneut gut und übernahm von Beginn an die Führung. Der junge Sachse blieb fehlerfrei und sicherte sich auch den Sieg im zweiten Rennen. Niehues hatte Probleme am Start und fiel ans Ende des Feldes zurück. Mit einer halben Runde Rückstand eilte sie dem Feld hinterher, schloss die Lücke und kämpfte sich auf Rang zwei zurück. Mit Helena Weiderer lieferte sich Niehues einen engen Kampf um Platz zwei. Beim Versuch, Niehues in der letzten Runde zu überholen, stürzte die junge Münchnerin. Unverletzt setzte sie das Rennen fort und überquerte die Ziellinie auf Rang drei. Goldammer wurde als Vierter abgewunken.

Mit der maximalen Punktzahl von 100 führt Kröner die Tabelle an. Weiderer behauptet mit 72 Punkten Position zwei. Rang drei belegt Nick Goldammer mit 58 Zählern.

Manuel Kröner (1./1., Werdau): „Wittgenborn ist mit eine meiner Lieblingsstrecken, da sie sehr schön zu fahren ist. Da ich die Strecke sehr gut kenne, habe ich in den Trainings schnell meinen Rhythmus gefunden. Der erste Start war gut, ich konnte beim Einbiegen in die erste Kurve die Führung übernehmen. Das Rennen war sehr spannend. Finja (Niehues) und ich lieferten uns ein enges Duell. Beim zweiten Rennen konnte ich direkt die Führung übernehmen und diese bis zum Schluss behaupten. In Faßberg werde ich wieder pushen und versuchen zu gewinnen. Finja ist eine starke Konkurrenz, aber ich denke, dass ich trotzdem gewinnen kann."

Aufholjagd von Finja-Inken Niehues im zweiten Rennen © Foto: ADAC

Finja-Inken Niehues (2./2., Lüdinghausen): „Die Strecke von Wittgenborn gefällt mir, sie ist sehr technisch und man muss sauber fahren, um ein gutes Endergebnis zu bekommen. Am Anfang kam ich nicht zurecht und habe mich mit meinem Trainer Marco kurzgeschlossen. Über den Tag lief es dann immer besser. Beim ersten Start war ich sehr aufgeregt. Mir fehlte ein wenig der Mut, das Motorrad gegen den Führenden beim Einbiegen in die erste Kurve zu halten. Wir hatten dann ein sehr intensives Rennen und ich konnte auch ein paar Mal in Führung gehen. Beim zweiten Lauf ist mir am Start das Motorrad ausgegangen, wodurch ich eine halbe Runde Rückstand aufholen musste. Das habe ich geschafft und konnte das Rennen als Zweite beenden. In zwei Wochen in Faßberg möchte ich noch schneller und besser fahren und gewinnen. Heute war ich erst das dritte Mal auf dem Motorrad, ich möchte es noch besser kennenlernen und besser unter Kontrolle haben. Die Meisterschaft ist sehr offen und freundlich. Für die Saison habe ich mir den Gesamtsieg als Ziel gesetzt."

Helena Weiderer (3./3., München): „Die Strecke hier ist cool und ich mag sie. In den Trainings habe ich mein neues Bike eingefahren, das lief sehr gut. Der erste Start war nicht so gut, aber im Rennen lief es dann. Beim zweiten Rennen war ich von Beginn an auf Rang zwei, bis Finja (Niehues) mich Mitte des Rennens überholt hat. In der letzten Runde wollte ich noch einmal angreifen, nachdem ich herausgefunden hatte, wo ihr Schwachpunkt ist, aber dann habe ich etwas zu viel Gas gegeben und bin weggerutscht. Ich konnte weiterfahren und bin Dritte geworden. In Faßberg will ich Finja schlagen.“

Ben Warzecha führt die Meisterschaft an © Foto: ADAC
Ohvale MotoMini-160 Klasse

Till Trinks (Meerane) holte sich mit seiner schnellsten Runde im zweiten Zeittraining (53,505 Sekunden) die Poleposition. Belgian Motorcycle Academy Pilot Merdan Karabulut (NLD) setzte seine Bestzeit ebenfalls im zweiten Qualifying und sicherte sich damit Rang zwei in der Startaufstellung. Dritter auf dem Grid: Ben Warzecha mit einer Zeit von 54,091 Sekunden.

Warzecha setzte sich von Startplatz drei aus durch und übernahm direkt die Führung. Karabulut lauerte im Windschatten und ging dann in der vierten Runde gemeinsam mit Pole-Setter Trinks am AMC Sachsenring Piloten Warzecha vorbei. Doch dieser ging in der zehnten Runde erneut in Führung und behauptete diese bis zur Ziellinie. Trinks raste als Zweiter ins Ziel. Beray Satici (NLD) schnappte sich mit Rang drei den letzten Platz auf dem Podium nach einem engen Rennen mit Nick Hopp (Gersfeld-Hettenhausen) auf Position vier. Lukas Mayer (Neubeuern) sah als Fünfter die schwarz-weiß-karierte Flagge. Karabulut musste sich nach einem Sturz kurz vor Schluss mit dem letzten Platz zufriedengeben.

Beim zweiten Lauf über 14 Runden setzte sich der Niederländer Merdan Karabulut am Start an die Spitze des Feldes. Warzecha, der wieder gut startete, blieb an ihm dran und nutzte einen Fehler zum Überholen. Die damit gewonnene Führung verteidigte er bis zum Zielstrich und gewann damit auch das zweite Rennen. Karabulut blieb die gesamte Renndistanz am Führenden dran, fand aber keine Lücke zum Überholen und folgte nur 0,104 Sekunden später auf dem zweiten Rang ins Ziel. Till Trinks fiel am Start auf Position drei zurück, verteidigte diese souverän und machte das Podium komplett. Die Top-Fünf wurden von Ron Richter (Oelsnitz) und Beray Satici auf den Positionen vier und fünf komplettiert.

Warzecha übernimmt mit 95 Punkten die Meisterschaftsführung. Auf Rang zwei folgt Trinks mit 81 Zählern. Karabulut behauptet mit 56 Punkten Platz drei.

Ben Warzecha (1./1., Glauchau): „Wittgenborn ist eine sehr technische, enge Strecke, was ich sehr mag. In den Trainings lief es gut, und ich habe mich für den dritten Startplatz qualifiziert. Im ersten Rennen war das Motorrad dann richtig abgestimmt und den Start habe ich gewonnen. Merdan (Karabulut) hat in der vierten Runde gekontert, aber ich konnte wieder zurückkontern und das Rennen gewinnen. Im zweiten Rennen hat Merdan den Start gewonnen, als er sich in der zweiten Kurve verbremste, konnte ich ihn überholen und das gesamte Rennen die Führung behaupten. Ich mag die Strecke von Faßberg sehr, daher möchte ich auch dort wieder einen Doppelsieg einfahren."

Till Trinks: „In Faßberg werde ich alles geben um wieder ganz oben zu stehen." © Foto: ADAC

Till Trinks (2./3., Meerane): „Am Freitag in den freien Trainings bin ich mit der Strecke gut zurechtgekommen. Im ersten Qualifying war ich Erster, wegen eines Sturzes konnte ich meine Zeit nicht weiter verbessern. Im zweiten Zeittraining ist Merdan (Karabulut) eine schnelle Runde gefahren, dadurch musste ich noch einmal pushen und habe mir die Pole geholt. Im ersten Rennen war Ben (Warzecha) in Führung, es gab ein enges Battle und ich bin Zweiter geworden. Nach dem Start zum zweiten Lauf lag ich auf drei, es gab dann wieder einen engen Kampf und ich bin Dritter geworden. Heute wurde ich besiegt, in Faßberg werde ich alles geben, um wieder ganz oben zu stehen."

Merdan Karabulut (9./2., NLD): „Ich würde sagen, Wittgenborn gehört zu meinen Top-Five-Lieblingsstrecken, sie macht sehr viel Spaß. Heute Morgen in den Trainings lief es gut, die Strecke war super und ich hatte ein gutes Gefühl. Am Start konnte ich Rang zwei verteidigen, in der letzten Runde hatte ich dann einen Highsider, ich habe das Rennen als Neunter beendet. Ich habe keine Schmerzen oder Verletzungen von dem Sturz, daher bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Mit dem Ergebnis im zweiten Lauf bin ich sehr glücklich, ich war die gesamte Distanz auf Rang zwei. In Faßberg bin ich noch nie gewesen, ich kenne die Strecke überhaupt nicht. Ich hoffe, ich kann wieder aufs Podium fahren."