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DRM·7.11.2026

DRM-Finale: Marijan Griebel erneut Deutscher Rallye-Meister

Titelverteidiger gewinnt bei der Lausitz Rallye souverän die DRM-Wertung. Philip Geipel belegt Platz drei und wird damit Deutscher Vizemeister. Spektakulärer Saisonabschluss auf dem ehemaligen Tagebaugelände rund um Boxberg.

Marijan Griebel, Beifahrerin Ella Kremer und ihr siegreiches Team © Foto: ADAC

Fünfter Saisonsieg, sechster Titel: Marijan Griebel hat den letzten Lauf der Deutschen Rallye-Meisterschaft in der Lausitz gewonnen und sich damit zum Champion gekrönt. Der 37-jährige Tabellenführer ließ von Beginn an keine Zweifel daran aufkommen, dass er seinen vierten Titel in Folge fest im Visier hat. Gemeinsam mit Beifahrerin Ella Kremer war er im Škoda Fabia RS Rally2 in fünf der insgesamt acht Wertungsprüfungen schnellster DRM-Pilot und hatte am Ende einen Vorsprung von 41,3 Sekunden. „Ich bin seit Jahren nicht mehr auf Schotter gefahren, kenne solche Strecken aber von früher. Für Philip war das alles Neuland, darum hatte ich ihm gegenüber einen Vorteil. Diese Meisterschaft ist ein toller Erfolg für das ganze Team, auf den wir seit einem Jahr hingearbeitet haben. Die Lausitz Rallye war ein würdiges Saisonfinale“, resümierte Griebel.

Carsten Mohe und Andrea Lieber belegten Platz zwei und in der Meisterschaft Rang drei © Foto: ADAC

Seine Markenkollegen Carsten Mohe und Andrea Lieber konnten Griebels Tempo phasenweise mitgehen, fuhren zwei DRM-Bestzeiten und wurden Zweite. In der Meisterschaft schlossen sie die Saison damit auf Platz drei ab. „Ich kenne mich auf Schotter gut aus. Dass wir aber mit einem sechsmaligen Meister wie Marijan mithalten konnten, macht mich schon ein wenig stolz. Ich habe mich sehr schnell zurechtgefunden, was aber auch am bestens vorbereiteten Auto lag. Meine Mechaniker waren mit vor Ort, und auch das hat sehr dabei geholfen, in der Meisterschaft noch Dritter zu werden“, äußerte sich Carsten Mohe zufrieden über den Saisonabschluss.

Philip Geipel wurde mit Jennifer Lerch in der Lausitz Dritter und damit Vizemeister © Foto: ADAC

Philip Geipel war als Tabellenzweiter und Griebels schärfster Konkurrent in das DRM-Finale gegangen. Doch bereits am Freitag verlor er mit Co-Pilotin Jennifer Lerch im Toyota GR Yaris Rally2 viel Zeit und konnte auch am Samstag keinen Boden gutmachen. Rang drei bedeutete in der Endabrechnung die Vizemeisterschaft für den Mann aus Plauen. „Man muss hier vollkommen anders fahren und braucht viel Erfahrung und Know-how, um ein modernes Rallye-Fahrzeug auf Schotter optimal zu bewegen. Wir wussten, dass wir kaum eine Chance gegen Marijan haben und sind deshalb auch nicht sehr enttäuscht. Es war eine tolle Saison und wir haben immerhin fünf von sechs Power Stages gewonnen,“ sagte Geipel. Björn Satorius und Nico Otterbach (ebenfalls Toyota) beendeten sowohl den finalen DRM-Lauf als auch die Saison auf Platz vier. Gleiches gilt für Dennis Rostek und Stefan Kopczyk im Škoda Fabia RS Rally2 auf Position fünf.

Rallycross-Weltmeister Johan Kristoffersson gewann mit Beifahrer Dennis Zenz die Lausitz Rallye © Foto: ADAC

Gesamtsieger der Lausitz Rallye wurde der achtmalige Rallycross-Weltmeister Johan Kristoffersson mit Beifahrer Dennis Zenz (Skoda Fabia RS Rally2). Der Schwede war mit sieben Bestzeiten der klar schnellste Fahrer und verwies seine Landsleute und Markenkollegen Adam Grahn und Christoffer Bäck mit deutlichem Abstand auf Platz zwei. „Wir wollten einfach nur Spaß haben, und Gewinnen macht eben am meisten Spaß. Die Fans waren unglaublich. Ich habe jede Minute im Auto genossen“, so Kristoffersson. Dritte wurden DRM-Rekordmeister Matthias Kahle (sieben Titel) und Beifahrer Christian Doerr im Škoda Fabia RS Rally2. Rang vier ging an das litauische Duo Rokas Steponavičius und Dovydas Ketvirtis (Škoda Fabia Rally2 Evo). Da diese vier Teams nicht in der Deutschen Rallye-Meisterschaft eingeschrieben waren, war Griebel als Gesamtfünfter der schnellste DRM-Starter.

Timo und Jasmin Weigert sicherten sich den Titel in der DRM3 © Foto: ADAC

In der DRM3 gewannen Timo und Jasmin Weigert im Renault Clio Rally3 souverän die Meisterschaft. „Wir hatten von Beginn an einen guten Rhythmus und sind sauber durchgekommen. Das Auto lief einwandfrei, es gab keine technischen Probleme. Über den Titel in der DRM3 sind wir sehr glücklich“, erklärte Timo Weigert. Spannung bis zum Schluss herrschte dagegen in der DRM4-Wertung. Die Tabellenzweiten Kilian Nierenz und Milena Raithel lagen im Opel Corsa von Anfang an vorn, während Tabellenführer Patrick Pusch und sein Beifahrer Tilmann Bößert im baugleichen Opel nach einem technischen Defekt zurückfielen und ihr Zwölf-Punkte-Vorsprung zusammenschmolz. Doch am Ende kämpften sich die Spitzenreiter wieder auf das Podium vor und sicherten sich hauchdünn den Titel. „Ich bin erleichtert und kann das alles noch gar nicht glauben. Verrückter und spannender hätte es nicht laufen können. Nach dem Defekt am Freitag haben wir am Samstag aufgeholt. In der letzten Prüfung ist uns dann eine Felge gebrochen. Der Wechsel hat viel Zeit und noch mehr Nerven gekostet. Aber es hat zum Glück endlich mit der Meisterschaft geklappt“, sagte Pusch.

Kilian Nierenz und Milena Raithel verpassten mit einem Punkt Rückstand den Titel in der DRM4 © Foto: ADAC

Der mit einem Punkt geschlagene Nierenz war dennoch sehr zufrieden. „Das ist unsere erste DRM-Saison und Platz zwei ist eine tolle Sache. Die Lausitz war der krönende Abschluss, bei dem wir das schnellste frontangetriebene Fahrzeug waren“, freute er sich. Beifahrerin Milena Raithel ergänzte: „Es war unsere erste Schotterrallye und alles fühlte sich vollkommen anders als sonst an. Es hat aber viel Spaß gemacht und ich bin froh, dass wir heil durchgekommen sind und kaum Schäden hatten. Die Fans in der Lausitz sind einmalig. Sie feuern einen überall an den Strecken an und haben diese Rallye zu etwas ganz Besonderem gemacht.“

Matthias Karlowski und Michael Wagner gewannen die DRM Classic © Foto: ADAC

Den Titel in der DRM Junior Wertung hatte sich schon vorzeitig Karl Otto Niebäumer mit seiner Schwester Anna in einem Opel Corsa Rally4 gesichert. „Wir saßen wie unser härtester Konkurrent Yves Volte das erste Mal in einem DRM4-Fahrzeug und haben uns auf den Strecken schöne Duelle geliefert. Jetzt gewonnen zu haben, freut uns natürlich riesig“, meinte Karl Otto Niebäumer. Grund zur Freude hatten auch Matthias Karlowski und Michael Wagner. Das Duo gewann im Opel Ascona i2000 den Titel in der DRM Classic: „Nach dem Sieg im Saarland hatten wir plötzlich Chancen auf den Titel und haben unser Fahrzeug teilweise mit geliehenen Teilen an die Schotterstrecken angepasst. Es war eine neue Erfahrung und wir müssen auf diesem Untergrund noch viel lernen. Aber nachdem die Saison ziemlich schlecht angefangen hat, ist diese Meisterschaft ein toller Abschluss“, so Matthias Karlowski.

Acht Wertungsprüfungen auf Schotter und Sand und vor begeisterten Fans

Die Lausitz Rallye war am Saisonende ein Highlight für Fahrer und Fans. Bei trockenen Bedingungen mussten die Teams lange Schotterpassagen bewältigen, über Kuppen springen und mit ihren Boliden tiefe und sandige Abschnitte meistern. Überall an den Strecken standen zahlreiche Zuschauer und feuerten die Lenkrad-Artisten an, die bei Tageslicht und im Dunkeln tollen Rallyesport boten. Nach knapp 147 Wertungskilometern wurde die besten Fahrer-Duos am Samstagabend vor der Gemeindeverwaltung Boxberg von jubelnden Fans empfangen und mit Pokalen geehrt.

Gesamtergebnis der Lausitz Rallye

PositionTeilnehmerFahrzeug
1.
Johan Kristoffersson
Škoda Fabia RS Rally2
2.
Adam Grahn
Škoda Fabia RS Rally2
3.
Matthias Kahle
Škoda Fabia RS
4.
R. Rokas Steponavičius
Skoda Fabia Rally2 Evo
5.
Marijan Griebel
Škoda Fabia RS Rally2

Endstand Deutsche Rallye-Meisterschaft

PositionTeilnehmerFahrzeugPunkte
1.
Marijan Griebel
Škoda Fabia RS Rally2
170
2.
Philip Geipel
Toyota GR Yaris Rally2
155
3.
Carsten Mohe
Porsche 911 Rally GT/Škoda Fabia RS Rally2
116
4.
Björn Satorius
Toyota GR Yaris Rally2
112
5.
Dennis Rostek
Škoda Fabia RS Rally2
97