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DKM·17.8.2026

Titelentscheidungen bis zum Finale vertagt

Titelkämpfe spitzen sich beim DKM-Wochenende in Kerpen zu. Möhring, Kamenik und Staedtler bauen ihre Meisterschaftsführungen aus. Titelkämpfe bleiben vor dem Saisonfinale in Wackersdorf offen.

Die Deutsche Kart-Meisterschaft ist auf dem traditionsreichen Erftlandring in Kerpen in die entscheidende Phase der Saison 2026 eingebogen. Bei sommerlich warmen und sonnigen Bedingungen stellten sich die Fahrerinnen und Fahrer einem anspruchsvollen Rennwochenende. Das hohe Gripniveau auf der 1.110 Meter langen Strecke forderte Mensch und Material gleichermaßen und sorgte in allen fünf Klassen für spannende Rennen. 143 Nennungen unterstrichen auch beim vierten von fünf Saisonläufen das starke Interesse an der DKM. Drei der fünf Finals gingen an deutsche Fahrer. Daniel Stell gewann in der KZ2, Henri Möhring setzte seine beeindruckende Serie in der OK-N Junior fort und Oliver Staedtler triumphierte im KZ2 Cup. In der OK-N baute Jakub Kamenik mit einem weiteren Sieg seine Tabellenführung aus, während Leo Klok ein turbulentes Mini-Finale für sich entschied. Damit bleiben vor dem großen Saisonabschluss in Wackersdorf in allen Klassen wichtige Entscheidungen offen.

Daniel Stell feierten zweiten Saisonsieg in der KZ2 © Foto: ADAC

KZ2: Daniel Stell nutzt seine Chance und gewinnt

Mit einer Bestzeit im Qualifying eröffnete Daniel Stell (Kartshop Ampfing) das Wochenende. In den Heats verschoben sich die Kräfteverhältnisse jedoch. Die beiden Gastfahrer Maximilian Schleimer (AT-Motorsport) und Senna Van Walstijn (CS Competition) entschied die Heats für sich. Nach den Vorläufen führte Schleimer vor Stell und Tabellenführer Emilien Denner (Formula K SRP Factory Team) das Klassement an. Im Super Heat schlug der amtierende Kart-Weltmeister Van Walstijn erneut zu und sicherte sich damit die Pole-Position für das Finale.

Dort verteidigte der Niederländer zunächst die Führung. Hinter ihm folgte Stell, während Schleimer, Denner und weitere Verfolger in Schlagdistanz blieben. Die entscheidende Wendung folgte zum Rennende. Van Walstijn fiel durch einen technischen Defekt aus und Stell übernahm die Führung. Der Deutsche brachte den Sieg über die verbleibende Distanz nach Hause und feierte nach Mülsen seinen zweiten Finalerfolg des Jahres. „Natürlich hatte ich etwas Glück. Das gehört im Motorsport aber auch dazu. Wir hatten an diesem Wochenende den Speed, um vorne mitzufahren. Da Senna nur Gaststarter war, ändert sich an den gewonnenen Punkten für die Meisterschaft nichts“, sagte Stell nach seinem Sieg. Schleimer wurde Zweiter, Denner komplettierte das Podium. Das TB Racing Team-Duo Marek Skrivan und Norton Andreasson rundeten die Top-Fünf ab.

Kart-Weltmeister Senna van Walstijn gab KZ2 Gastspiel © Foto: ADAC

In der Meisterschaft bleibt Denner trotz Rang drei an der Spitze. Stell verkürzte mit seinem Sieg den Rückstand. Dahinter bleiben van Werven und Skrivan ebenfalls in Schlagdistanz zum Spitzenreiter.

Meisterschaftsstand Klasse KZ2 nach 4 von 5 Läufen

1. Emilien Denner (324 Punkte) 2. Daniel Stell (297 Punkte) 3. Dion van Werven (259 Punkte) 4. Marek Skrivan (257 Punkte) 5. Matej Preuss (220 Punkte)

Leo Klok feierten ersten Mini-Sieg © Foto: ADAC

Mini: Leo Klok entscheidet dramatisches Finale für sich

Maddox Mason (Lanari Racing Team) bestimmte zunächst die Mini-Klasse. Der Südafrikaner fuhr im Zeittraining auf die Pole-Position, gewann den ersten Heat und setzte sich auch im Super Heat durch. Den zweiten Vorlauf entschied der Meisterschaftsführende Albert Poulsen (Poulsen Motorsport) für sich.

Auch das Finale begann nach Maß für Mason. Er gewann den Start und führte das Feld vor Leo Klok (CRG Holland) und Cees Muijs (CS Competition) an. Schon früh entwickelte sich ein enger Kampf an der Spitze. Klok hing direkt im Windschatten des Führenden, während sich dahinter Muijs an das Spitzenduo heranarbeiteten. In der zweiten Rennhälfte schloss der Niederländer endgültig auf und das Trio ging eng zusammen in die letzten Runden.

Zwei Umläufe vor Schluss setzte Klok zum entscheidenden Angriff an und übernahm die Führung. Dahinter wurde es noch einmal turbulent. In der letzten Runde kam es im Kampf um die Podestplätze zu einer Kollision, von der auch Mason betroffen war. Klok blieb davon unbeeindruckt und fuhr als Sieger ins Ziel. Entsprechend groß war der Jubel bei der Siegerehrung: „Ich freue mich sehr, gewonnen zu haben. Das ganze Wochenende waren wir eng zusammen. Im Finale nun ganz oben zu stehen, ist ein großer Erfolg.“ Poulsen profitierte von den Verschiebungen und wurde Zweiter vor Mikas Toro Lundsholm (AF Competition). Muijs und Bastian Kleiner (Ebert Motorsport) komplettierten die Top-Fünf. Mason wurde am Ende nur auf Rang 15 gewertet.

Poulsen bleibt trotz des verpassten Sieges Tabellenführer. Klok verbesserte sich mit seinem Erfolg auf Rang zwei und liegt nun 38 Punkte zurück. Auch Toro Lundsholm hält sich als Dritter mitten im Titelkampf.

Meisterschaftsstand Klasse Mini nach 4 von 5 Läufen

1. Albert Poulsen (343 Punkte) 2. Leo Klok (305 Punkte) 3. Mikas Toro Lundsholm (292 Punkte) 4. Maddox Mason (222 Punkte) 5. Lion Osaj (198 Punkte)

OK-N Junioren boten spannende Rennen © Foto: ADAC

OK-N Junior: Henri Möhring macht vier Siege in Folge perfekt

In der OK-N Junior blieb Henri Möhring (Dörr Motorsport) das Maß der Dinge. Der Förderpilot aus der ADAC Stiftung Sport setzte bereits im Qualifying die Bestzeit. Carlos Nees (Nees Racing) gewann den ersten Heat, Möhring konterte mit dem Sieg im zweiten Durchgang und führte damit auch nach den Heats. Auf dem Weg ins Finale gab es kurzzeitig eine neue Reihenfolge: Julian Dümmer (Kraft Motorsport) entschied den Super Heat für sich, Möhring behauptete sich trotzdem an der Spitze der Gesamtwertung.

Im Finale verteidigte der Tabellenführer seine Pole-Position und setzte sich leicht vom Feld ab. Dahinter etablierten sich Edin Keserovic (Lanari Racing Team) und Nees als direkte Verfolger. Während Möhring seinen Vorsprung kontrollierte, wurde es hinter ihm im Kampf um Rang zwei noch einmal enger. Nees schloss in den Schlussrunden zu Keserovic auf, fand jedoch keinen Weg vorbei.

Möhring gewann schließlich mit deutlichem Vorsprung und setzte mit der schnellsten Rennrunde zusätzlich ein Ausrufezeichen. Keserovic wurde Zweiter vor Nees, der ebenfalls im Förderkader der ADAC Stiftung Sport ist. Milan Rossi (Lanari Racing Team) und Elliot Spangtoft (AF Competition) folgten auf den weiteren Positionen.

Henri Möhring bleibt bei den OK-N Junior ungeschlagen © Foto: ADAC

„Am Ende sieht es nach einem einfachen Wochenende aus, das war es aber keineswegs. Die Rennen waren sehr intensiv und teilweise auch eng. Der Super Heat war das Highlight, obwohl ich nicht gewonnen habe. Wir hatten super enge Fights, das hat schon viel Spaß gemacht. In Wackersdorf heißt es nun nochmal eine saubere Leistung abzuliefern, um den Titel zu gewinnen“, fasste Möhring zusammen, der mit seinem Erfolg seine Führung in der Gesamtwertung weiter ausbaute. Vor dem Finale in Wackersdorf beträgt sein Vorsprung auf Rossi 95 Punkte. Nees rückte auf Rang drei der Meisterschaft vor.

Meisterschaftsstand Klasse OK-N Junior nach 4 von 5 Läufen

1. Henri Möhring (397 Punkte) 2. Milan Rossi (302 Punkte) 3. Carlos Nees (249 Punkte) 4. Edin Keserovic (202 Punkte) 5. Mattao Mason (201 Punkte)

Volle Ränge und bestes Wetter in Kerpen © Foto: ADAC

OK-N: Jakub Kamenik festigt die Tabellenführung

Eine kleine Überraschung gab es im Zeittraining der OK-N: Lenn Abbas (Nees Racing) setzte mit der Pole-Position den ersten Akzent. In den Heats gingen die Siege dann an Jakub Kamenik (Lanari Racing Team) und Ben Goetz (Ebert Motorsport). Goetz übernahm nach den Vorläufen die Führung und gewann am Sonntag auch den Super Heat. Damit startete er vor Abbas und Kamenik in das Finale.

Der Start brachte jedoch direkt eine neue Reihenfolge. Kamenik erwischte den besten Auftakt und übernahm die Führung. Constantin Papst (TB Racing Team) folgte auf Rang zwei, während Goetz nach einem schwierigen Start zunächst etwas zurückfiel. Lias Erbersdobler (Dörr Motorsport) mischte dafür in den Top-Drei mit, musste das Rennen jedoch vorzeitig beenden. Kamenik behauptete sich unterdessen an der Spitze und hatte Papst dicht im Nacken, der musste in der zweiten Rennhälfte aber etwas abreißen lassen. Goetz arbeitete sich währenddessen wieder bis auf Rang drei nach vorne und hatte dort einen sicheren Vorsprung auf seine Verfolger. An der Reihenfolge änderte sich bis ins Ziel nichts mehr. Kamenik siegte vor Papst sowie Goetz und sicherte sich zudem die schnellste Rennrunde. Leonard Frey (Ebert Motorsport) und Semir Velija (Lanari Racing Team) komplettierten die Top-Fünf.

„Die erste Kurve war entscheidend. Ich wusste dort muss ich die Führung holen, das war etwas riskant, hat aber funktioniert. Nun kommt es beim Finale in Wackersdorf darauf an, die letzten fehlenden Punkte auf dem Weg zum Titel zu holen“, fasste der Sieger aus dem Lanari Racing Team sein Finale zusammen. Kamenik reist nun als klarer Tabellenführer zum Saisonfinale. Goetz liegt 77 Punkte zurück, Papst folgt mit weiteren 17 Zählern Abstand auf Platz drei.

Meisterschaftsstand Klasse OK-N nach 4 von 5 Läufen

1. Jakub Kamenik (375 Punkte) 2. Ben Goetz (298 Punkte) 3. Constantin Papst (281 Punkte) 4. Lias Erbersdobler (184 Punkte) 5. Marius Bonconseil (173 Punkte)

KZ2 Cup: Oliver Staedtler liefert das Komplettpaket

Mit 48 Nennungen stellte der KZ2 Cup erneut das größte Feld des Wochenendes. Oliver Staedtler (Formula K SRP Factory Team) setzte bereits im Qualifying die Bestmarke. Die sechs Vorläufe boten anschließend viel Abwechslung: Emanuel Mai (Solgat Motorsport), Staedtler, Marc Gerstenkorn (Mach1 Motorsport) und Manuel Kastl (CS Competition) trugen sich in die Siegerlisten ein. Nach den Heats führte Kastl die Wertung vor Staedtler und Eric Wess (Christian Wess) an.

Am Sonntag rückte Staedtler wieder an die Spitze. Dominik Reuters (C4 Racing) gewann Super Heat A, Staedtler setzte sich im zweiten Durchgang durch und eroberte damit die Pole-Position für das Finale. Der Polesetter gewann auch den Start und setzte sich früh an die Spitze. Wess blieb als Zweiter in Schlagdistanz, während es dahinter eng zuging. Gerstenkorn, der als direkter Meisterschaftsgegner in das Wochenende ging, schied bereits früh nach einer Kollision aus und musste im Titelkampf einen empfindlichen Rückschlag hinnehmen.

An der Spitze ließ Staedtler dagegen nichts anbrennen. Der Formula-K-Pilot vergrößerte seinen Vorsprung über die Distanz und gewann souverän. „Ich bin mit dem Wochenende sehr zufrieden. Jetzt gilt es sich für das Finale vorzubereiten und dort die finale Entscheidung herbeizuführen“, fasste Staedtler zusammen. Hinter ihm war der Rennausgang deutlich knapper: Wess setzte sich im engen Kampf um Platz zwei durch. Lauritz Sachse (MP Kartracing) komplettierte das Podium, Derk van Silfhout und Kastl folgten auf den Plätzen vier und fünf. Mit dem Erfolg verschaffte sich Staedtler vor dem Saisonfinale ein deutliches Polster in der Gesamtwertung. Gerstenkorn bleibt Zweiter, während Kastl auf Rang drei nur noch theoretische Chancen auf den Titelgewinn hat.

Meisterschaftsstand Klasse KZ2 Cup nach 4 von 5 Läufen

1. Oliver Staedtler (342 Punkte) 2. Marc Gerstenkorn (262 Punkte) 3. Manuel Kastl (254 Punkte) 4. Eric Wess (164 Punkte) 5. Emanuel Mai (159 Punkte)

Nach vier abwechslungsreichen Rennwochenenden steht der Deutschen Kart-Meisterschaft nun nur noch ein Event bevor. Vom 25. bis 27. September fallen im ProKart Raceland Wackersdorf die letzten Entscheidungen der Saison 2026. In allen fünf Klassen sind die Titelkämpfe noch offen, entsprechend hoch ist die Spannung vor dem großen Finale in der Oberpfalz.