ADAC Supermoto·26.10.2016

SuperMoto of Nations: Deutschland holt Platz drei: Sieg für Frankreich vor Tschechien

Bei der am Wochenende im spanischen Alcarras ausgetragenen Mannschafts-Weltmeisterschaft im SuperMoto gelang dem deutschen Team der Sprung auf das Podium. Jan Deitenbach (Suzuki), Michael Kartenberg (KTM) und Marc-Reiner Schmidt TM sicherten sich nach einem spannenden Tag Bronze. Der Sieg ging erneut an Frankreich vor Tschechien.

Eine faszinierende Strecke sorgte bei den Piloten der 16 Nationalmannschaften für Begeisterung. Neben einem schnellen Asphaltteil war der Geländeabschnitt an einem steilen Hang besonders spektakulär. Zahlreiche Zuschauer sorgten gerade hier für eine tolle Atmosphäre.

Bei noch wechselhaftem, aber trockenem Wetter ging es in den Trainingstag. Jan Deitenbach und Michael Kartenberg kämpften noch mit den Folgen ihrer gerade überstandenen Erkältung, waren aber zügig unterwegs. So sicherte sich Deitenbach Platz fünf in der Qualifikation seiner Gruppe, Vizeweltmeister Marc-Reiner Schmidt gewann souverän sein Rennen. Kartenberg wurde schon in der ersten Runde von einem der etwas übermotivierten Spaniern abgeräumt, sichert sich aber ebenfalls Rang fünf. So stand das Team Germany insgesamt auf Platz drei.

Der Renntag begann bei optimalem Wetter für die deutsche Mannschaft gleich mit einem Schock. Deitenbach, der von der 19. Position ins Rennen gegangen war, wurde in der ersten Kurve unverschuldet gleich in einen heftigen Sturz verwickelt. Erst als 30. mit gehörigem Abstand konnte er wieder ins Rennen gehen. Mit gewaltigem Einsatz kämpfte sich der Suzuki-Pilot nach vorne und erreichte im Ziel immerhin noch Rang 15. Michael Kartenberg machte in der Spitzengruppe einen tollen Job. Von Startplatz drei verlor er nur eine Position und wurde starker Vierter.

Im zweiten Rennen zog Vizeweltmeister Marc-Reiner Schmidt zügig von Startplatz drei an die Spitze. Souverän brachte er den Laufsieg für Deutschland ins Ziel. Michael Kartenberg zeigte von Startplatz 19 eine starke Startrunde und schob sich gleich auf Platz sechs vor. Doch bereits in Runde drei ließ nach einer Berührung mit einem Spanier die Stabilität seines Hinterrades nach. So fiel er Platz um Platz zurück, bis er von der Boxencrew aus Sicherheitsgründen in die Box beordert wurde. Dort gab es ein anderes Rad, aber insgesamt war der Zeitverlust zu groß, um noch ein gutes Resultat zu holen. Damit war Deutschland auf Platz sechs der Wertung gerutscht.

Vor dem letzten Rennen wurden die Nerven der Teams dann auf eine harte Probe gestellt. Durch einen Defekt in der Zeitmessung war das Resultat des zweiten Laufes nicht korrekt. Per Hand wurde dann von den Offiziellen und den Teamchefs (!) ein neues Resultat erstellt. Mit über einer Stunde Verspätung startete dann das letzte Rennen. Jan Deitenbach startet diesmal von Position drei und brachte die auch souverän durch die ersten Runden. Marc-Reiner Schmidt tankte sich von Platz 19 mit seiner ganzen WM-Routine blitzschnell durchs Feld und konnte schon bald Platz drei übernehmen. Deitenbach fightete dahinter rundenlang mit den Spaniern und zeigte wenig Respekt. Am Ende wurde er starker siebter, während Schmidt sogar noch Platz zwei eroberte! Da war der Jubel bei Deutschland unüberhörbar - mit Platz drei war trotz des anfänglichen Pechs das Podium erreicht.

Das deutsche Junioren-Team mit Max und Peter Banholzer (Yamaha) und Peter Mayerbüchler TM zeigte ebenfalls eine starke Leistung, war jedoch noch mehr vom Pech verfolgt. Mayerbüchler stürzte im Zeittraining nach einem Motordefekt sehr heftig. Zwar organisierte seine Team blitzschnell die nötigen Ersatzteile, doch bis zum Qualifikationsrennen war das Bike nicht 100% fertig, so dass Peter nicht starten konnte. Am Sonntag war dann nach einem langen Abend alles startbereit, aber die fehlende Praxis machte sich natürlich erst einmal bemerkbar. Im zweiten Rennen gab es dann einen starken Auftritt. Die Banholzer-Brüder waren in ihren Rennen auf Top-Ten Niveau unterwegs, wurden aber einige Male Opfer der harten Angriffe der spanischen Junioren. Die genossen auf der Piste einen deutlich bemerkbaren Heimvorteil. Unter diesen Umständen war Platz zwei der deutschen Nachwuchsmannschaft in der Junior-Wertung hinter den Lokalmatadoren absolut topp.

TEAMS TOP TEN:

1. Frankreich 10 Punkte

2. Tschechien 24

3. Deutschland 29

4. Schweiz 43

5. Spanien Junior 52

6. Belgien 55

7. Spanien 59

8. Deutschland Junior 64

9. Estland 77

10. Österreich Junior 79