ADAC Supermoto·3.6.2013

Supermoto in Erfurt / Alkersleben: Matsch und Spannung in Alkersleben

Erstmals in der 20 Jahre jungen Geschichte der deutschen Supermoto Meisterschaft gastierte man in Thüringen. Der Verkehrsflugplatz Alkersleben hielt nach tagelangem Regen dem Ansturm der Massen nicht stand. Das Fahrerlager war trockenen Fußes nicht zu durchqueren, wobei Wasser weniger Probleme bereitet hätte als der vorherrschende Matsch. Dennoch wurde der Rennplan eingehalten und die trotzenden Zuschauer wurden mit spannenden Rennen fürstlich belohnt.

S1 - Hiemer gut, Höllbacher besser

Bernd Hiemer schaffte es am Samstag, die Pole Position einzufahren, gefolgt von seinem Teamkollegen Manuel Hagleitner, dann folgten die Tabellenführer Lukas Höllbacher und Markus Volz.

Volz legte beim Start ins erste Rennen einen grandiosen Start hin und führte das Feld durch die ersten Kurven. Doch Lukas Höllbacher und Bernd Hiemer schlugen zum Ende der ersten Runde zu, um ihren Kampf um die Spitze aufzunehmen. Bereits in der dritten Runde ging Hiemer im Offroad an Höllbacher vorbei und schnappte sich die Führung. Doch der Österreicher gab nicht auf, blieb dicht an Hiemer dran und verschaffte sich mit einem beherzten Bremsmanöver wieder die Führung. Höllbacher hielt Hiemer ab da zwar hinter sich, musste aber mehrfach abwehren, um seinen Sieg zu verteidigen. Auf Rang drei kam Markus Volz durchs Ziel, dicht gefolgt von Rudi Bauer. Die beiden hielte während der gesamten Renndistanz einen konstanten Abstand von 1,5 Sekunden zueinander. Andre Plogmann wurde Fünfter.

Das zweite Rennen konnte Lukas Höllbacher ab der ersten Kurve anführen. Bernd Hiemer und Markus Volz blieben zwar dicht dran, doch Höllbacher hielt die Position. Während Volz in dem Trupp so mitfuhr, machte Hiemer immer wieder Ansätze, den Tabellenführer zu attackieren, weswegen die beiden das Rennen auf der letzten Rille ausfochten. Im Kampf um Platz vier hatte mit Manuel Hagleitner ein weiter Österreicher das Zepter in der Hand. Ursprünglich balgten sich vier um diesen Platz, doch Nico Joannidis und Kevin Würterle verabschiedeten sich mit Stürzen aus ihrer guten Ausgangsposition. Andre Plogmann setzte in den letzten Runden viel, um an Hagleitner vorbei zu kommen, doch das wurde ihm auch fast zum Verhängnis. Eine Runde vor Schluss bremste er sich neben Hagleitner, aber der Winkel zur Kurve war zu spitz für Plogmann. Er fing sein Motorrad gerade noch ab, um Hagleitner nicht zu touchieren und ging dann zu Boden. Den fünften Platz sicherte er sich schließlich hauchdünn vor Michi Herrmann.

S2 – Unentschieden

Das Zeittraining der S2 entschied Pavel Kejmar deutlich für sich. Mit einer halben Sekunde Vorsprung auf Jan Deitenbach sicherte er sich die Pole. Tabellenführer Makus Class hatte ganze 1,4 Sekunden Rückstand und startete von Platz drei in die Rennen. Der Belgier Ashley Barber schloss die erste Startreihe ab.

Beim Start ins erste Rennen sorgten Danni Fuhrbach und Dirk Spaniol mit einem sehr zeitigen Frühstart für Verwirrung, wurden später aber mit Stop-and-Go Strafen belegt. Unterm Strich hatte Pavel Kejmar daraus den größten Vorteil gezogen. Er setzte sich umgehend gegen die Frühstarter durch, während Markus Class und Jan Deitenbach sich von ihnen aufhalten ließen. Kejmar brachte schnell einen großen Abstand zum nun Zweitplatzierten Markus Class, der als einziger auf einen vorderen Regenreifen verzichtet hatte und auf kompletter Slickbereifung ins Rennen ging. Class fuhr dann im Verlauf des Rennens beste Rundenzeiten, konnte auf Kejmar aufschließen, aber seine Verfolger dennoch nicht abschütteln. Jan Deitenbach arbeitete sich immer wieder dicht an den Tabellenführer ran und legte in der letzten Runde sogar die schnellste Zeit auf die nach wie vor schmierige Bahn. Das Duo beendete das Rennen nahezu im Fotofinish und Deitenbach wurde Dritter. Weit dahinter kamen Dirk Spaniol und Ashley Barber auf den Plätzen vier und fünf durchs Ziel.

Kejmar lieferte einen perfekten Start ab und bog sicher vor Class, Deitenbach, Jens Wiedemann und Spaniol in die erste Kurve. Genau wie im ersten Rennen distanzierten sich die ersten drei schnell vom Rest. Deitenbach konnte im ersten Drittel des Rennens gut mithalten, ließ danach aber abreißen. Für ihn bestand allerdings keine Gefahr von hinten. Wiedemann und Spaniol hatten im Kampf um den vierten Platz mit sich zu tun, wobei Spaniol offensichtlich schneller konnte. Gegen Ende des Rennens ging der Saarländer am Pfälzer vorbei und wurde Vierter. Vier Runden vor Schluss hatte Kejmar einen üblen Rutscher, den er aber abfangen konnte, ohne zu stürzen. Doch dieser Moment reichte Class, um die Führung zu übernehmen und das Rennen zu gewinnen.