Jan Antoszewski Meister der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3. STT mit ehemaligem Formel-1-Piloten und LMP3-Fahrzeug im Feld. Kris Nissen und Sebastian Asch ganz vorne bei den Tourenwagen Golden Ära.
Bei typisch wechselhaftem Wetter fand am vergangenen Wochenende auf dem Circuit de Spa-Francorchamps das fünfte ADAC Racing Weekend des Jahres 2026 statt. In der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3 gewann Jan Antoszewski (Porsche 911 GT3 Cup (992)) beide Rennen und vorzeitig den Meistertitel, in der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT4 siegte Rasmus Vendelbo (Porsche Cayman GT4 RS Clubsport (982)) zweimal. Die Spezial Tourenwagen Trophy (STT) wurde zweimal zur Beute von Nikita Mazepin (Mercedes-AMG GT3), während die Gewinner in der GT Summer Series Antoine Berberich Martini (Ford Mustang GT3), Mateusz Lisowski (Mercedes-AMG GT3 Evo) und Przemyslaw Bienkowski / Lisowski (beide Mercedes-AMG GT3 Evo) hießen. In der Youngtimer Trophy konnten Adrian Remmele (Opel Kadett C Coupe GT/E) und Robin Chrzanowski (Porsche 911 RSR) je einen Triumph genießen, in der Cup & Tourenwagen Trophy (CTT) waren Elias Funke (Opel Astra TCR) und Christian Schulze (BMW M3 GTR E46) nicht zu schlagen. Kris Nissen (BMW E30 M3 DTM) und Sebastian Asch (Ford Sierra RS500 Cosworth) jubelten bei den Tourenwagen Golden Ära und Kabir Bonavetti (Alfa Romeo 75 Turbo Evoluzione) bekam in der Alfa Romeo Challenge zweimal den größten Pokal.
Doppelsieg und Meisterschaft für Antoszewski
Im ersten Heat der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3 war Antoszewski einmal mehr nicht zu bezwingen. Der Pole setzte sich zu Beginn an die Spitze und baute seinen Vorsprung immer weiter aus. Sein Sieg war ungefährdet. Hinter ihm stritten sich Joel Hohmann, Levin Gelf und Mads K. Ljungberg (alle Porsche 911 GT3 Cup (992)) um die zweite Position mit leichten Vorteilen für Hohmann. Ljungberg machte in der Schlussphase noch einmal ordentlich Druck auf Gelf und zog sogar vorbei, doch eine 15-Sekunden-Zeitstrafe wegen Missachtung der Streckenbegrenzung warf ihn wieder hinter seinen Rivalen zurück. Im zweiten Durchgang gewann Antoszewsk erneut und machte damit den Meistertitel in der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT3 klar. Hohmann sah die Zielflagge als Zweiter vor Ljungberg.
Vendelbo gewinnt weiter
Vendelbo vergrößerte seine Siegesserie in der Porsche Sprint Challenge Deutschland GT4 in Spa-Francorchamps um zwei weitere Erfolge; er hat nun neun Triumphe in Folge errungen. Im ersten Lauf hielt er seinen stärksten Widersacher Nikodem Sobczyk (Porsche Cayman GT4 RS Clubsport (982)) auf Distanz, auch wenn diese am Ende nicht einmal eineinhalb Sekunden betrug. Bruno Görtz (Porsche Cayman GT4 RS Clubsport (982)) rettet seinen dritten Platz trotz Zeitstrafe ins Ziel. Im zweiten Heat jubelte Vendelbo abermals vor Sobczyk, der die erste Stelle bis in Runde drei in seinen Händen hielt. Görtz wiederholte seinen dritten Rang.
Doppelsieg bei STT-Premiere
Der ehemalige Formel-1-Pilot Mazepin gab sein Debüt in der STT und machte von Beginn an eine gute Figur. Im ersten Lauf konnte er sich vom Start weg vom Feld absetzen und fuhr einem ungefährdeten Sieg entgegen. Thomas Ambiel (Duqueine D08), der wie Mazepin erstmals in der STT unterwegs war und einen LMP3-Boliden an den Start brachte, sicherte sich den zweiten Platz vor Rolf Ludwig Becker / Klaus Niesen (beide Mercedes-AMG GT3). Auch im zweiten Rennen fuhr Mazepin vorneweg, doch dieses Mal konnte Ambiel dem Russen länger folgen. Nach einigen Umläufen machte Mazepin sich dann doch auf die Flucht nach vorne. Nach dem Pflichtboxenhalt wurde Mazepin mit einem Vorsprung von gut sieben Sekunden auf Ambiel notiert, Becker / Niesen fanden sich auf Position drei wieder. In dieser Reihung erreichten sie auch die Ziellinie.
Lisowski mit zwei Triumphen in der GT Summer Series
In der GT Summer Series feierte Berberich Martini im ersten Lauf einen klaren Sieg. Der Mustang-Pilot setzte sich vom Start weg in Führung und baute sich im Laufe der 30 Rennminuten einen Vorsprung von fast einer Minute auf. Hermann Speck (Porsche 911 GT3 R Evo) eroberte Rang zwei vor Bienkowski. Im zweiten Durchgang, wie Heat eins ein 30-Minuten-Rennen, war Lisowski nicht zu stoppen. Der Pole reihte sich schon am Start ganz vorne ein, gefolgt von Alfred Renauer (Porsche 911 GT3 R Evo) und Berberich Martini. In dieser Reihenfolge sah das Trio auch die Zielflagge.
Im dritten Lauf, der sich über 50 Minuten erstreckt und einen Fahrerwechsel erlaubt, übergab Renauer seinen Porsche in Führung liegend an seinen Partner Speck, während David Schumacher (Ford Mustang GT3) und Berberich Martini als Zweite zum Fahrerwechsel kamen. Nach Ende aller Boxenstopps hatte Berberich Martini sich Platz eins vor Speck und Lisowski geholt, doch dann folgte eine Safety-Car-Phase, die das Feld wieder zusammenschob. Nach dem Restart nutzte Lisowski seine Chance und kletterte bis an die Spitze, während Berberich Martini Position drei vor Speck sicherte.
Spannung bis zum Schluss in der Youngtimer Trophy
Die Youngtimer Trophy wurde aufgrund der Vielzahl der Teilnehmer auf zwei Rennen aufgeteilt. Im ersten Heat führte Michael Nolte (Opel GT MN) zunächst, war anfangs im Zweikampf mit Remmele aber durchaus gefordert. Nach dem obligatorischen Boxenstopp hatte Nolte dann Probleme mit seinem Opel GT und fiel weit zurück. Remmele hingegen konnte die Spitzenposition mit Abstand zu seinen ersten Verfolgern Wilhelm Vinke (Opel Kadett B 1900) und Edy Kamm (Volkswagen Golf II GTI 16V) festigen, bis Vinke ausrollte. Aber auch Kamm konnte Platz zwei nicht halten, er musste sich in den Schlussminuten den Duos Martin Jargon / Andre Borkowsky (beide Opel Kadett E GSI 16V) sowie Andreas Wagner / Leon Schneider (beide BMW E30) geschlagen geben und wurde letztendlich als Achter gewertet.
Im zweiten Lauf hatten sich Edgar Salewsky / Nick Salewsky (beide Porsche 911 RSR) die Führung vor Chranowski geangelt, bevor die Boxenstopps begannen. Chranowski stoppte als erster der vorderen Fahrer, blieb nach allen Stopps aber Zweiter. Vorne konnten Salewsky / Salewsky Rang eins behalten, Marcus Menden (Porsche 911 RSR) fand sich als Dritter vor André Kunkel / Ingo Pütz (beide Porsche 911 RSR) wieder. Doch für Chrzanowski sollte das noch nicht alles sein; er arbeitete sich noch an die Spitze und gewann vor Salewsky / Salewsky. Position drei ging an das Duo Kunkel / Pütz.
Opel und BMW in der CTT ganz vorne
Die Cup & Tourenwagen Trophy sah im ersten Durchgang Funke ganz vorne. Als Zweiter wurde Mario Fuchs (Mitsubishi Lancer Evo 9) abgewinkt, Maurice Thormählen (BMW E46 M3 GTR) belegte Rang drei. Im zweiten Lauf wollte Funke seinen Triumph wiederholen und hatte mit der Pole Position auch beste Voraussetzungen. Am Start nutzte er seinen Vorteil und schob sich vor Fuchs an die Spitze, bevor ein Unfall von Luis Wosnitza (Porsche 996 GT3 Cup) eine Safety-Car-Phase auslöste. Beim Restart änderte sich an der Reihenfolge zunächst nichts, bis Fuchs Funke angriff, sich dabei drehte und Funke ins Aus riss. Fuchs konnte weiterfahren, fiel aber zurück. Damit war Lukas Zinnäcker (Opel Astra TCR) neuer Leader vor Schulze, der fortan mächtig Druck auf den Astra-Piloten machte und in Runde sieben vorbeizog. Auch Robert Wehlandt (Mini R56 Challenge JCW) überholte Zinnäcker noch, der schlussendlich Dritter wurde.
Mario Fuchs: Mut zum nicht Alltäglichen
Auch wenn Mario Fuchs‘ Chancen auf den Sieg im Heat eins durch die Kollision schwanden, er konnte mit seinem Podestplatz aus Lauf eins durchaus zufrieden sein. Sein Mitsubishi Lancer Evo 9 in der Kombi-Version und in pinker Farbe ist zudem das auffälligste Auto im Feld. „Ich bin Mitsubishi-Händler und hatte das Fahrzeug als Straßenauto. Während Corona hatte ich dann entschieden, mir so ein Modell auch als Rennwagen aufzubauen, denn der Kombi war deutlich kostengünstiger als die Limousine. Ich habe also einen gebrauchten Lancer-Kombi mit 200.000 Kilometern gekauft und alle nötigen Umbauten durchgeführt. Für einige Bauteile waren für den Kombi sogar Prototypen nötig, beispielsweise für die hinteren Türen.“ Als Lohn für seine Mühen ist der rund 400 PS starke Japaner und einzige Allradler im CTT-Feld bei den Fans ein beliebtes Auto. „Ich merke das immer wieder bei den Zuschauern im Fahrerlager oder auf Social Media“, erklärte Fuchs, der schon seit über 30 Jahren Motorsport betreibt, aber 2026 erstmals in der CTT am Start ist. „Mein Sohn Lenny ist Teil eines Junior-Projektes in der CTT und da ich ihn sowieso begleitet hätte, kann ich gleich selbst fahren.“
Tourenwagen Golden Ära sieht Nissen und Asch an der Spitze
Nissen startete zwar von der Pole Position ins erste Rennen der Tourenwagen Golden Ära, doch Sebastian Asch übernahm schon in der ersten Runde die Führung und baute sie stetig aus. Der Sieg von Asch war nie in Gefahr. Tor Magne Tjemsland (BMW E30 M3) wurde als Zweiter gewertet, weil Nissen wegen eines Frühstarts eine Fünf-Sekunden-Strafe erhielt und auf P3 zurückfiel. Lauf zwei sah Roland Asch (Ford Sierra RS500 Cosworth) zunächst ganz vorne, gefolgt von Ralf Schrage (Ford Sierra Cosworth RS500), Nissen und Michael Sadurski (Opel Ascona). Doch lange konnte er die Spitze nicht halten, dann zogen zunächst Schrage, Nissen und Tjemsland vorbei. Nissen schnappte sich auch Schrage und war neuer Erster. Der Ford-Pilot musste sich fortan mit Tjemsland auseinandersetzen, behielt aber die Oberhand. Letztendich siegte Nissen vor Schrage und Sadurski.
Bonavetti bester Alfa-Romeo-Fahrer
In der Anfangsphase der Alfa Romeo Challenge eroberte Bonavetti die Führung, konnte Mike van den Berg (Alfa Romeo 147 GTA Cup) und Roy van Exter (Alfa Romeo 156 WTCC V6) aber nicht abschütteln. Gegen Ende entwickelte sich ein Duell zwischen van Exter und van den Berg um den zweiten Platz mit dem besseren Ende für van den Berg, während Bonavetti seinen ersten Rang sicher ins Ziel brachte. In Lauf zwei musste van den Berg schon nach der ersten Kurve aufgeben, während Bonavetti sich die Spitze angelte. Schon früh kristallisierte sich mit Bonavetti und seinem ersten Verfolger van Exter ein Zweikampf um den Sieg heraus, in dem es einige Positionswechsel gab. Ab Umlauf fünf konnte Bonavetti sich dann einen leichten Vorsprung aufbauen. Knapp fünf Minuten vor Ende wurde das Rennen nach einem Unfall mit der roten Flagge abgebrochen; Bonavetti gewann vor van Exter und Angelo Scalia (Alfa Romeo 75 3000 V6).



