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ADAC Opel GSE Rally Cup·18.7.2026

Der Opel Mokka GSE Rally mischt die Allrad-Konkurrenz auf!

Timo Schulz gewinnt den dritten Lauf zum ADAC Opel GSE Rally Cup 2026 in Weiz. Mit Rang zwei knöpft der Franzose Tom Dufour dem Waliser Ioan Lloyd die Tabellenspitze ab. Erstmals bestreiten die Elektro-Renner die komplette Rallye-Distanz und fahren in der Gesamtwertung in die Top-15.

Timo Schulz: Mit der Bestzeit in WP4 sorgte der spätere Sieger für klare Verhältnisse und landete im Gesamtfeld auf Platz 13 © Foto: ADAC

Der ADAC Opel GSE Rally Cup hat bei der Rallye Weiz 2026 einen neuen Meilenstein im elektrischen Rallyesport gesetzt. Dank der neuen, innovativen „Remote Charging-Infrastruktur", die Laden zwischen den Prüfungen und außerhalb des Serviceparks ermöglicht, nahmen die elektrischen Markenpokal-Renner erstmals alle WP-Kilometer unter die Räder. Und was Experten vermutet hatten, trat ein: Die jungen Cup-Talente mischten in ihren bis zu 207 kW (281 PS) starken Opel Mokka GSE Rally munter im Vorderfeld des Gesamtklassements mit. Am Ende war es Timo Schulz, der seinen Stromer inmitten der allradgetriebenen Konkurrenz auf Gesamtrang 13 ins Ziel brachte.

„Wir haben uns besonders auf die Rallye Weiz gefreut“, betonte Opel-Motorsportchef Jörg Schrott. „Erstmals konnten wir alle WP-Kilometer einer Rallye bestreiten und dabei die tolle Performance unseres Mokka GSE Rallye im Gesamtklassement einer Rallye darstellen. Damit haben wir im elektrischen Rallyesport einen weiteren wichtigen Schritt gemacht.“

Tom Dufour: Mit seinem dritten zweiten Rang in Folge übernahm der junge Franzose die Tabellenführung © Foto: ADAC

Mit seinem zweiten Saisonsieg verkürzte Schulz, wie immer angeleitet von Beifahrerin Maresa Lade, seinen Rückstand in der Tabelle des ADAC Opel GSE Rally Cup auf den neuen Leader Tom Dufour auf 19 Punkte. Nachdem er die erste Etappe am Freitagabend nur 0,5 Sekunden vor Dufour abgeschlossen hatte, sorgte der Saarländer am anderen Morgen in WP4 dank einer cleveren Reifenwahl mit einer überragenden Bestzeit für klare Verhältnisse. In der Folge verwaltete Schulz die rund 30 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen souverän, wobei er in fünf der insgesamt elf Wertungsprüfungen der Schnellste war. „Uns im Gesamtfeld der Rallye mit der Konkurrenz messen zu können, war richtig cool“, strahlte der Sieger. „Wir haben gezeigt, was im Mokka GSE Rally steckt, und das werden wir in Zukunft noch öfter zeigen können. Unsere Rallye verlief nahezu perfekt. Mit der Bestzeit in WP4 haben wir uns etwas Ruhe verschafft und konnten den restlichen Tag etwas entspannter angehen. Wir haben aber nicht lockergelassen und konnten den Vorsprung so halten. Besser hätte es kaum laufen können.“

Sein dritter zweiter Rang in Folge brachte Dufour die Führung im ADAC Opel GSE Rally Cup 2026 ein. Entsprechend zufrieden war der junge Franzoser: „Wir sind happy mit unserer Performance übers gesamte Wochenende – mit Ausnahme der falschen Reifenwahl heute Morgen, durch die wir uns einen großen Rückstand auf Timo eingehandelt haben", so der Franzose, der an der Seite seines Copiloten Alex Dubois in vier Wertungsprüfungen Bestzeit fuhr. „Die Rallye war extrem schwierig, mit stark wechselnden Gripverhältnissen. Von daher sind wir happy mit unserem Ergebnis, und natürlich nehmen wir auch die Tabellenführung gerne mit.“

Ioan Lloyd: Der Waliser verlor zwar die Tabellenführung, freute sich aber über die Punkte für Rang drei © Foto: ADAC

Der Kampf um den letzten Podestplatz entschied sich erst in der abschließenden „Power Stage“. Mit einem Rückstand von 5,7 Sekunden in die letzten 12,8 Kilometer der Rallye gestartet, fing Luca Pröglhöf den als Tabellenführer nach Weiz gereisten Ioan Lloyd sprichwörtlich kurz vor dem Ziel noch um die Winzigkeit von acht Zehntelsekunden ab. Obwohl er als Gastfahrer weder Punkte noch Preisgeld erhielt, war der Champion des ADAC Opel Electric Rally Cup 2024 mit seiner Vorstellung zufrieden: „Uns war klar, dass die anderen zwei Rallyes mehr Erfahrung haben und ich etwas Zeit brauchen würde, um mich ans Auto zu gewöhnen", so der Österreicher, der bei seinem einmaligen Cup-Comeback von Christina Ettel auf dem „heißen Sitz" des Mokka GSE Rally unterstützt wurde. „Wir haben uns eigentlich während der gesamten Rallye mit den Reifen vergriffen. Heute Nachmittag waren wir dann gleich bereift und haben gesehen, dass wir ganz vorne mitmischen können. Vor der letzten Schleife haben uns noch 15 Sekunden auf Ioan gefehlt, und da dachte ich mir: Das könnte sich noch ausgehen. Ich bin super happy, hier in Österreich auf dem Podest zu stehen. Es hat riesig Spaß gemacht, mal wieder hier im Cup zu starten.“

Lloyd, wie immer mit Sion Williams an seiner Seite, haderte nur ein wenig über die verlorene Spitze in der Gesamtwertung: „Ich denke, es war für uns alle eine schwierige Rallye“, erklärte der Gewinner der Rallye Vosges Grand-Est in Frankreich, der in der Tabelle nun drei Punkte hinter Dufour liegt. „Die Gripverhältnisse hier in Österreich sind sehr speziell. Wir haben enorm viel gelernt. Im Großen und Ganzen sind wir happy mit unserem Speed, auch wenn wir am Samstagnachmittag noch ein kleines technisches Problem hatten. Das hat uns vielleicht den einen oder anderen Zusatzpunkt in der Power Stage gekostet. Aber dennoch sind wir mit den Punkten für Rang drei nicht unzufrieden.“

Dante Johansson: Der junge Schwede ließ sich durch den kurzfristigen Beifahrer-Wechsel nicht aus dem Konzept bringen © Foto: ADAC

Als Fünfter lieferte auch Dante Johansson in Österreich eine starke Vorstellung ab – und dies, obwohl der Schwede kurz vor dem Start seinen gesundheitlich angeschlagenen Copiloten Theo Bergsten durch den in aller Eile engagierten Tom Törngren ersetzen musste: „Obwohl wir uns vorher nicht kannten, hat die Zusammenarbeit im Cockpit super funktioniert", lobte Johansson. „Die Rallye war klasse, mit tollen Pisten, auf denen wir uns stetig gesteigert haben. Es hat viel Spaß gemacht.“

Stark unterwegs waren einmal mehr auch die beiden Frauen im hochklassigen Teilnehmerfeld. Nach dem Podestplatz in den Vogesen fuhren Claire Schönborn und ihr Beifahrer Michael Wenzel auch in der Steiermark vorne mit und erreichten das Ziel in Weiz als Sechstplatzierte. Auf Position acht, unmittelbar hinter den Vosges-Pechvögeln Luka Wlömer und Phillip Schmidt, folgte mit Thyrsa Eertmans/Els Ons die einzige reine Damenbesatzung im Feld.

Thyrsa Eertmans: Die Belgierin lieferte eine fehlerfreie Rallye ab und sammelte als Achte viele Punkte © Foto: ADAC

Pech hatten Alex Español und sein Copilot Enrique Velasquez. Der Cup-Vizechampion des vergangenen Jahres war mit der Bestzeit in WP1 optimal in die Rallye gestartet, legte seinen Mokka GSE Rally aber gleich in der ersten Samstags-Prüfung auf die Seite und verbuchte einen Nuller. Bereits zuvor waren die Österreicher Christian Luif mit Copilot Maximilian Kugler (WP3) und Lukas Wilhelm mit Co Paul Gehbauer (Shakedown) nach Unfällen ausgeschieden. Dank des ausgeklügelten Sicherheitskonzepts des Opel Mokka GSE Rally blieben alle sechs unverletzt.

Beim vierten Aufeinandertreffen der Saison messen sich die flotten Stromer erstmals im Rahmen der Deutschen Rallye-Meisterschaft: Am 14./15. August steht die ADAC Saarland-Pfalz Rallye rund um Illingen auf dem Programm.

Stand ADAC Opel GSE Rally Cup (nach 3 von 7 Wertungsläufen) 1. Dufour 88 Punkte. 2. Lloyd 85. 3. Schulz 69. 4. Johansson 48. 5. Schönborn 45. 6. Kamermans 35. 7. Eertmans 32. 8. Español 28. 9. Wlömer 20. 10. Wilhelm 16. 11. Stütz 14. 12. Luif 13. 13. Wittenbeck 12. 14. van Empel 10. 15. Ledda 8.