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ADAC Opel Rally Junior Team·6.9.2026

ADAC Opel Rally Junior Team feiert siebten EM-Titel

Nur ein Opel-Junior kann noch die Junior European Rally Championship 2026 gewinnen. Durch den Sieg bei der Rali Ceredigion in Wales übernimmt Timo Schulz die Tabellenspitze. Ausfall für den bisherigen EM-Leader Tom Heindrichs; Claire Schönborn wird Sechste.

Souveräner Auftritt: Nach dem Ausfall des Teamkollegen brachten Schulz/Lade ihren zweiten Saisonsieg souverän ins Ziel © Foto: ADAC

Das ADAC Opel Rally Junior Team hat vorzeitig den siebten Fahrertitel in der Junior European Rally Championship 2026 unter Dach und Fach gebracht. Nach dem Sieg von Timo Schulz und seiner Beifahrerin Maresa Lade bei der Rali Ceredigion in Wales können nur noch Schulz oder Teamkollege Tom Heindrichs Europameister werden. Mit seinem zweiten Saisonerfolg übernahm Schulz die Führung in der JERC-Zwischenwertung und liegt vor dem Saisonfinale am 23.–25.Oktober in Portugal 14 Punkte vor Heindrichs. Der 22-jährige Belgier und sein Beifahrer Jonas Schmitz lieferten sich bis zur 14. von 16 Wertungsprüfungen einen harten Kampf mit den deutschen Stallgefährten, als sie neben die Piste rutschten und ihren Opel Corsa Rally4 so stark beschädigten, dass eine Weiterfahrt unmöglich war. Dennoch besitzt Heindrichs weiterhin gute Titelchancen, zumal nur fünf der sechs Einzelergebnisse in die Jahresendwertung eingehen. Claire Schönborn und Co Michael Wenzel beendeten die turbulente Rali Ceredigion im dritten Werks-Corsa Rally4 auf dem sechsten Rang.

Bis zum Ausfall der Belgier hatten sich Schulz und Heindrichs auf den schnellen, schmierigen und teils nassen Asphalt-Pisten rund um das walisische Seebad Aberystwyth ein mitreißendes Duell um die Führung geliefert. Nach 12 Wertungsprüfungen und 132 WP-Kilometer trennten die beiden Opel-Junioren am Samstagabend nur acht Zehntelsekunden! Am Ende gewann Schulz mit einem Vorsprung von 13,9 Sekunden auf den letztjährigen Junior-Vizeeuropameister Ioan Lloyd und Beifahrer Sion Williams in einem weiteren von Stohl Racing eingesetzten Corsa Rally4. Es war der vierte Saisonsieg für das ADAC Opel Rally Junior Team im fünften Wettbewerb des Jahres.

Enttäuschung ja, Frustration nein: Trotz des Ausfalls reist Tom Heindrichs mit intakten Titelchancen zum Finale nach Portugal © Foto: ADAC

„Natürlich wäre es schön gewesen, drei Opel-Crews auf dem Podest zu haben. Dennoch freuen wir uns riesig über den siebten Junior-EM-Titel in elf Jahren unserer Teilnahme“, so Opel-Motorsportchef Jörg Schrott. „Mein Lob und Dank gebührt der gesamten Mannschaft. Stohl Racing und Waldherr Motorsport haben unseren Fahrern jeweils perfekt vorbereitete und eingesetzte Autos hingestellt. Der Corsa Rally4 hat seine Wettbewerbsfähigkeit unter allen Bedingungen bewiesen. Und was mich besonders freut: Die gemeinsame Talentförderung von Opel und ADAC hat einmal mehr Früchte getragen. Alle vier hier in Wales gestarteten Opel-Fahrer sind aus dem ADAC Opel Electric Rally Cup hervorgegangen oder starten in dieser Saison im ADAC Opel GSE Rally Cup. Dass sich Opel als einziger Hersteller noch so effektiv für den Nachwuchs einsetzt, macht uns stolz.“

Timo Schulz strahlte nach seinem insgesamt dritten Laufsieg in der Junior-Europameisterschaft übers ganze Gesicht. „Besser hätte es für uns kaum laufen können“, freute sich der 27-Jährige aus dem saarländischen Siersburg, der 2022 den ADAC Opel Electric Rally Cup für sich entschieden hatte. „Am Samstagmorgen habe ich mich richtig krank gefühlt und hatte Probleme mit der Konzentration. Wir hatten einen coolen Kampf gegen Tom. Schade, dass er dann ausgefallen ist. Aber jetzt haben wir uns für Portugal eine gute Ausgangsposition verschafft und freuen uns riesig darauf, mit Tom um den Titel zu fighten. Danke an die gesamte Mannschaft von Opel und Waldherr Motorsport! Auf diesen extrem schwierigen Wertungsprüfungen war ein perfekt funktionierendes und abgestimmtes Auto eminent wichtig – und das hatten wir hier.“

Pech kurz vor dem Ziel: Bis zur 14. Wertungsprüfung fuhren Tom Heindrichs und Jonas Schmitz auf Podestkurs © Foto: ADAC

Enttäuscht, aber gefasst kommentierte der Elektro-Cup-Champion von 2025, Tom Heindrichs, sein Missgeschick in WP14: „Es war nur ein kleiner Fehler, der auf diesen enorm anspruchsvollen Prüfungen schnell passiert ist. Umso größer war die Wirkung. Schade, denn bis dahin lief alles gut, wir haben den Fight mit Timo genossen und waren wieder schnell unterwegs. Das wollen wir mit ins Finale nehmen. Denn im Titelkampf ist noch alles offen, wir freuen uns drauf!“

Trotz einiger haariger Momente: Claire Schönborn und Co Michael Wenzel brachten ihren Corsa Rally4 ohne Kratzer ins Ziel © Foto: ADAC

Die sechstplatzierte Claire Schönborn berichtete im Ziel von „einer der anspruchsvollsten Rallyes, die ich jemals gefahren bin. Schnelle, schmale Pisten, viele Sprünge, es ging rauf und runter – es brauchte viel Vertrauen im Auto und in den Aufschrieb. Mit dem Ergebnis bin ich nicht ganz zufrieden, aber ich habe wieder viel gelernt, vor allem, was das Aufschrieb-System angeht. Ich bin happy, dass wir es trotz einiger haariger Momente ohne Kratzer ins Ziel geschafft haben“. In der Tabelle liegt die 27-Jährige aus Löffelscheid im Hunsrück, die bei der Barum-Rally in Tschechien nicht am Start stand, auf Rang zehn.

Wertvolle Lehrstunde: Im Ziel sprach Claire Schönborn von einer der schwierigsten Rallyes in ihrer Laufbahn © Foto: ADAC

Beim Finale im Oktober auf den anspruchsvollen Schotterpisten rund um Fafe im Norden Portugals kommt es damit zum großen Titel-Showdown zwischen Timo Schulz und Tom Heindrichs. Der Deutsche verbucht bislang den zehnten Platz aus Polen als Streichresultat, müsste sich also sieben Punkte abziehen lassen. Damit reduziert sich sein Vorsprung auf Heindrichs, der einen Nuller streichen kann, rechnerisch auf sieben Zähler. Und das heißt fürs Finale: Taktieren unmöglich, Vollgas ist angesagt!