Für die Saison 2026 sind knapp 350 Bewerbungen auf einen Startplatz im ADAC MX Masters und seinen Nachwuchsklassen eingegangen. Teilnehmer aus über 25 Nationen rücken auf Motorrädern von 13 Herstellern aus, um beim Saisonfinale die vier Champions zu küren. Auf diese Fahrer sollte man ein besonderes Auge werfen.
ADAC MX Masters: Titelverteidigung, Titelrekord oder Titelüberraschung?
Mit 70 für die Saison genannten Fahrern verspricht die Königsklasse packende Duelle und spannende Rennen. Die Top-Ten der Vorsaison treten fast geschlossen in der neuen Saison an. Dazu gesellen sich einige weitere Hochkaliber, die erstmals oder wieder dauerhaft in der Meisterschaft antreten. Der amtierende Champion Roan Van de Moosdijk (NL/KTM Kosak Racing Team), Vizemeister Max Nagl (D/Dörr Motorsport Triumph Racing) sowie der Drittplatzierte Maximilian Spies (D/Becker Racing) setzen weiterhin auf ihre bewährten Teams und Motorräder.
Van de Moosdijk trägt dabei zum ersten Mal in seiner Karriere die Bürde der Titelverteidigung. „Der amtierende Meister zu sein motiviert mich. Ich hatte noch nie die Chance, einen Titel zu verteidigen, da ich nach dem Gewinn der EMX250 aufgestiegen war. Viele sagen, dass es schwieriger ist, einen Titel zu verteidigen als ihn zu gewinnen. Ich bin gespannt und freue mich einfach darauf. Im Moment empfinde ich es nicht als zusätzlichen Druck“, zeigte sich der Niederländer vor der Saison selbstbewusst. Im Kosak Racing Team fühlt er sich bei familiärer Atmosphäre nach wie vor sehr wohl und kann auf die lange Erfahrung des Rennstalls zurückgreifen.
Für den Vizemeister Nagl geht es in das zweite Jahr auf der 450 ccm Triumph, die in der Vorsaison überhaupt erst auf den Markt kam. In der Motorradentwicklung und -Abstimmung ging es im Vorjahr vor allem um die Standfestigkeit. „Für dieses Jahr konnten wir uns im Winter vor allem um eine Performanceverbesserung konzentrieren und haben gute Fortschritte erzielt“, schwärmte der Routinier nach den ersten Vorbereitungsrennen. Sein Alter von 38 Jahren sieht er nicht als Nachteil an: „Ein Vorteil ist natürlich meine Erfahrung. Ich weiß ganz genau, wie ich mich auf die Rennen vorbereiten muss, was ich beim Training zu machen habe, wie das Ganze abläuft. Man ist auch ein bisschen entspannter bei den Rennen und nicht mehr ganz so nervös. Man wird aber auch mehr und mehr wie ein Diesel: umso länger die Renndistanz, desto besser werde ich, aber die Sprintqualitäten lassen einfach nach und das muss ich woanders wieder ausgleichen. Das ist die schwierigste Aufgabe für mich.“ Sollte es 2026 mit einem Titelgewinn klappen, wäre Nagl der mit sechs Meisterschaften im ADAC MX Masters der alleinige Rekordhalter.
Spies hat den Winter genutzt, um vielseitig an den Start zu gehen. Der Drittplatzierte von 2025 trat beim Supercross, Superenduro und auch bei Mountainbike Downhill-Rennen an. „Der Winter war wieder so ein richtiger ‚Spicy-Winter‘ und ich habe auf jeden Fall viel Spaß gehabt. So viele Disziplinen sind schon eine gewisse Ablenkung, allerdings sammle ich dort auch neue Erfahrungen und erlerne neue Fähigkeiten, die ich dann auch beim Motocross wieder einsetzen kann. Zudem steige ich umso motivierter wieder aufs MX-Bike.“ Dass ihm die Ausflüge nicht geschadet habe, bewies Spies bei den Vorsaisonrennen. Er befand sich 2025 bis zum Saisonfinale im Titelkampf und möchte sich dieses Jahr weiter steigern.
Jordi Tixier (F/KMP-Honda-Racing powered by DVAG) und Noah Ludwig (D/KTM Sarholz Racing Team) bleiben ebenfalls im bekannten Umfeld mit erprobtem Material und gehören zu den Sieges- und Meisterschaftskandidaten. Tixier steigerte sich 2025 nach einer schweren Verletzung vor Saisonbeginn im Laufe des Jahres stark und schloss mit dem Sieg beim Saisonfinale ab. Nach einer gesunden Saisonvorbereitung zählt der ehemalige MX2-Weltmeister zu den absoluten Spitzenkandidaten. Ludwig erzielte 2025 in Mölln seinen ersten Gesamtsieg und hat sein Ziel klar im Blick: „Ich möchte am Ende des Jahres auf jeden Fall mit auf dem Meisterschafts-Podium stehen und bei jedem Rennen an der Spitze mitfahren und um Siege kämpfen. Das ist jetzt meine vierte Saison in der großen Klasse und ich bin bereit dafür.“ Um das Ziel zu erreichen, trainiert er inzwischen gemeinsam mit Max Nagl.
Jörgen-Matthias Talviku (EST/SHR Motorsports by Hartje) war eine der größten Überraschungen des Vorjahres. Er fährt nach einem Teamwechsel weiterhin auf einer Yamaha und dürfte damit ein Top-Kandidat bleiben. Insbesondere im Sand war er sehr stark, wodurch ihm der aktuelle Rennkalender entgegenkommen dürfte. Tom Koch (D/KTM Sarholz Racing Team) kehrt nach einem Jahr in der MXGP-Weltmeisterschaft zum ADAC MX Masters und auf eine KTM zurück. „ToKo“ hat in der Weltmeisterschaft wertvolle Erfahrungen und Erkenntnisse gesammelt: „Das größte Learning aus dem vergangenen Jahr ist, dass ich nun weiß, was ich brauche, um mich wohlzufühlen und wie es sich anfühlt, das zu haben. Ich gehe wieder etwas lockerer an manche Sachen heran und lege wesentlich mehr Fokus darauf, Spaß am Motorradfahren zu haben und es einfach zu genießen.
Gespannt sein darf man auf Hakon Fredriksen (NO), dem bei seinem Gastauftritt 2025 in Tensfeld zwei von drei Laufsiege gelangen. Er hat das Potenzial, um in seiner ersten vollen ADAC MX Masters-Saison für weitere Überraschungen zu sorgen. Jere Haavisto (FIN), Jakub Teresak (CZ/Visualz Production) und Nico Koch (D/Becker Racing) sind weitere Top-Ten-Piloten, die wieder antreten. Auch Harri Kullas (EST/Schmicker Silve Racing) dürfte mit seiner großen und weltweiten Erfahrung im Moto- und Supercross für gute Resultate sorgen.
Neben den internationalen Startern möchten auch die deutschsprachige Piloten wie Kevin Brumann (CH/MX-Handel Husqvarna Racing), Mike Gwerder (CH/HTS Racing), Peter König (D/KTM GST Berlin Racing), Paul Haberland (D/MX-Academy Honda Racing by Meuwissen Motorsports), Cato Nickel (D/KMP-Honda-Racing powered by DVAG), Mark Scheu (D/Johannes Bikes Suzuki), Toni Hoffmann (D/BVZ Racing), Max Thunecke (D/Johannes Bikes Suzuki), der Aufsteiger aus dem ADAC MX Youngster Cup Nico Greutmann (CH/MX-Academy Honda Racing by Meuwissen Motorsports) und weitere um Spitzenplatzierungen fahren. Zudem werden Gaststarts von internationalen Topfahrern aus der MXGP-Weltmeisterschaft erwartet.





