Zum Hauptinhalt springen
ADAC MX Masters·18.3.2026

Roan van de Moosdijk vor seiner Mission Titelverteidigung

Zehn Jahre nach Glenn Coldenhoff hat Roan van de Moosdijk die Meisterschaft im ADAC MX Masters zurück in die Niederlande geholt und dafür viele Lorbeeren geerntet. Es war gleichzeitig auch der erste Fahrertitel in der Königsklasse der Serie für das Kosak Racing Team. Weshalb van de Moosdijk weiter auf die Erfolgskombination mit dem Kosak Racing Team setzt, ob er mehr Druck verspürt, hat er im Vorsaison-Interview beantwortet.

Wie läuft die Saisonvorbereitung auf die ADAC MX Masters Saison 2026? Roan van de Moosdijk: „Es läuft alles gut. Es hat sich eigentlich nicht viel verändert und ist weitgehend gleichgeblieben. Nur optisch gibt es ein paar Änderungen, ich trage jetzt ein paar neue Marken wie ONE Industries Bekleidung, Bell Helme und Sidi Stiefel. Ansonsten hatte ich eine gute Vorbereitung. Sie war etwas länger als sonst, weil die Saison dieses Jahr später beginnt als üblich. Aber alles ist nach Plan gelaufen. Ich bin bereits einige Vorbereitungsrennen in den Niederlanden und auch eines in Deutschland gefahren, um in den Rennrhythmus zu kommen.“

Wurde an der Saisonvorbereitung oder am Motorrad etwas geändert für 2026? „Nein, nichts Großes. Ich arbeite weiterhin mit meinem Motocross-Trainer Marc de Reuver zusammen. Beim Fahrwerk bin ich nach wie vor mit WP unterwegs. Die Bikes sind ohnehin ähnlich zum Vorjahr. Ich habe mich auf dem neuen KTM-Modell von Beginn an wohl gefühlt. Wir haben für diese Saison am Motorrad nicht viel verändert, weil es im letzten Jahr gut funktioniert hat. Ich hatte direkt Vertrauen in das Setup, das mir das Team gegeben hat. Es ging vor allem darum, viele Stunden auf dem Bike zu sammeln. Da dieses Jahr viele Sandrennen anstehen, haben wir viel im Sand trainiert.“

Bringt es mehr Druck oder Motivation, der amtierende Champion zu sein? „Ein bisschen von beidem. Es motiviert mich. Ich war erst einmal Champion auf so einem hohen Niveau, als ich die EMX250 gewonnen habe, aber ich hatte noch nie die Chance, einen Titel zu verteidigen. Das wird jetzt das erste Mal sein. Viele sagen, dass es schwieriger ist, einen Titel zu verteidigen als ihn zu gewinnen. Ich bin gespannt. Ich freue mich einfach darauf, wieder um den Titel zu kämpfen. Im Moment empfinde ich es nicht als zusätzlichen Druck.“

Zum ersten Mal in seiner Profikarriere hat van de Moosdijk die Möglichkeit zu einer Titelverteidigung © Foto: ADAC

Marc de Reuver ist sehr erfahren. Hat er schon Tipps gegeben, wie man eine Titelverteidigung angeht? „Ehrlich gesagt noch nicht wirklich. Im Moment konzentrieren wir uns vor allem auf das Fahren und darauf, viele Trainingsstunden zu sammeln. Es geht um kleine Details am Motorrad, aber noch nicht konkret um die Meisterschaft. Sicher werden wir darüber noch sprechen, aber vielleicht ist es auch besser, das Thema nicht zu groß zu machen. Im Moment geht es einfach darum, Runden zu drehen.“

Wird das ADAC MX Masters wieder der Hauptfokus sein oder sind auch Starts bei anderen Meisterschaften geplant? „Das ADAC MX Masters ist auf jeden Fall die Hauptserie, auch weil ich für ein deutsches Team fahre. Darüber hinaus werde ich ein paar MXGP-Rennen bestreiten, allerdings weniger als im letzten Jahr. Außerdem plane ich den Start bei einigen Einzelrennen. Zwei oder drei Läufe der Dutch Masters möchte ich ebenfalls fahren, da ich diese Serie seit zwei oder drei Jahren nicht mehr gefahren bin. Es ist schön, wieder in meiner Heimat, den Niederlanden, zu fahren. Aber der ADAC bleibt das Hauptziel.“

Wurde dein ADAC-Titel in den Niederlanden wahrgenommen und geschätzt? „Ja, auf jeden Fall und auch für mich persönlich hat der Titel einen hohen Stellenwert. Neben der Weltmeisterschaft ist das ADAC MX Masters meiner Meinung nach eine der größten Serien in Europa. Viele niederländische Fahrer sind dort in der Vergangenheit gestartet. Viele Fans aus den Niederlanden verfolgen auch die Livestreams. Die Reaktionen waren sehr positiv. Glenn Coldenhoff war vor zehn Jahren der letzte Niederländer, der den Titel gewonnen hat. Also ja, der Titel hat auch in den Niederlanden eine große Bedeutung und bekommt Aufmerksamkeit.“

Es geht jetzt in das dritte Jahr mit dem Kosak Racing Team. War es nach dem Titelgewinn die logische Entscheidung zu bleiben? „Ich bin Mitte 2024 zum Team gekommen, das war damals während der Saison. Von Anfang an habe ich mich dort sehr wohlgefühlt. Ich kam damals aus einer Verletzung und wurde sehr gut aufgenommen. Das Team hat mir Vertrauen gegeben, und so konnten wir im letzten Jahr einen großen Schritt nach vorne machen und die Saison mit dem Titelgewinn beenden. Deshalb wollte ich nichts verändern. Ich fühle mich dort wie zu Hause. Es gab auch keine konkreten Gründe, woanders hinzugehen.“

Bei den Vorsaison-Rennen präsentierte sich van de Moosdijk gewohnt stark und schnell © Foto: ADAC

Was sind die größten Stärken des Kosak Racing Teams? „Ganz oben steht für mich das familiäre Umfeld. Das Team arbeitet mit viel Herz. Es ist kein riesiges Team, sondern eher eine kleinere Gruppe, aber genau das macht es besonders. Die Zusammenarbeit ist sehr angenehm. Für eine Meisterschaft mit sechs oder sieben Veranstaltungen funktioniert dieses Setup sehr gut. Außerdem gibt mir das Team viel Vertrauen und ist offen für Veränderungen am Motorrad, wenn ich etwas ausprobieren möchte. Das schätze ich sehr.“

Wer werden die stärksten Gegner in der neuen Saison sein? „Ich kenne die Starterliste noch nicht genau, aber ich denke, es werden viele bekannte Namen und Gegner aus dem vergangenen Jahr dabei sein. Max Nagl ist auf jeden Fall einer der stärksten. Ich habe großen Respekt davor, wie lange er schon auf diesem Niveau fährt. Ich habe ihn im Winter gesehen, und er wirkt sehr stark. Dann natürlich auch Fahrer wie Maximilian Spies, Marcel Stauffer, Noah Ludwig, Tom Koch – das sind einige der Namen, die mir einfallen. Insgesamt ist das Niveau sehr hoch.“

Auf welches Event ist die Vorfreude besonders hoch? „Ich würde sagen Tensfeld. Das ist eine Sandstrecke, die ich sehr mag. Dort habe ich im letzten Jahr nach einer Verletzung ein starkes Comeback gefeiert und sogar ein Rennen ohne Hinterradbremse gewonnen, weil sie direkt nach dem Start ausgefallen ist. Das macht dieses für mich besonders, und ich freue mich darauf, wieder dort zu fahren.“