ADAC MX Masters·4.1.2023

Jayson Van Drunen: Name verpflichtet?

Der Name Van Drunen ist bekannt im deutschen Motocross: der Vater des neuen ADAC MX Junior Cup 85-Champions Jayson Van Drunen (NL/SHR Motorsports/Yamaha Motor Europe) fuhr in den neunziger Jahren hierzulande und konnte drei Mal deutscher Motocross-Meister werden. Nun ist der Sohnemann so weit und hat sich mit viel Konstanz kurz vor seinem 14. Geburtstag seine erste internationale Meisterschaft in der heiß umkämpften 85 ccm Klasse gesichert.

Herzlichen Glückwunsch zum Titel im ADAC MX Junior Cup 85. Wie fühlst du dich?

Jayson Van Drunen: „Ich bin sehr glücklich darüber, denn ich habe sehr hart dafür gekämpft. Es ist zwar etwas doof, dass ich keinen einzigen Laufsieg eingefahren habe, aber am Ende zählt der Titel.“

Überrascht dich der Titel?

„Nein, es war mein Ziel, den ADAC MX Junior Cup 85 zu gewinnen.“

Was war dein Geheimrezept für die Meisterschaft?

„Es gibt kein Geheimnis, ich habe einfach Vollgas gegeben und geschaut, wo ich am Ende lande.“

Champion ohne Laufsieg: beim vorletzten Rennen in Holzgerlingen ergatterte sich Jayson die Tabellenführung © Foto: ADAC

Dein Vater Marcel war selbst ein erfolgreicher Motocross-Profi. Welchen Tipp hat er dir für das entscheidende Wochenende in Fürstlich Drehna gegeben?

„Nicht zu viel Nachdenken, mein Bestes geben und abwarten, was am Ende herauskommt.“

Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit dem SHR Motorsports Team?

„Yamaha Europa unterstützt mich bereits seit drei Jahren und sie haben den Kontakt zu Steffen Hünnecke, dem Teamchef von SHR Motorsports, hergestellt, um bei den ADAC Rennen für sein Team zu starten. Es ist eine super Truppe und die Zusammenarbeit hat toll funktioniert, weshalb wir die Kooperation beim ADAC auch in der 125 ccm Klasse im kommenden Jahr fortsetzen werden.“

Wer gehört zu deiner normalen Crew?

„Mein Vater Marcel gibt alles für mich. Er ist mein Mechaniker, Truck-Fahrer, Koch und Trainer. Er kann mir sehr viel aus seiner eigenen Motocross-Karriere beibringen.“

Wann hast du mit Motocross begonnen, der Einfluss durch deinen Vater ist ja offensichtlich?

„Ich war sechs Jahre alt und habe auf einer Yamaha PW50 angefangen. Danach bin ich zunächst die niederländischen Meisterschaften gefahren, 2018 habe ich dann begonnen in der Europameisterschaft internationale Rennen zu bestreiten. Von da an haben wir uns kontinuierlich weiterentwickelt.“

Wie kam es zu deiner Startnummer 417?

„Auch da ist mein Vater schuld dran. Er fuhr in seiner Motocross-Karriere die 17 und ist diese dann auch für zehn Jahre beim Supermoto viel gefahren. Als ich mit dem Racing begann, fuhr ich auch mit der 17. Als ich begann, in der Europameisterschaft zu fahren, musste ich eine 400-er oder 500-er Nummer wählen, weshalb ich mittlerweile mit der 417 starte.“

Wie schwierig ist es, die Schule und den Rennsport miteinander zu verbinden?

„Das ist schwer! Ich bin in einem speziellen Förderprogramm des niederländischen Verbands KNMV, wodurch ich viel Zeit im Ausland verbringe, um auf den Motorrädern zu trainieren und ich viel Schulzeit verpasse. Ich versuche, so viel es geht online zu erledigen. Das ist aber tatsächlich nicht so einfach.“

Beim Finale behielt Jayson kühlen Kopf, auch Dank der Tipps seines im MX erfolgreichen Vaters Marcel © Foto: ADAC

Wie sieht dein Traum für deine Motocross-Karriere aus?

„Natürlich möchte ich eine Weltmeisterschaft gewinnen und werde alles dafür geben. Danach würde ich gerne in den USA fahren… ob ich wie mein Vater dann zum Supermoto wechsle, da bin ich mir noch nicht sicher.“

Und was tust du, wenn du mal nicht Motocross fährst?

„Ich helfe meinem Vater bei seiner Rennbekleidung. Die Bekleidung, die ich bei den Rennen trage, stammt auch von der Firma meines Vaters mvdracewear.com. Außerdem helfe ich ihm auch bei seiner Supermoto-Schule supermotoschool.nl, wo wir Neueinsteigern beibringen, wie man Motocross oder Supermoto fährt. Ansonsten spiele ich mit Freunden und lerne neue Tricks oder beschäftige mich mit TikTok, Instagram und nehme verschiedene Videos für meinen YouTube-Kanal Jaysonvandrunen auf.“

Wie sehen deine Pläne für die Saison 2023 aus?

„Ich werde auf die 125 ccm Maschine umsteigen und versuchen, mich für die EMX125 zu qualifizieren. Mit der Unterstützung von Yamaha Motor Europe werde ich für das Peter Van De Laar/Hastenberg-Team bei den Dutch Masters antreten und für SHR Motorsports im ADAC MX Junior Cup 125 starten. Ich freue mich, weiter in Deutschland zu fahren, denn die Rennen sind sehr gut und die Strecken sehr schön. Ich kann es kaum erwarten, dass es wieder losgeht.“