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Hockenheim Historic·21.4.2026

Erinnerungen an eine denkwürdige Tourenwagen-Ära

Große Vielfalt bei der 21. ADAC Hockenheim Historic vom 8. bis 10. Mai 2026. Das CLASS ONE Revival erinnert an die spektakulären DTM-Zeiten ab dem Jahr 1993. Attraktives Rahmenprogramm abseits der Strecke.

Die ADAC Hockenheim Historic – Das Jim Clark Revival steht für Emotion und Vielfalt. Mehr als 500 Rennfahrzeuge aus einem knappen Jahrhundert lassen die Herzen jedes Automobilsport-Fans höherschlagen. Ob Formel-Bolide, Sport- oder Tourenwagen – bei der ADAC Hockenheim Historic ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Ikonische Tourenwagen aller Jahrgänge am Start

Tourenwagen-Rennserien genießen seit jeher in Deutschland und insbesondere auf dem Hockenheimring einen ganz besonderen Nimbus. Kein Wunder, dass die Boliden mit Dach auch bei der ADAC Hockenheim Historic besonders stark vertreten sind. Die „Tourenwagen Golden Ära“ sowie das „DRM-Revival“ warten mit einem breiten Potpourri aus Touren- und Produktionswagen der 70er-, 80er- und 90er-Jahre auf und erfreuen sich wachsender Beliebtheit bei Fans und Teilnehmern. Die Nennliste der „Tourenwagen Golden Ära“ enthält große Namen wie Roland Asch, Kurt Thiim, Kris Nissen, Peter Mücke und Volker Strycek sowie nicht weniger als 99 Fahrzeuge!

Beim Jim Clark Revival sind legendäre Tourenwagen mit von der Partie © Foto: Hockenheim-Ring GmbH

Und dabei ist eine besondere Kategorie des Tourenwagensports, die ab dieser Saison unter dem Dach der „Goldenen Ära“ ausgetragen wird, noch gar nicht mitgezählt: das „CLASS ONE Revival – powered by BMW Classic Group und CARBON“. Die neue Kategorie ist Original-DTM-Fahrzeugen der Jahre 1993 bis 2020 vorbehalten und beleuchtet eine einmalige Ära des deutschen und internationalen Tourenwagensports.

Ab der Saison 1993 löste die Klasse 1 das ungeliebte Handicap-Reglement (heute würde man es „Balance of Performance“ nennen) der frühen DTM-Jahre ab. Dieses hatte zwar eine wunderbare Vielfalt an Fahrzeugen, aber auch endlose Diskussionen um gerechte oder ungerechte Einstufungen mit sich gebracht. Das Klasse-1-Prinzip war simpel: 2,5-Liter-V6-Saugmotoren, die auf einem Serienblock des betreffenden Automobil-Konzerns basieren mussten, freies Antriebskonzept, Sechsgang-Getriebe, definierte Silhouette und Aerodynamik, ansonsten viel Spielraum für die Ingenieure, und ab ging die Post.

Das Resultat waren die wohl spektakulärsten Renntourenwagen aller Zeiten: Alfa Romeo und Opel schickten Allrad-Boliden ins Rennen, Mercedes konterte mit der heckgetriebenen C-Klasse. Es war der Anfang eines faszinierenden Technologie-Wettrüstens, das allerdings in der Folge Dimensionen annahm, die vor allem kostenseitig nicht mehr tragbar waren und Ende 1996 zum Ende der „alten“ Klasse 1 führten. Die Wiedergeburt der DTM im Jahre 2000 stützte sich auf technisch simplere, kostengünstige und dennoch spektakuläre V8-Boliden. Ab 2019 kamen effiziente Vierzylinder-Turbos zum Einsatz – allerdings nur für zwei Saisons, dann endete die Klasse-1-Ära endgültig.

Motorsport zum Anfassen gibt es zu familienfreundlichen Preisen © Foto: Hockenheim-Ring GmbH

Die Erinnerungen, insbesondere an die erste Class 1 von 1993 bis 1996, sind aber selbst bei der jüngeren Generation von Race-Fans noch sehr lebendig. „Die Klasse-1-Zeit war für jeden, der sie miterlebt hat, eine besondere Epoche – sowohl für uns Fahrer wie auch für die Techniker und die Fans“, erinnert sich der letzte Champion jener wilden Jahre, Manuel Reuter. Mit seinem legendären Cliff-Opel Calibra V6 4x4 sicherte sich der gebürtige Mainzer beim Übersee-Finale in Brasilien und Japan den ITC-Titel 1996.

Der Hockenheimring, betont Reuter, sei stets ein besonderer Renn-Schauplatz gewesen: „Die Atmosphäre war einzigartig, das ausverkaufte Motodrom, die Flaggenmeere, die Fanfaren. Damals fuhren wir ja zwei Mal im Jahr in Hockenheim. Und egal ob kleiner Kurs oder die Grand-Prix-Strecke mit den langen Waldgeraden, auf denen wir damals schon mehr als 300 km/h erreichten – die Stimmung war immer gigantisch!“

Zwar ist Reuter selbst beim „CLASS ONE Revival – powered by BMW Classic Group und CARBON“ im Rahmen der ADAC Hockenheim Historic nicht am Start, doch mit dem von Opel-Rennlegende Volker Strycek pilotierten ’94er-Calibra ist eines seiner damaligen Dienstfahrzeuge vertreten. Die auf 20 Rennfahrzeuge limitierte Nennliste umfasst Schmankerl aus 27 Jahren Klasse 1, darunter auch eine echte Rarität: den Klasse-1-Audi 80, den die Ingolstädter 1993 bereits entwickelt, aber nie zum Einsatz gebracht hatten. Auch mehrere Ex-DTM-Stars klemmen sich hinters Steuer. Nico Müller fährt am Samstag seinen Audi RS5 DTM aus dem Jahr 2020, Stefan Mücke eine Mercedes C-Klasse der neuen DTM, Urgestein Armin Hahne den Linder-BMW E36 aus der Saison 1993.

Monoposto-Jünger kommen mit der „Historic Racecar Association“, der „Lurani Trophy“ und „DMV Formel Vau“ sowie der „BOSS GP“ auf ihre Kosten © Foto: Hockenheim-Ring GmbH

Drei Tage geballte Action auf der Strecke

Doch natürlich sind es nicht nur die Klasse-1-Boliden der Jahre 1993 bis 2020, welche die Fans in Scharen auf den Hockenheimring locken werden. Insgesamt sind ein Dutzend Rennserien bei der Veranstaltung im Gedenken an den 1968 auf dem Hockenheimring tödlich verunglückten Jim Clark am Start. Monoposto-Jünger kommen mit der „Historic Racecar Association“, der „Lurani Trophy“ und „DMV Formel Vau“ sowie der „BOSS GP“ auf ihre Kosten. Sportwagen-Fans erfreuen sich am „Velom Sportscar Supercup by Interwetten SCC“, der „Gebhardt Ginetta Nordic Championship“ und dem „Golden Ära Classic Cup“, der sich der Marke Porsche verschrieben hat. Der „Raceclub Germany“ präsentiert eine herrliche Kollektion historischer Formel- und Sportwagen. Und bei den Raceclub Germany Specials sorgt u. a. „Team FNT“ mit ausgewählten Performance-Fahrzeugen, darunter Formel-1-Boliden von Toyota aus den 2000er-Jahren, für Gänsehautmomente im Motodrom.

Auch abseits der rund 4,5 Kilometer langen Traditionsstrecke vor den Toren Heidelbergs warten diverse Attraktionen wie das offene Fahrerlager, die ADAC Erlebniswelt inkl. großem Markenclubareal, Ausstellungen, Händler- und Cateringstände auf die Rennbesucher. Und dies zu den gewohnt günstigen Preisen: Der Eintritt am Freitag kostet 17, die Tageskarten für Samstag und Sonntag 39 respektive 34 und das Wochenend-Ticket 54 Euro. Natürlich jeweils inklusive Tribünenplatz und Fahrerlager. Schüler und Studenten bezahlen die Hälfte, Kinder unter 14 Jahren und Rollstuhlfahrer sind kostenfrei dabei. Erstmals sind auch Tickets für den Grid-Walk vor dem ersten Rennen der „Boss GP“ am Samstag für 20 Euro erhältlich. Mehr Infos und Tickets unter: www.hockenheim-historic.de.