Die Piloten des ADAC Mini Bike Cup kamen am vergangenen Wochenende bei frühsommerlichem Wetter auf dem hessischen Vogelsbergring in Wittgenborn zu ihren Saisonrennen drei und vier zusammen. Auf der 1038 Meter langen Strecke triumphierte Manuel Kröner (Werdau) in der MotoMini 190 Klasse in beiden Rennen. Die Laufsiege der Klasse MotoMini 160 schnappte sich Ben Warzecha (Glauchau) nach zwei spannenden Rennen. Elias Caydas zeigte in beiden Läufen sein ganzes Können und feierte bei den ADAC Mini Bike Junioren damit den dritten Doppelsieg des Wochenendes.
Ohvale MotoMini-190 Klasse
Im ersten Qualifying legte Manuel Kröner eine Zeit von 55,178 Sekunden vor und schnappte sich die Pole-Position. Neueinsteigerin Finja-Inken Niehues (Lüdinghausen) folgte mit 55,218 Sekunden auf Startplatz zwei. Helena Weiderer (München), zweite Dame im Feld, sicherte sich Position drei auf dem Grid.
Kröner und Niehues lagen zum Start des ersten Rennens gleich auf. Beim Einbiegen in die erste Kurve übernahm Manuel Kröner die Führung, Niehues hängte sich in seinen Windschatten. Beide Fahrer lieferten sich ein enges Rennen mit Positionswechseln, welches Kröner schlussendlich für sich entscheiden konnte. Niehues folgte auf Rang zwei ins Ziel. Helena Weiderer raste als Dritte aufs Podium. Nick Goldammer (Chemnitz) beendete den Lauf auf Position vier.
Zum 14 Runden langen zweiten Lauf startete Manuel Kröner erneut gut und übernahm von Beginn an die Führung. Der junge Sachse blieb fehlerfrei und sicherte sich auch den Sieg im zweiten Rennen. Niehues hatte Probleme am Start und fiel ans Ende des Feldes zurück. Mit einer halben Runde Rückstand eilte sie dem Feld hinterher, schloss die Lücke und kämpfte sich auf Rang zwei zurück. Mit Helena Weiderer lieferte sich Niehues einen engen Kampf um Platz zwei. Beim Versuch, Niehues in der letzten Runde zu überholen, stürzte die junge Münchnerin. Unverletzt setzte sie das Rennen fort und überquerte die Ziellinie auf Rang drei. Goldammer wurde als Vierter abgewunken.
Mit der maximalen Punktzahl von 100 führt Kröner die Tabelle an. Weiderer behauptet mit 72 Punkten Position zwei. Rang drei belegt Nick Goldammer mit 58 Zählern.
Manuel Kröner (1./1., Werdau): „Wittgenborn ist mit eine meiner Lieblingsstrecken, da sie sehr schön zu fahren ist. Da ich die Strecke sehr gut kenne, habe ich in den Trainings schnell meinen Rhythmus gefunden. Der erste Start war gut, ich konnte beim Einbiegen in die erste Kurve die Führung übernehmen. Das Rennen war sehr spannend. Finja (Niehues) und ich lieferten uns ein enges Duell. Beim zweiten Rennen konnte ich direkt die Führung übernehmen und diese bis zum Schluss behaupten. In Faßberg werde ich wieder pushen und versuchen zu gewinnen. Finja ist eine starke Konkurrenz, aber ich denke, dass ich trotzdem gewinnen kann."
Ohvale MotoMini-160 Klasse
Till Trinks (Meerane) holte sich mit seiner schnellsten Runde im zweiten Zeittraining (53,505 Sekunden) die Poleposition. Belgian Motorcycle Academy Pilot Merdan Karabulut (NLD) setzte seine Bestzeit ebenfalls im zweiten Qualifying und sicherte sich damit Rang zwei in der Startaufstellung. Dritter auf dem Grid: Ben Warzecha mit einer Zeit von 54,091 Sekunden.
Warzecha setzte sich von Startplatz drei aus durch und übernahm direkt die Führung. Karabulut lauerte im Windschatten und ging dann in der vierten Runde gemeinsam mit Pole-Setter Trinks am AMC Sachsenring Piloten Warzecha vorbei. Doch dieser ging in der zehnten Runde erneut in Führung und behauptete diese bis zur Ziellinie. Trinks raste als Zweiter ins Ziel. Beray Satici (NLD) schnappte sich mit Rang drei den letzten Platz auf dem Podium nach einem engen Rennen mit Nick Hopp (Gersfeld-Hettenhausen) auf Position vier. Lukas Mayer (Neubeuern) sah als Fünfter die schwarz-weiß-karierte Flagge. Karabulut musste sich nach einem Sturz kurz vor Schluss mit dem letzten Platz zufriedengeben.
Beim zweiten Lauf über 14 Runden setzte sich der Niederländer Merdan Karabulut am Start an die Spitze des Feldes. Warzecha, der wieder gut startete, blieb an ihm dran und nutzte einen Fehler zum Überholen. Die damit gewonnene Führung verteidigte er bis zum Zielstrich und gewann damit auch das zweite Rennen. Karabulut blieb die gesamte Renndistanz am Führenden dran, fand aber keine Lücke zum Überholen und folgte nur 0,104 Sekunden später auf dem zweiten Rang ins Ziel. Till Trinks fiel am Start auf Position drei zurück, verteidigte diese souverän und machte das Podium komplett. Die Top-Fünf wurden von Ron Richter (Oelsnitz) und Beray Satici auf den Positionen vier und fünf komplettiert.
Warzecha übernimmt mit 95 Punkten die Meisterschaftsführung. Auf Rang zwei folgt Trinks mit 81 Zählern. Karabulut behauptet mit 56 Punkten Platz drei.
Ben Warzecha (1./1., Glauchau): „Wittgenborn ist eine sehr technische, enge Strecke, was ich sehr mag. In den Trainings lief es gut, und ich habe mich für den dritten Startplatz qualifiziert. Im ersten Rennen war das Motorrad dann richtig abgestimmt und den Start habe ich gewonnen. Merdan (Karabulut) hat in der vierten Runde gekontert, aber ich konnte wieder zurückkontern und das Rennen gewinnen. Im zweiten Rennen hat Merdan den Start gewonnen, als er sich in der zweiten Kurve verbremste, konnte ich ihn überholen und das gesamte Rennen die Führung behaupten. Ich mag die Strecke von Faßberg sehr, daher möchte ich auch dort wieder einen Doppelsieg einfahren."
ADAC Junioren
Elias Caydas verbesserte seine Rundenzeiten kontinuierlich und stellte seine Ohvale 110 mit einer Zeit von 55,145 Sekunden auf die Pole Position. Im zweiten Zeittraining steigerte Jamie Loth (Hünfelden-Ohren) seine Zeit deutlich auf 55,670 Sekunden und sicherte sich Startplatz zwei für die Rennen am Nachmittag. Mit seiner Bestzeit aus dem ersten Qualifying von 55,791 Sekunden komplettierte Mika Fleischer (Schmitten) die erste Startreihe auf Rang drei. Rookie Fleischer kam gut vom Start weg und übernahm in der ersten Kurve die Führung. Caydas konnte seine gute Ausgangslage am Start zum ersten Lauf nicht nutzen und fiel bis auf Rang drei zurück. Der junge Bayer blieb an den Führenden dran und holte sich Position zwei während der ersten Runde zurück. Schon einen Umlauf später eroberte er sich die Führung und verteidigte diese bis zur Zielflagge. Mika Fleischer blieb die gesamte Renndistanz am führenden Caydas dran und raste nur 0,341 Sekunden dahinter ins Ziel. Jamie Loth lag nach dem Start auf Position zwei, fiel im Kampf mit Moritz Härtlein (Neukirchen) zwischenzeitlich auf Rang vier zurück. In der sechsten Runde ging der Landgraf Motorsport Pilot an Härtlein vorbei, setzte sich Runde um Runde ab und komplettierte das Podium mit Rang drei. Härtlein folgte auf Platz vier. Franz Weiderer (München) wurde als Fünfter abgewunken. Beim zweiten, 12 Runden langen Rennen des Tages übernahm Jamie Loth am Start die Führung. Pole-Setter Caydas reihte sich dahinter ein, schnell eroberte er sich die Spitzenposition zurück, konnte sich aber nicht von Loth in seinem Windschatten absetzen. Sie lieferten sich ein enges Rennen, in dem Caydas die Führung behauptete und zu seinem zweiten Sieg raste. Loth vom Team Landgraf Motorsport folgte auf Position zwei ins Ziel. Mit einem weiteren souveränen Rennen schnappte sich Umsteiger Mika Fleischer Rang drei. Der Münchner Weiderer raste als Vierter ins Ziel, gefolgt von Härtlein auf Platz fünf.
Caydas baut in der Meisterschaft seine Führung mit 100 Punkten aus. Auf Position zwei liegt Loth mit 76 Zählern. Fleischer verbessert sich auf Rang drei mit 57 Punkten.
Elias Caydas (1./1., Landsberg): „Die Strecke von Wittgenborn hat eine Mischung aus schnellen und langsamen Kurven, das mag ich sehr. Das Wetter hat von Anfang an gepasst und ich bin gleich gut reingekommen. In den Trainings bin ich meine persönliche Bestzeit gefahren. Beim ersten Start haben mich Mika (Fleischer) und Jamie (Loth) überholt und ich musste die beiden wieder überholen. Dadurch war das Rennen eine Herausforderung und durch die Wärme heute war es besonders anstrengend. Im zweiten Rennen war ich mit meinen Kräften schon ziemlich am Ende. Am Start bin ich diesmal auf zwei zurückgefallen. Ich konnte Jamie wieder überholen, aber er blieb das komplette Rennen an mir dran und hat mich unter Druck gesetzt. Ich konnte die Führung trotzdem behaupten und gewinnen. Nach dem Wochenende habe ich gesehen, dass ich mit meinem Fitnesstrainer an meiner Ausdauer arbeiten muss, damit ich bei so einer Hitze mehr Kraft habe. Und ich trainiere weiter an meinem Fahrstil, um in den Kurven noch schneller zu werden. Nach dem Motto meines Trainers: „Don't try it, do it", möchte ich in Faßberg wieder gewinnen."


