Gabriele Piana ist einer der Stars der ADAC GT4 Germany und zählt zu den beliebtesten Piloten im Fahrerlager. Im Interview verrät der Italiener, was ihm an der Serie gefällt und welche Situation ihm etwas peinlich war.
Er ist eines der ganz großen Gesichter der ADAC GT4 Germany: Gabriele Piana (39) hat als einziger Pilot überhaupt alle 85 Rennen der Seriengeschichte absolviert – und das mit herausragendem Erfolg: 2021 holte der Italiener den Fahrer-Titel und drei weitere Male (2019, 2020, 2024) wurde er Vize-Champion. Piana gewann 18 Rennen und erzielte sechs Pole-Positions. Im Interview blickt Piana auf seine bisherige Zeit in der ADAC GT4 Germany zurück.
Gabriele, du bist der erfahrenste und erfolgreichste Pilot der ADAC GT4 Germany und eines der Aushängeschilder. Was war bislang der schönste Moment in knapp acht Jahren in der Serie.
Piana: „Natürlich ist der Titel 2021 das ganz große Highlight. Insgesamt habe ich die Zeit zusammen mit Michael Schrey sehr genossen. Wir konnten zweimal fünf Rennen pro Saison gewinnen – was niemand anderem gelungen ist. Aber tatsächlich haben wir es 2024 auch geschafft, trotz der fünf Siege den Titel zu verpassen (lacht). Ich erinnere mich auch immer gerne an den Sachsenring 2023. Das war eines der besten Rennen meiner Karriere. Insgesamt fühle ich mich in der Serie extrem wohl.“
Was war der persönlich schlimmste Moment in dieser Zeit?
„Die mit Abstand fürchterlichste Erinnerung ist das Samstagsrennen 2021 beim Finale auf dem Nürburgring, als ich an der Box vorbeifuhr und wir so fast den Titel verloren hätten. So etwas wünsche ich nicht einmal meinem größten Feind. Das war wirklich peinlich. Aber manchmal braucht es genau diese Momente mit einem Tief, um sich weiterzuentwickeln.“
Wie hat sich die ADAC GT4 Germany seit 2019 entwickelt?
„Das Niveau wurde immer höher. Die Serie ist von Jahr zu Jahr besser geworden und mit konkurrenzfähigeren Fahrzeugen besetzt. Alles ist mittlerweile viel professioneller aufgestellt – auch in Bezug auf die Teams. So ist Motorsport. Wir kämpfen alle, um zu gewinnen.“
Warum kommst du jedes Jahr wieder zurück in die ADAC GT4 Germany? Was ist der Reiz an der Serie?
„Also ich habe schon zweimal die Formel 1 abgelehnt, nur um in der ADAC GT4 Germany zu fahren (lacht). Aber Spaß beiseite. Ich finde die ADAC GT4 Germany wirklich klasse. Mir gefällt das Format mit zwei Sprintrennen. Das Rennwochenende im Rahmen der DTM mit vielen Zuschauern vor Ort ist herausragend. Auch die Strecken sind super. Auf nationalem Niveau gibt es weltweit keine GT4-Meisterschaft, die so konkurrenzfähig ist.“
Was bereitet dir im GT4-Cockpit Spaß?
„Die GT4-Autos haben etwas weniger Grip und weniger Aerodynamik als die GT3. Somit sind sie nicht ganz so sensibel. Das bedeutet: Auch wenn nach Berührungen im Rennen ein paar Teile weggeflogen sind, fährt das Auto noch fast genauso gut weiter. Man kann immer kämpfen oder außen herum überholen. Im Vergleich zum GT3 geht es also mehr um das Managen des Grips als um die Peak-Performance.“
Seit 2019 hat die ADAC GT4 Germany acht Strecken besucht. Welche ist dein Favorit?
„Das muss auf jeden Fall Oschersleben sein! Mir gefällt die Strecke einfach und außerdem war ich dort immer recht erfolgreich unterwegs. Zandvoort vor dem Umbau fand ich auch super. Der Kurs war sehr besonders.“
Was sind deine Pläne für die Zukunft? Wirst du uns in der Serie erhalten bleiben?
„Ich würde gerne noch zehn Jahre in der ADAC GT4 Germany bleiben. Die Serie ist schon wie eine Heimat für mich. Ich bin auch schon gespannt, wie sich alles entwickelt und was es noch zu erleben gibt. Zudem freue ich mich bereits auf die nächste GT4-Generation. Ich liebe den GT4-Sport einfach.“
