Die ADAC GT4 Germany absolvierte auf dem Sachsenring das vorletzte Rennwochenende der Saison 2026. Das sind einige spannende Geschichten und Hintergründe direkt aus dem Paddock.
Begeisterter Debütant: Mit seinen vielen bergauf- und bergab-Passagen zählt der Sachsenring bei den Rennfahrer zu den beliebtesten Strecken überhaupt. Ginetta-Pilot Alexzander Kristiansson (26/SWE, KRT Racing) war dieses Jahr das erste Mal vor Ort und hellauf begeistert: „Das Layout ist klasse und macht richtig Spaß. Der Sachsenring erinnert mich ein wenig an unsere schwedische Strecke in Knutstorp. Beide passen perfekt auf die Ginetta.“
Rookie-Sieg: Wie gut der Sachsenring zur Ginetta passt, konnten Kristiansson und Teamkollege Erik Bertilsson (25/SWE) in Lauf eins am Samstag eindrucksvoll darlegen. Aufgrund eines technischen Defekts in der Qualifikation begannen sie das Rennen vom Ende des Feldes. Mit einer atemberaubenden Aufholjagd fuhr das Duo bis auf Rang sieben nach vorne - und Bertilsson konnte somit auch die Rookie-Wertung gewinnen. „Wir hätten dieses Sieg natürlich nicht erwartet“, strahlte Bertilsson. „Aber wir waren teilweise das schnellste Auto auf der Strecke. Das war ein richtig schönes Gefühl.“
Beeindruckende Gentlemen: Auch in der PRO-AM-Wertung wurde auf dem Sachsenring wieder herausragender Sport geboten. Im Rennen am Samstag triumphierten Hendrik Still (39/Kempenich) und Tim Horrell (36/USA, beide AVIA W&S Motorsport). Es war bereits ihr sechster Klassensieg in dieser Saison. Die Porsche 718 Cayman GT4-Fahrer reisen nun mit großem Punktevorsprung zum Finale in Hockenheim. „Der Titel wäre ein großer Erfolg. Tim hat dieses Jahr wirklich klasse Sport geboten und sich gut weiterentwickelt. Hockenheim kann kommen“, blickte Still voraus.
Eine fehlt noch: Gabriele Piana (40/ITA, FK Performance Motorsport) ist der Dauerbrenner der ADAC GT4 Germany. Der BMW-Pilot hat bislang alle Rennen der Serie bestritten, 19 Siege eingefahren und führt etliche weitere Statistiken an. Auf dem Sachsenring holte er seine siebte Pole-Position. Tatsächlich liegt er damit aber noch immer eine hinter Hugo Sasse. „Das ist schon irgendwie kritisch. Ich hatte bislang ja viel mehr Gelegenheiten für Startplatz eins als Hugo – und er steht immer noch vorne. Ich glaube ich muss demnächst mal ein wenig Qualifying üben“, lachte Piana. „Aber mal sehen. Ich Hockenheim gibt es die nächste Chance und nächstes Jahr sechs weitere. Ich fahre auf jeden Fall so lange weiter, bis ich Hugo eingeholt habe.“
Ziel fürs Finale: Piana gewann zusammen mit Benjamin Sylvestersson (19/FIN) zudem das Samstagsrennen auf dem Sachsenring. „Es war tatsächlich der 99 Sieg im Motorsport für mich“, erläuterte Piana. „Somit ist das Ziel für Hockenheim eigentlich klar: Die Pole-Position, der einhundertste Sieg und dann auch der Titel. Das wäre der perfekte Saisonausklang.“
Heimspiel: COSY Racing by ESM hatte die kürzeste Anreise an den Sachsenring. Das Team stammt aus Crimmitschau im Landkreis Zwickau. „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis zum Sachsenring. Es ist eine wunderbare Strecke, die auch zu unserem Aston Martin passt. Wir hatten am Rennwochenende pro Tag rund einhundert Gäste“, erklärte Team-Managerin Virginia Möckl. „Tatsächlich war das ganze Team diesmal auch Heimschläfer. Bei allen anderen Events übernachten wir im LKW.“
