Die ADAC GT4 Germany absolvierte auf dem Norisring das zweite von sechs Rennwochenenden der Saison 2026. Das sind einige spannende Geschichten und Hintergründe direkt aus dem Paddock.
Volles Haus: Die ADAC GT4 Germany trat wie üblich im Rahmenprogramm der DTM an – und das machte das Event zu einem echten Zuschauermagnet. Über das Rennwochenende strömten 118.500 Besucher zu dem so legendären Straßenkurs im Süden Nürnbergs. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag war der Norisring restlos ausverkauft.
Comeback: Simon Birch (19/DEN, Razoon - more than Racing) war zuletzt 2024 in der ADAC GT4 Germany unterwegs und ist seitdem erfolgreich im GT2- und GT3-Sport aktiv. Auf dem Norisring kehrte er zurück ins ADAC Championat. „Es ist immer cool, hier am Start zu stehen. Den Anruf habe ich erst ganz kurz vor dem Wochenende bekommen. Somit gab es auch keine große Vorbereitung“, erläuterte Birch. „Ich liebe das Racing einfach – egal ob im GT2, GT3 oder GT4.“
Fahrzeugwechsel: Birch teilte sich das Fahrzeug auf dem Norisring mit Daniel Drexel (25/AUT). Bei ihrem Rennwagen mit der Startnummer #10 handelte es sich um einen BMW M4 GT4. Beim Saisonauftakt war dieser Entry noch ein Porsche 718 Cayman GT4. „Der BMW passt besser zu meinem Fahrstil und somit haben wir uns für den Wechsel entschieden“, beschrieb Drexel. „Meiner Meinung nach ist der BMW ein wenig besser im Zweikampf. In einer Serie, in der es so eng zugeht, ist das sicherlich ein Vorteil.“
Schnelle Rookies: In der Rookie-Wertung präsentieren sich Piloten, die ihr erstes Jahr im GT4-Motorsport absolvieren und unter 25 Jahre alt sind. Am Samstag siegte Marius Schmid (18/Tengen, BWT Mücke Motorsport) im Mercedes-AMG GT4 und am Sonntag Lukas Stiefelhagen (19/NED, ME Motorsport) im BMW – beide waren bereits beim Saisonauftakt erfolgreich. Ihr klares Saisonziel: Den Rookie-Titel in der ADAC GT4 Germany einfahren.
Erfolgreiche Gentlemen: Auch in der PRO-AM-Wertung gab es auf dem Norisring unterschiedliche Sieger. Jesper Brunoj Jensen (50/DEN) und Laurenz Rühl (19/Friedrichdorf, beide Wimmer Werk Motorsport) waren am Samstag erfolgreich und ihre Porsche-Markenkollegen Hendrik Still (38/Kempenich) und Tim Horrell (35/USA, beide AVIA W&S Motorsport) am Sonntag. Still/Horrell führen die Tabelle weiterhin an.
Viele Debütanten: Da der Norisring keine permanente Rennstrecke ist, kann dort nicht getestet und nur einmal im Jahr Rennen gefahren werden. Somit waren viele Piloten der ADAC GT4 Germany zum ersten Mal überhaupt auf dem 2,162 Kilometer langen Stadtkurs unterwegs. „Die Strecke macht richtig Spaß – und das obwohl es kaum Kurven gibt. Ich hatte im Vorfeld sogar viel mehr Bodenwellen erwartet, aber das hat sich nicht bewahrheitet. Somit konnten wir auch schnell ein gutes Set-up erarbeiten“, erklärte Ginetta G56 GT4-Fahrer Erik Bertilsson (25/SWE, KRT Racing).
Treffen der Generationen: Am Freitagabend gab es eine Zusammenkunft der ganz besonderen Art. Der Toyota GR Supra GT4 von CRT fand sich zusammen mit dem Toyota Supra MK3 DTM, den der Schweizer Jörg Schori im Rahmen der DTM Classic auf dem Norisring bewegte, zu einem Fotoshooting auf der Start/Ziel-Geraden ein. ADAC GT4 Germany-Pilot Lucas Cartelle (18/BEL, CRT) zeigte sich vom alten DTM-Toyota hellauf begeistert: „Es war total spannend, einen genaueren Blick auf das historische Fahrzeug zu werfen. Alleine schon im Cockpit lässt sich sofort erkennen, wie viele Schritte der Motorsport in den letzten Jahrzehnten gemacht hat. Auch der Motor und der Sound sind beeindruckend. Natürlich hätte ich gerne mal eine Runde mit dem Fahrzeug gedreht.“

