ADAC GT4 Germany

ADAC GT4 Germany·24.5.2022

Fahrerlagerradar vom Red Bull Ring

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Im Paddock der ADAC GT4 Germany war beim Gastspiel auf dem Red Bull Ring wieder viel los. Das sind einige spannende Geschichten von vor und hinter den Kulissen.

Familientreffen in Kurve eins: Das Rennprogramm am Red Bull Ring war erneut voll und spektakulär. Erstmals startete auch die Fanatec GT2 European Series im ADAC Wochenend-Paket. Zusammen mit den GT3-Fahrzeugen aus dem ADAC GT Masters und den Sportwagen aus der ADAC GT4 Germany wurde am Donnerstagabend ein Gruppenfoto in der ersten Kurve geschossen. Hierbei war der Zusammenhalt im Fahrerlager immens. Die Teams halfen sich gegenseitig, um die Rennwagen zum Foto-Spot zu schleppen. „Das hat richtig viel Spaß gemacht“, meinte ein Mechaniker aus dem GT4-Paddock stellvertretend für viele seiner Kollegen.

Im Fahrerlager: Die Autogrammstunde der ADAC GT4 Germany © Foto: ADAC

Volles Haus: Das Rennwochenende fand auch bei den zahlreich erschienenen Zuschauern enormen anklang. An allen Renntagen waren die Tribünen sehr gut gefüllt. Im Fahrerlager vergnügten sich die Fans beispielsweise beim Pit-Walk, der Autogrammstunde oder vor der Event-Bühne, auf der die Fahrer zu Interviews bereit standen. Über das Wochenende kamen 25.000 Zuschauer an den Red Bull Ring.

Heimspiel für Vier: Mit Horst Felix Felbermayr (17/AUT), Daniel Drexel (21/AUT, beide Razoon - more than Racing), Leo Pichler (20/AUT, W&S Motorsport) sowie Nico Gruber (20/AUT, Drago Racing Team ZVO) waren vier Piloten aus Österreich in der ADAC GT4 Germany unterwegs. „Ich finde es super, dass die ADAC GT4 Germany auch in Österreich fährt“, so Gruber. „Viele Freunde besuchten mich und auch das Wetter spielte mit. Der Kurs mit den vielen Bergauf- und Bergab-Passagen gefällt mir schon immer. Ich fühle mich an der Strecke immer wie zuhause.“

Felbermayr hoch zwei: Neben Horst Felix Felbermayr in der ADAC GT4 Germany war auch dessen Vater Horst Felbermayr Jr. (51/AUT) auf dem Red Bull Ring am Start. Der mehrfache Teilnehmer der 24h von Le Mans pilotierte in der Fanatec GT2 European Series einen KTM X-Bow GT2 zusammen mit dem früheren ADAC GT4 Germany-Piloten Reinhard Kofler (37/AUT). Im Rennen am Sonntag stand das Duo nach Platz drei auf dem Podium.

Der Toyota GR Supra GT4 auf dem Red Bull Ring © Foto: ADAC

Ersatzteil aus Belgien: Am Donnerstag vor dem Rennwochenende absolvierte die ADAC GT4 Germany einen Testtag auf dem Red Bull Ring. Dabei gab es am Toyota GR Supra GT4 von Piro Sports - Burg Zelem Foundation einen Dämpferschaden, der auch noch weitere Beschädigungen am Fahrzeug zur Folge hatte. Der Rennstall aus dem Saarland nimmt stets ein großes Ersatzteilpaket mit an die Rennstrecke. Doch ein elementares Teil war vor Ort nicht vorrätig. Das Telefon von Teammanager und Pilot Cedric Piro (24/Heusweiler) glühte – mit Erfolg: Das belgische Team WRT, das für den Teile-Support des GT4-Toyota zuständig ist, schickte einen Kurier, damit der Wagen zum ersten freien Training am Freitagmorgen wieder einsatzbereit sein konnte. „Er ist 1200 Kilometer gefahren und um 5.20 Uhr in der Früh am Red Bull Ring angekommen. Danke an WRT für diesen mega Service und natürlich auch an unsere Mechaniker, die das Teil sofort eingebaut hatten“, erklärte Piro.

Hat keinen Heckflügel: Der KTM X-Bow GT4 Evo © Foto: ADAC

Ohne Heckflügel: Das Team Razoon - more than Racing trat erstmals überhaupt mit der Evo-Variante des KTM X-Bow GT4 in der ADAC GT4 Germany an. Das Modell kommt ohne Heckflügel aus und ist somit sehr gut für die 4,318 Kilometer lange Hi-Speed-Strecke in der Steiermark geeignet. „Wir haben unser bestehendes Auto aber nicht auf Evo-Stand umgebaut, sondern uns ein anderes Fahrzeug ausgeliehen“, verrät Teamchef Dominik Olbert. Nach dem Rennwochenende wollen die Team-Techniker rund um Stefan Rameseder nun genau evaluieren, mit welcher Konfiguration die nächsten Starts in der ADAC GT4 Germany absolviert werden.

Trophy-Triumph: Tano Neumann (li.) und Joachim Bölting © Foto: ADAC

Trophy-Doppelsieg: Für Tano Neumann (47/BUL) und Joachim Bölting (55/Gelsenkirchen, beide Overdrive Racing) lohnte sich die Reise zum Red Bull Ring ganz besonders. Die beiden Porsche 718 Cayman GT4 RS CS-Piloten gewannen beide Rennen in der Trophy-Wertung und konnten somit auch die Tabellenführung übernehmen. „Es war ein tolles Wochenende. Wir haben im Vorfeld nicht mit dem Doppelsieg gerechnet“, strahlte Bölting auf dem Podium. „Durch das Ergebnis sind wir jetzt voll im Meisterschaftskampf. Der Trophy-Titel ist unser großes sportliches Ziel für diese Saison.“

Dritte Generation an der Strecke: Dörr Motorsport ist ein echter Familienrennstall. Teambesitzer Rainer Dörr besucht alle Rennen der ADAC GT4 Germany persönlich. Sein Sohn Robin Dörr hält als Teammanager an der Rennstrecke die Zügel in der Hand und führt seine Brüder Phil und Ben, die zwei der vier Aston Martin Vantage GT4 der Mannschaft aus Frankfurt pilotieren, zu Bestleistungen. Nun ist bereits die dritte Generation an der Rennstrecke mit dabei. Im Winter wurde Robin Dörr Vater der kleinen Sophia. „Natürlich muss Sophia direkt auch mit an die Rennstrecke kommen. Sie ist das heimliche Familienoberhaupt und unser Glücksbringer“, erklärt Robin Dörr stolz.

Mit Grill: Gabriele Piana beim Pirelli Pole Position Award © Foto: ADAC

Grill fürs Team: Neben den zwei Laufsiegen zusammen mit Michael Schrey (39/Wallenhorst) konnte sich Gabriele Piana (35/ITA, beide Hofor Racing by Bonk Motorsport) auch über Startplatz eins für das Samstagrennen freuen. Dafür wurde der BMW M4 GT4-Pilot mit dem Pirelli Pole Position Award prämiert und bekam einen Grill überreicht. Piana hielt das hochwertige Stück nur wenige Sekunden in der Hand und schenkte es sofort seinen Teammitgliedern. „Das war für mich selbstverständlich“, erklärte der Italiener. „Ich saß zwar im Auto. Doch eine Pole-Position ist immer auch eine Teamleistung.“ Am Samstagabend wurde der neue Pirelli-Grill gleich einem Testlauf unterzogen und als vollwertiges Teammitglied aufgenommen.