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ADAC GT Masters·5.9.2026

Herzschlagfinale: Fourie/Zimmermann siegen

BMW-Duo Fourie/Zimmermann neue Tabellenführer des ADAC GT Masters. Doppelpodium für Ford-Team HRT mit Gjerdrum/Dybionka vor Blum/Kalus. Lokalmatador Leo Pichler im Porsche von Razoon – More than Racing Vierter.

Tim Zimmermann und Leyton Fourie sind neue Tabellenführer des ADAC GT Masters © Foto: ADAC

Hochspannendes Finale beim ersten ADAC GT Masters-Rennen auf dem Salzburgring. Tim Zimmermann (29/Langenargen)/Leyton Fourie (20/ZAF/beide FK Performance Motorsport) haben im BMW M4 GT3 Evo mit 0,493 Sekunden Vorsprung hauchdünn vor Debütant Fabian Dybionka (17/POL)/Emil Gjerdrum (19/NOR/beide Haupt Racing Team) im Ford Mustang GT3 gewonnen. Mit ihrem Erfolg übernahmen die Sieger auch die Tabellenführung. Den dritten Rang erzielte mit Niklas Kalus (21/Duisburg)/Kiano Blum (19/AUT) der zweite Ford des Haupt Racing Teams. „Ich freue mich riesig über diesen Sieg, weil er absolut unerwartet kam. Die Tests im Vorfeld haben nicht dafürgesprochen. Umso mehr hat mich die Pace des Autos überrascht - vor allem im Mittelstint. Doch selbst nachdem sich das Feld gegen Ende wieder sortiert hatte, war es so knapp mit dem Ford, dass ich nicht wirklich an den Sieg geglaubt habe“, freute sich Zimmermann nach seinem siebten Sieg im ADAC GT Masters. Teamkollege Fourie ergänzte: „Ich freue mich riesig. Nach dem ersten Stint hatte ich an P4 gedacht, aber die Entscheidung, den ersten Stopp mit Reifenwechsel zu absolvieren, war super. Wir haben das Maximum herausgeholt, trotzdem war ich sehr überrascht, als mein Ingenieur meinte, dass wir vorne sind. Es war sehr hart, am Ende den Ford hinter mir zu halten, zumal ich die älteren Reifen hatte. Jetzt sind wir glücklich, zuversichtlich und wissen, was wir in Sachen Meisterschaft zu tun haben. Trotzdem tut es mir leid für unsere Konkurrenten, denn so möchten wir keine Punkte aufholen.“

Der Start ins erste Rennen des ADAC GT Masters am Salzburgring © Foto: ADAC

Schon vor dem Start des Rennens musste der Polesetter und bis dato Tabellenführer Finn Zulauf (22/Königstein im Taunus/Liqui Moly Team Engstler Motorsport) seinen Lamborghini mit einem technischen Defekt abstellen. Nach einer Reparatur gingen Zulauf/Felix Hirsiger (28/CHE) nochmals auf die Strecke und wurden Zwölfte, was ihnen vier Punkte einbrachte. Die Differenz zu den Führenden Fourie/Zimmermann beträgt nun 17 Zähler. Das Rennen selbst fand bei Mischverhältnissen mit immer wieder einsetzendem Regen statt. Leo Pichler (24/AUT/Razoon - More than Racing) ging im Porsche von der geerbten Pole-Position aus in Führung, dahinter sortierten sich Simon Connor Primm (21/Großschirna/HGL Racing) im Audi, Kalus im Ford und dessen Teamkollege Gjerdrum ein, der von Startplatz acht bis auf Rang vier nach vorne gefahren war. Fourie gelang es nicht, Boden gutzumachen, er blieb zunächst Siebter.

Doppelpodium für das Haupt Racing Team: Emil Gjerdrum/Fabian Dybionka vor Niklas Kalus/Kiano Blum © Foto: ADAC

In der ersten Stopp-Phase entschied sich FK Performance als eines der wenigen Teams, bei Fourie/Zimmermann direkt die Reifen zu wechseln, während alle anderen Mannschaften in der Spitzengruppe zunächst auf den kurzen Halt an der Box setzten. Pichlers Teamkollege Colin Bönighausen (21/Isernhagen) kehrte als Führender auf die Strecke zurück. Dahinter entwickelte sich ein hartes Duell zwischen den beiden Ford von Dybionka und Blum, das der Österreicher Blum zur Hälfte des Stints für sich entschied und fortan Druck auf den Führenden Porsche ausübte. In der zweiten Boxenstopp-Phase wendete sich allerdings das Blatt. Pichler im Porsche wurde mit kalten Reifen bis auf Rang vier zurückgereicht. Fourie hingegen profitierte von seiner nun kürzeren Standzeit im Vergleich zur Konkurrenz und kam zunächst von Rang sieben bis auf Platz zwei nach vorne. Mit deutlich wärmeren Reifen passierte er schließlich auch Kalus kurz nach dessen Boxenausfahrt und übernahm die Führung. Der Ford-Pilot musste sich auch seinem Teamkollegen Gjerdrum geschlagen geben, der sich bis zur Ziellinie ein intensives Duell mit Fourie lieferte. „Leyton ist mein Freund und wir kennen uns sehr gut. Ich wusste, er würde maximal verteidigen und so kam es auch. In Kurve fünf wurde es richtig eng, aber er hat den Scheitelpunkt perfekt getroffen und ich kam nicht vorbei“, erklärte Gjerdrum nach Rang zwei. „Ich bin wirklich glücklich über das Ergebnis. Das Auto lag wie auf Schienen und uns fehlte nur ein Hauch. Wenn wir das am Sonntag noch etwas optimieren, kämpfen wir um den Sieg.“

Die Freude bei ihren Teamkollegen Kalus/Blum war nach Rang drei allerdings gedämpft, nachdem sie zwischenzeitlich um den Sieg gekämpft hatten. Knapp vier Sekunden ließ das Duo beim zweiten Stopp liegen, da die Zeit nach einem technischen Problem manuell heruntergezählt werden musste. „Als ich schließlich auf die Strecke kam, hatte unser Schwesterauto schon warme Reifen und ging problemlos vorbei. Nur eine Runde später waren meine Reifen da, aber in der verwirbelten Luft hatte ich keine Möglichkeit mehr. Ich habe mein Bestes gegeben und versucht, beim Bremsen näherzukommen. Irgendwann haben meine Vorderreifen aufgegeben“, erklärte Kalus zu Rang drei.

Platz vier ging schließlich an die lange Führenden Pichler/Bönighausen im Porsche, die ebenfalls nach dem zweiten Stopp mit kalten Reifen Boden verloren. Rang fünf holten Sandro und Juliano Holzem (22/Polch/beide Schubert Motorsport), die sich von Startplatz zwölf stark nach vorne gearbeitet hatten. Robin Rogalski (26/POL)/Simon Connor Primm (21/Großschirma/beide HGL Racing) wurden Sechste, nachdem ihr Audi im Mittelstint einige Konkurrenten passieren lassen musste. Dahinter sortierten sich Storm Gjerdrum (16/NOR)/Fabio Rauer (19/Stolberg/beide FK Performance Motorsport) in einem weiteren BMW vor John Paul Southern (24/USA)/Jonas Karklys (36/LIT/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 ein. Platz neun holten ihre Teamkollegen Tim Hütter (19/AUT)/Ethan Brown (21/SGP). Die Top-10 komplettierten Jamie Day (20/GBR)/Baudouin Detout (25/FRA/beide Comtoyou Racing) im Aston Martin Vantage GT3 Evo.

Das Podium am Salzburgring: Fabian Dybionka, Emil Gjerdrum, Leyton Fourie, Tim Zimmermann, Kiano Blum und Niklas Kalus (v.l.) © Foto: ADAC

Das zweite Qualifying des Wochenendes findet am Sonntag um 9:15 Uhr statt und ist auf Youtube.com/ADACMotorsports live zu sehen. Das Rennen startet erneut um 14:05 Uhr und wird in voller Länge auf Joyn, Servus TV On und Youtube gestreamt.