Jubelstimmung der österreichischen Fans, Rekordzieleinlauf und Prominenz auf dem Podium. Der Fahrerlagerradar vom Saisonauftakt des ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring.
Österreichische Festspiele
Rot-weiß-rot im Freudentaumel beim ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring. Im zweiten Lauf am Sonntag feierte Lokalmatador Leo Pichler aus Weiz gemeinsam mit seinem österreichischen Team Razoon – more than Racing und Teamkollege Colin Bönoghausen einen ungefährdeten Sieg. Es war der erste Erfolg eines österreichischen Piloten im ADAC GT Masters seit Norbert Siedler 2011 triumphiert hatte. Die Protagonisten und die Fans auf der Tribüne strahlten während der Nationalhymne mit der Sonne um die Wette. Noch besser machte die Laune Rang zwei von Pavel Lefterov/Mark Kastelic im zweiten Razoon-Porsche – ein lupenreiner Doppelsieg. Bereits am Vortag gab es Grund zum Jubeln. Österreicher Kiano Blum aus Fußach feierte im Ford Mustang GT3 Rang zwei und schrammte nur hauchdünn am Sieg vorbei. Auch Ernst Kirchmayr feierte auf dem Podium. Im Ferrari 296 GT3 gewann er in beiden Rennen im Pro-Am Cup. Der vierte Österreicher, Tim Hütter im Lamborghini vom Liqui Moly Team Engstler Motorsport, reiste ebenfalls nicht mit leeren Händen vom Heimspiel ab. Er sammelte wertvolle Punkte in beiden Rennen.
Historischer Zielleinlauf auf dem Red Bull Ring
An Spannung und Drama war der Zieleinlauf des ersten Rennens auf dem Red Bull Ring kaum zu überbieten. Der Führende Niklas Kalus im Ford und sein Verfolger Felix Hirsiger im Lamborghini lieferten sich ein unerbittliches Duell, das mit einem kleinen Ausrutscher und dem Führungswechsel in allerletzter Sekunde endete. Mit lediglich 0,147 Sekunden Vorsprung überquerte Hirsiger als Sieger die Ziellinie. Der engste Zieleinlauf in der Geschichte des ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring – aber nur sehr knapp. Denn 2023 überquerte FK Performance Motorsport als Sieger mit 0,148 Sekunden Vorsprung auf Schubert Motorsport die Ziellinie in der Steiermark. Der knappste Zieleinlauf in der Serienhistorie war 2015 auf dem Sachsenring, als ebenfalls Schubert Motorsport einen Doppelsieg feierte und zwischen ihren beiden BMWs beim Überfahren der Linie nur 0,126 Sekunden lagen.
Abräumer des Wochenendes
Eine Pole-Position, ein Sieg, ein Podium, Führender in der Gesamt-, Silver Cup- und „Road-to-DTM“-Wertung. Für Finn Zulauf vom Liqui Moly Team Engstler Motorsport verlief der Saisonauftakt am Red Bull Ring wie ein Traum. „Sowas habe ich noch nie erlebt. Wir haben in der Box mindestens genauso geschrien wie Felix im Auto“, strahlte der 21-Jährige nach dem Sieg. Dass es am Sonntag nochmals für eine Podiumsplatzierung reichte, war die Kirsche auf der Torte. „Wir wären nach diesem starken Auftakt auch mit Rang fünf schon super zufrieden gewesen. Wichtig war mir, dass der Saisonauftakt gelingt. Vergangenes Jahr stand ich beim ersten Rennen auch auf der Pole und es sah nach einem tollen Wochenende aus. Am Ende bin ich mit meinem damaligen Team zweimal ausgefallen und sehr enttäuscht abgereist“, erinnerte sich Zulauf.
Prominenz auf dem Podium
Die Gewinner des Samstagsrennens durften sich über ganz besondere Gäste bei der Siegerehrung freuen. Die Pokale wurden ihnen von ADAC Ehrensportpräsident Hermann Tomczyk und Claudia Pechstein überreicht. Wie sich die Piloten auf dem Podium fühlen, kann wohl kaum eine andere besser beurteilen als die ehemalige Eisschnellläuferin Pechstein. Sie wurde in ihrer Karriere fünffache Olympiasiegerin und sechsfache Weltmeisterin und freute sich sehr, die Pokale an die Nachwuchspiloten im ADAC GT Masters zu überreichen – natürlich nicht ohne den ein oder anderen lustigen Spruch.
Top-Einstand für HGL Racing
Neueinsteiger HGL Racing zeigte gleich in seinem ersten ADAC GT Masters-Rennen eine starke Leistung. Die Mannschaft mit dem Audi R8 LMS GT3 Evo 2 legte die Aufholjagd des Rennens hin, als sie von Startplatz 13 bis auf Platz vier fuhren. Robin Rogalski zeigte einen fehlerfreien ersten Stint und übergab das Auto auf Teamkollege Simon Connor Primm. „Ich habe in meinem Stint fünf oder sechs Autos überholt und gar nicht realisiert, dass wir bis auf Rang vier nach vorne gekommen sind“, freute sich Primm. „Das Team hat über den Winter wirklich hart gearbeitet und man hat allen angemerkt, dass nach diesem guten Ergebnis für uns als Neueinsteiger allen eine Last von den Schultern gefallen ist.“ Im Sonntagsrennen untermauerte die Mannschaft mit Rang acht nochmals den starken Einstand.
Die Klasse von 2026
Beim Saisonauftakt des ADAC GT Masters durfte natürlich das obligatorische Gruppenfoto nicht fehlen. Bei Kaiserwetter versammelten sich die 28 Piloten vor traumhafter Alpenkulisse am Red Bull Ring. 2026 ist die Serie international wie selten zuvor. Aus 15 Ländern, die sich auf vier Kontinente verteilen, stammen die Piloten im Alter von 16 bis 36 Jahren.




