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ADAC GT Masters·6.8.2026

Ein Blick hinters Visier: Kiano Blum und Niklas Kalus

Sie teilen sich das Cockpit und kämpfen gemeinsam um Tausendstelsekunden auf der Strecke – doch wie ticken sie abseits des Lenkrads. Die Fahrer-Duos des ADAC GT Masters beantworten persönliche Fragen über sich selbst und ihren Teamkollegen. Von Kochkünsten bis Temperament: Wie schätzen sich die Duos ein. Heute Kiano Blum und Niklas Kalus, die sich den Ford Mustang GT3 Evo des Haupt Racing Teams teilen.

Wer von euch ist der Frühaufsteher und wer der Langschläfer?

Niklas Kalus: Wir stehen beide gegen sieben oder acht Uhr auf, also sind wir uns ähnlich. Keine Ahnung, ob das jetzt Frühaufsteher oder Langschläfer ist.

Wer von euch ist der bessere Koch?

Kiano Blum: Ich koche sehr gerne, ich wasche aber leider nicht gerne ab (lacht). Wenn ich Lust habe, koche ich gerne mit Freunden zusammen. Das passiert so einmal im Monat.

Am Nürburgring überquerten Niklas Kalus und Kiano Blum zweimal als Zweite die Ziellinie © Foto: ADAC

Wer von euch ist ungeduldiger?

Niklas Kalus: Ich bin generell ein geduldiger Mensch, aber das ist immer davon abhängig, bei was und vor allem bei wem.

Wer von euch beiden ist detailverliebter?

Kiano Blum: Ich würde mich als Perfektionist im normalen Leben bezeichnen. Ob das jetzt detailverliebt ist, weiß ich nicht. Bei meinem Auto muss schon alles passen.

Niklas Kalus: Ich mache sehr ungern sauber. Wenn ich es aber tue, dann sitze ich auch drei oder vier Stunden da, um jedes Detail ordentlich zu reinigen.

Wer von euch ist spontan und wer ist der Planer?

Niklas Kalus: Ich bin schon sehr spontan.

Kiano Blum: Dann bin ich der Planer. Eigentlich zwar auch nicht wirklich, aber im Vergleich zu Niklas schon eher. Innerhalb meines Freundeskreises bin ich der Spontane.

Niklas Kalus und Kiano Blum sind zur Sommerpause Dritte in der Gesamtwertung © Foto: ADAC

Wer von euch ist ehrgeiziger?

Niklas Kalus: Da wird jeder immer sich selbst nennen.

Wer von euch ist ordentlicher?

Kiano Blum: Ich. Wenn man meinen Spint mit seinem vergleicht, gibt es da keinen Zweifel.

Niklas Kalus: Ich habe zuhause mein Schlafzimmer und das ist immer sauber, denn da bin ich nie. In meinem zweiten Zimmer halte ich mich meistens auf und darüber spreche ich jetzt nicht (lacht).

Kiano Blum: In dieser Beziehung kommt bei mir wieder der Perfektionist durch. Ich möchte alles geordnet und strukturiert haben.

Wer von euch beiden ist pünktlicher?

Niklas Kalus: Wir sind beide pünktlich. Wenn uns das Team sagt, seid zu dieser Uhrzeit da, sind wir das auch beide. Grundsätzlich hasse ich es, unpünktlich zu sein. Einen Termin machen und dann nicht rechtzeitig da zu sein, finde ich sehr unangenehm.

Kiano Blum: Ja, pünktlich sind wir beide. Wenn uns das Team aber einen Korridor vorgibt, wann wir da sein müssen, ist immer Niklas früher dran, weil er hier an der Strecke im Wohnwagen schläft.

In Zandvoort erzielte das Duo sein zweites Saisonpodium © Foto: ADAC

Wer von euch ist extrovertierter?

Niklas Kalus: Vor drei Jahren hätte ich mit Sicherheit gesagt, dass Kiano extrovertierter ist. Durch das Rennfahren habe ich aber auf jeden Fall einen großen Sprung gemacht, weil ich auch oft Dinge machen musste, die ich vielleicht privat nicht gemacht hätte. Deshalb wohl unentschieden.

Wer von euch ist kompromissbereiter?

Kiano Blum: Bezogen auf unseren Ford sind wir uns ähnlich. Wir schauen immer, dass es für beide passt und versuchen die goldene Mitte zu finden. Einmal ist es für den einen etwas besser und einmal für den anderen.Wir sind beide keine Typen, die partout auf ihr Recht bestehen.

Wer von euch ist impulsiver?

Kiano Blum: Wenn es um Strafen oder derartige Dinge geht, dann ich. In solchen Situationen brauche ich Zeit für mich und verarbeite alles. Sobald es wieder auf die Strecke geht, ist dann alles vergessen.

Wer von euch ist kreativer?

Niklas Kalus: Ich bin sowas von unkreativ, dass ich in der Schule sogar eine 5 in Kunst hatte. Das grenzte an Arbeitsverweigerung. Ich habe Kunst auch abgewählt, sobald ich die Chance dazu hatte.

Kiano Blum: Ernsthaft (lacht)? Gut, der Punkt geht dann wohl an mich. Kunst war sogar eines meiner Lieblingsfächer, weil es easy going war und man sich nicht wirklich anstrengen musste (lacht). Ich würde mich jetzt nicht unbedingt als kreativ, was Zeichnen oder Schule angeht, bezeichnen, aber im Leben. Ich finde eigentlich immer eine Lösung.

Niklas Kalus: In dem Punkt gehe ich mit. Aber sich Sachen ausdenken oder zeichnen, darin bin ich echt nicht gut.

Der Ford Mustang GT3 des Haupt Racing Teams © Foto: ADAC

Wer von euch ist risikofreudiger?

Kiano Blum: Im normalen Leben gehe ich jetzt nicht übermäßige Risiken ein. Skifahren ist da so ein Thema. Oder auch im Sommer, wenn meine Freunde aus großen Höhen ins Wasser springen. Ich bin genau der Typ, der das auch machen würde, lasse es aus Vernunft und wegen des Verletzungsrisikos aber sein. Im Rennauto sieht das anders aus. Ich nehme das Risiko und wenn es mal nicht klappt, dann eben nicht.

Niklas Kalus: Im Alltag bin ich eher langweilig, was das Thema angeht. Tatsächlich denkt man auch aufgrund des Verletzungsrisikos über alles zweimal nach. Auf der Rennstrecke kommt man manchmal in einen Rausch. Im Nachhinein sieht man sich Videos an und merkt, oh, das war ja doch recht knapp.

Wer von euch ist reizbarer?

Niklas Kalus: Das kommt ganz auf die Person an. Wenn es nicht die bestimmten Personen sind, dann fast gar nicht. Da müsste schon sehr viel passieren.

Kiano Blum: Nach außen überhaupt nicht. Wenn eher nach innen, da denke ich mir schon das ein oder andere Mal, ob das wirklich so sein muss.

Wer von euch ist der Optimist und wer der Pessimist?

Kiano Blum: Ich bin schon eine sehr optimistische Person – generell im Leben. Ich denke mir immer, ach komm, es wird schon gutgehen. Irgendwie wird es auch immer.

Niklas Kalus: Ich bin auch eher der Glas-halbvoll-Typ. Gleichzeitig ist es besser, die Erwartungen in manchen Bereichen zu dämpfen, dass man am Ende nicht enttäuscht wird.