Robin Siegert weitet Triumphserie auf elf Erfolge aus. Anina Urlaß sichert sich den Vizetitel mit Sieg im letzten Rennen. Thias Wenzel komplettiert die deutsche Spitzengruppe als Dritter.
Bei wechselhaften und frischen Wetterbedingungen starteten die Nachwuchsfahrer des Moto4 Northern Cup am vergangenen Wochenende zum großen Saisonfinale auf dem TT Circuit Assen im Rahmen der British Superbike Championship. Obwohl Robin Siegert den Titel bereits in der Tasche hatte, setzte er mit einem Erfolg im ersten verregneten Rennen seine Siegesserie fort, während Anina Urlaß das Zepter im sonnigen zweiten Lauf am Sonntag in die Hand nahm und mit einem knappen Vorsprung ihre Saison und den Vizetitel perfekt machte.
Robin Siegert vom Kiefer Racing Team hatte sich schon zur vorletzten Runde der Saison in der Motorsport Arena Oschersleben den Meistertitel im Moto4 Northern Cup 2026 gesichert, ließ aber dennoch auch beim Finale in den Niederlanden nicht nach. Der vom Motorsport Team Germany geförderte Pilot sicherte sich im Qualifying den zweiten Rang und setzte sich im ersten Lauf mit einem elften Sieg in Folge und 7,333 Sekunden Vorsprung vor Miro Masson aus Belgien und Quinn de Joode aus den Niederlanden durch. „Ich konnte mich mit konstant guten Rundenzeiten nach vorne kämpfen und das war dann mein letzter Sieg im Moto4 Northern Cup“, fasst Siegert zusammen.
Im zweiten Rennen musste sich der 15-Jährige knapp geschlagen geben und kam mit 0,229 Sekunden Rückstand als Dritter ins Ziel. „Es ging etwas verrückter zu. Es gab eine sehr große Gruppe, die miteinander gekämpft hat. Das hat richtig viel Spaß gemacht“, fährt er fort. Zum Abschluss bedankt sich der Champion: „Ich bin extrem dankbar, dass es so gut über die Bühne gebracht wurde. Vielen, vielen Dank an das ganze Moto4 Northern Cup Team, ich hatte tolle zwei Jahre und habe so viel gelernt. Wie so oft schon gesagt auch vielen Dank an mein Kiefer Racing Team. Ohne all die Personen, die dahinter stehen wäre es nicht möglich.“
Für Anina Urlaß lief das Wochenende zunächst schwieriger an. Die schnelle 16-Jährige belegte im Qualifying lediglich Platz acht und fuhr von dort aus im ersten Rennen als Zehnte ins Ziel. Doch die vom Motorsport Team Germany geförderte Pilotin zeigte ihre Stärke dann am sonnigen Sonntag und setzte sich in einem spannenden Kampf um 0,126 Sekunden gegen den Pole-Setter Adam Vyskocil aus Tschechien durch. Damit holte sie nach einem Triumph beim Auftakt in Assen ihren zweiten Sieg auf der beliebten Grand-Prix-Strecke.
„Das Wochenende war sehr durchwachsen“, beginnt die Mass Sports by Jrp Motorsport-Fahrerin. „Ich hatte einen guten Start und auch ein gutes Gefühl im Regen. Im Qualifying haben wir uns ein bisschen verpokert, weil wir dachten, es trocknet ab. Daher war mein Startplatz auch nicht super, aber immer noch ganz ok. Im ersten Rennen habe ich mich einfach gar nicht wohlgefühlt, ich bin überall nur gerutscht, deshalb nur Platz zehn, aber wichtige Punkte mitgenommen. Am Sonntag habe ich mich richtig wohlgefühlt. Ich konnte mich in der Gruppe durchsetzen und den Sieg holen – ein super Abschluss für diese Saison, die von vielen Höhen und Tiefen geprägt war. Wir hatten dennoch eine starke Saison, somit kann ich beruhigt in den Winter gehen“, ergänzt sie.
Thias Wenzel, der gegen Urlaß um den zweiten Rang in der Meisterschaft kämpfte, konnte sich zunächst für Startplatz fünf qualifizieren, rutschte aber in der Ausfahrt zur Startaufstellung vor dem ersten Rennen im Nassen übers Vorderrad weg und musste damit am Samstag erst einmal einen Nuller verkraften. Der 17-Jährige erklärt entschuldigend: „Im ersten Rennen bin ich leider früh durch einen eigenen Fehler gestürzt.“
Am Sonntag landete der Team Nsa-Fahrer auf dem achten Patz. „Im zweiten Rennen war der Speed da, allerdings hatte ich leider Schaltprobleme, weshalb ich am Ende nur Achter wurde“, so Wenzel. Der vom Motorsport Team Germany geförderte Fahrer sichert sich dennoch den dritten Rang in der Gesamtwertung des Moto4 Northern Cup 2026.
Ganz leer ging hingegen Danny Hinkelmann am letzten Rennwochenende aus. Der 15-Jährige hatte sich zunächst nur für Position 25 qualifiziert und schrammte mit Platz 16 im ersten Lauf knapp an den Punkten vorbei. Das zweite Rennen musste er nach nur wenigen Runden frühzeitig beenden. Dennoch schließt der Hinkelmann DH14 Racing-Fahrer die Saison auf Position acht der Gesamtwertung ab.
Jason Rudolph zog mit insgesamt 22 Punkten mit seinem besten Rennwochenende der Saison gleich. Der Motorsport Team Germany-Förderpilot sicherte sich mit Platz drei im Qualifying zunächst einen Start aus der ersten Reihe und fuhr im ersten Rennen auf Position sieben ins Ziel. Im zweiten Lauf kämpfte er bis zum Ende der 14 Runden in der Spitzengruppe und musste sich schließlich um nur 0,086 Sekunden gegenüber Siegert im Kampf um seinen ersten Podestplatz geschlagen geben.
„Das Wochenende war echt perfekt. So die Saison abzuschließen ist für mich super“, strahlt der Racingteam Rudolph-Fahrer, der 2026 auf Platz zehn der Gesamtwertung beendet. „Meine Starts waren nicht die Besten, aber es hat trotzdem funktioniert. Im ersten Rennen hatten wir leider ein paar Probleme mit den Reifen, aber am Ende habe ich es noch geschafft, den siebten Platz zu erreichen.“ Der 16-Jährige bezeichnet das zweite Rennen als bestes der gesamten Saison. Er fährt fort: „Ich konnte von Anfang an mit in der Führungsgruppe mitfahren und das Rennen sogar mehrere Kilometer anführen. Am Ende war es Platz vier, wir hatten ein paar harte Kämpfe, aber ich bin sehr zufrieden die Saison als Rookie so gut abzuschließen.“
Für Smilla Göttlich waren am Wochenende nur insgesamt vier Punkte drin. Die Team Freudenberg – Paligo Racing-Fahrerin musste sich in beiden Rennen von Startplatz 21 nach vorne kämpfen. Im ersten Rennen war sie gezwungen mit einem technischen Problem frühzeitig aufzugeben, dafür konnte sie mit Platz zwölf im zweiten Lauf punkten.
„Freitag und Samstag in Assen waren extrem schwierig, Ich musste in Rennen eins leider nach vier Runden in die Box fahren, da ich Probleme mit dem Motorrad hatte, am Sonntag konnte ich dann von Platz 21 auf Platz zwölf vorfahren“, berichtet sie. Die 15-jährige Motorsport Team Germany-Förderpilotin beendet eine schwierige Saison damit dennoch in den Top-15 der Tabelle und resümiert: „Es ist natürlich nicht da, wo ich sein will, aber über den Winter werde ich viel arbeiten, um nächste Saison im Moto4 Northern Cup vorne dabei zu sein.“
Louis Wolff hatte sich am Samstagmorgen zwar zunächst für Startplatz 15 qualifiziert, konnte aber ein erstes sehr starkes Rennen aufgrund eines Sturzes kurz vor dem Ziel nicht beenden. „Ich habe mich trotz der schwierigen Bedingungen im ersten Rennen wohlgefühlt und konnte schon in der ersten Runde auf Platz vier vorfahren und war sogar Zweiter. Leider habe ich dann in der vorletzten Runde einen Fehler gemacht. Ich bin beim Anbremsen auf die weiße Linie gekommen und dadurch ist mir das Vorderrad eingeklappt“, berichtet er.
Im zweiten Lauf fuhr er tapfere 14 Runden und kam schließlich auf Position 19 ins Ziel. „Am Sonntag hatte ich wahrscheinlich aufgrund des Sturzes von gestern Probleme mit meinem Motorrad und konnte deshalb nicht gut mitfahren. Insgesamt war es aber trotzdem ein gutes Wochenende. Vor allem mit Rennen eins konnte ich zeigen, dass ich mitfahren kann, was mir Sicherheit gegeben hat“, so der 18-Jährige beendet die Saison 2026 auf Rang 19 der Gesamtwertung.
Mit Rang sieben im Qualifying machte sich Tudor Dedea für die letzten beiden Saisonrennen große Hoffnungen. Der 16-Jährige konnte sich im ersten Rennen sogar auf Platz zwölf durchsetzen und sammelte damit vier wertvolle Meisterschaftspunkte. Der zweite Lauf war für den Tudor Racing-Piloten jedoch nach einem Sturz in Runde vier unglücklicherweise frühzeitig zu Ende. Dedea landet am Saisonende auf Gesamtposition 21.
„Das erste Rennen lief von Anfang an nicht so wie geplant. Ich kam leider nur als Zwölfter ins Ziel. Im zweiten Rennen war mein Gefühl viel besser“, fährt Dedea fort. Beim Versuch einem anderen Fahrer auszuweichen geschah sein Sturz: „Ich musste komplett in die Bremsen greifen. Das half aber leider nicht, weil ein anderer Fahrer auch von außen in die Kurve reingefahren kam. Da ich auf der Bremse war, konnte ich auch nicht mehr lenken und hatte keine Chance außer geradeaus in den anderen Fahrer zu stürzen.“ Mit Bedauern ergänzt er: „Leider verlief das Rennwochenende nicht ganz wie geplant, aber ich sehe das als eine Lernmöglichkeit für die nächsten Jahre.“
Währenddessen legte Ole Säuberlich in Assen einen ersten Gaststart im Moto4 Northern Cup hin. Der 14-Jährige landete in seinem ersten Qualifying zunächst auf Platz 22 und sicherte sich im ersten Rennen mit Platz 15 sogar einen ersten Punkt. Im zweiten Lauf fuhr er auf Position 18 ins Ziel.


