Zwillingsbruder Patriks ist bester Trainingspartner. Sportliche Erfolge neben dem normalen Schulalltag. 2027 „Mission Titelverteidigung“ im ADAC MX Junior Cup 85.
Schnelle Brüderpaare hat es im Motocross schon einige gegeben. Doch Zwillinge, die auf extrem hohem Level fahren, sind äußerst selten. Die lettischen Zwillinge Martins und Patriks Cirulis haben in der vergangenen Saison dem ADAC MX Junior Cup 85 eine ganz besondere Würze verliehen und das sportliche Niveau deutlich angehoben. Ob es bei so viel Konkurrenzdruck zum Familienzwist kommt, verriet uns der frisch gebackene Champion Martins Cirulis (LAT/Schmicker Silve Racing) im Interview.
Herzlichen Glückwunsch zum Gewinn des ADAC MX Junior Cup 85! Wie groß ist die Freude über den Meistertitel? Martins Cirulis: „Ich freue mich sehr, denn jeder Titel, den ich gewinne, bringt neue Emotionen und Freude mit sich. Das ist der größte Erfolg meiner bisherigen Motocross-Karriere. Die Meisterschaft war in dieser Saison mein Ziel, aber ich wusste auch, dass es nicht einfach werden würde. Umso glücklicher bin ich, dass es geklappt hat.“
Was war die größte Stärke in der Saison 2026? Gab es Veränderungen im Vergleich zu den Vorjahren? „Meine größte Stärke ist mein Bruder Patriks. Wir sind Zwillinge und pushen uns gegenseitig enorm. Er ist mein bester Trainingspartner und mein größter Rivale. Es ist immer toll, ihn zu schlagen – im Training genauso wie bei den Rennen. Das bringt uns beide gemeinsam weiter nach vorne. Ich konnte mich zudem an den ADAC MX Masters-Wochenenden voll auf das Team Schmicker Silve Racing verlassen, sie haben sich sehr gut um uns gekümmert.“
Wie kam es zum Einstieg in den Motocross-Sport? „Ich fahre Motocross, seit ich fünf Jahre alt bin. Jetzt bin ich 13. Zum Geburtstag hat mir mein Vater ein kleines Motorrad aus China geschenkt und mich zu meinen ersten Rennen mitgenommen. Am meisten Spaß machen mir gute Ergebnisse, Siege und die Duelle mit meinen Konkurrenten.“
Gibt es bei der internen Konkurrenz manchmal Spannungen in der Familie? „Ich würde sagen, die Familie steht an erster Stelle. Das ist klar, denn in einem engen Rennen würde ich meinen Bruder auf keinen Fall abräumen oder blockieren. Zuerst sind wir Brüder, erst danach Rennfahrer.“
Wie lassen sich Schule, Training und die Reisen zu den Rennen unter einen Hut bringen? „Ich gehe in Garkalne auf eine ganz normale Schule und wir haben jeden Tag Präsenzunterricht. Unsere Schule unterstützt uns sehr: Wenn wir es vorher absprechen, dürfen wir für Training und Rennen fehlen.“
Gibt es jemanden, der besonders großen Einfluss auf das Fahren und die Karriere hat? „Ja, unser Trainer Augusts Justs. Aber auch der lettische Verband und unsere Sponsoren sind wichtig – ohne sie wäre es unmöglich, in diesem Sport anzutreten.“
Wie wichtig ist es, sich in der ADAC-Serie mit Fahrern aus anderen Ländern zu messen? „Es ist eine der besten Serien, in der ich gegen die schnellsten Fahrer Europas antreten kann, und das ist mir sehr wichtig.“
Welches Rennwochenende der ADAC-Saison 2026 bleibt besonders in Erinnerung? „Am meisten in Erinnerung geblieben ist mir Dreetz, wo ich zwei Holeshots geholt und beide Läufe gewonnen habe. Die Veranstaltung in Tensfeld würde ich gerne vergessen. Es hat geregnet, und die Strecke war sehr schwierig und schlammig.“
Wie sehen die Pläne für 2027 aus – in welchem Team und in welchen Serien geht es an den Start? „In der nächsten Saison fahren wir wieder im ADAC MX Junior Cup 85, dazu kommen die Dutch Masters, die Europameisterschaft und die Junioren-Weltmeisterschaft. Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich bei allen unseren Sponsoren und Trainern bedanken. Ohne euch würden unsere Träume nicht wahr werden. Wir sehen uns in der Saison 2027!“



