Am vergangenen Wochenende kamen die Piloten des ADAC Mini Bike Cup im bayerischen Schlüsselfeld zum Saisonfinale 2026 zusammen. Bei spätsommerlichem Wetter dominierte Umsteiger und Gaststarter Lukas Mayer (Neubeuern) mit einem Doppelsieg in der Klasse MotoMini 190. Im Klassement MotoMini 160 holte sich Ben Warzecha (Glauchau) mit zwei weiteren Laufsiegen auf der 825 Meter langen Strecke den ADAC Mini Bike-Titel. Bruno Stark (Oberheldrungen) raste bei den ADAC Mini Bike Junioren zu seinem ersten Doppelsieg.
Ohvale MotoMini-190-Klasse
Lukas Mayer verbesserte seine Rundenzeit im zweiten Qualifying auf 37.273 Sekunden und schnappte sich damit die Pole-Position. Julius Brosius (Zwickau) qualifizierte sich mit seiner Bestzeit von 37.552 Sekunden für den zweiten Startplatz. Finja-Inken Niehues (Lüdinghausen) setzte mit 37.968 Sekunden die drittschnellste Zeit und komplettierte die erste Startreihe.
Gaststarter Julius Brosius übernahm am Start die Führung, Polesetter Mayer fiel auf Rang vier zurück. Niehues reihte sich mit einem guten Start auf zwei ein. In der ersten Runde übernahm Manuel Kröner (Werdau) Rang zwei und hängte sich in den Windschatten des Führenden. Lukas Mayer arbeitete sich durch die Verfolgergruppe bis auf Position zwei vor. Am Hinterrad von Brosius lauerte er auf eine Lücke zum Überholen. In der letzten Runde übernahm er die Führung und gewann den ersten Lauf. Brosius folgte 0.216 Sekunden später. Finja-Inken Niehues raste als Dritte ins Ziel. Auf Position vier überquerte Helena Weiderer (München) die Ziellinie. Manuel Kröner stürzte in der neunten Runde, blieb unverletzt, nahm das Rennen wieder auf und komplettierte die Top-Five.
Mit einem guten Start in den 19 Runden langen zweiten Lauf übernahm Julius Brosius die Führung. Lukas Mayer fiel wie in Lauf eins auf Rang vier zurück. Erneut startete er eine Aufholjagd und kämpfte sich nach fünf Runden an die Spitze zurück. In Führung liegend setzte er sich kontinuierlich ab und gewann das Rennen mit 5.008 Sekunden Vorsprung. Brosius wurde auf Position zwei abgewunken. Manuel Kröner komplettierte das Podest mit Rang drei. Finja-Inken Niehues raste als Vierte ins Ziel, vor Helena Weiderer auf Platz fünf. Kröner gewinnt die ADAC MotoMini-190 Meisterschaft 2026 mit 422 Punkten. Niehues beendet die Saison mit 332 Zählern auf Rang zwei. Dritte wird Weiderer mit 312 Punkten.
Lukas Mayer (1./1., Neubeuern): „Mit der Ohvale-190 fühlt es sich richtig gut an und ich habe schon viel Vertrauen ins Motorrad aufgebaut. Hier in Schlüsselfeld mag ich die Bergauf- und Bergab-Passagen. In den Trainings lief es, bis auf meinen Sturz gestern und heute Morgen, gut, aber das konnte ich schnell hinter mir lassen und wieder Vollspeed gehen. Am Start bin ich nicht so gut weggekommen und musste mich wieder vorkämpfen. Da es hier nur wenige Kurven zum Überholen gibt, war es nicht so einfach, wieder ganz nach vorn zu kommen. Beim zweiten Rennen bin ich wieder nicht gut gestartet, diesmal konnte ich mich aber schneller zurück in Führung kämpfen und einen Vorsprung aufbauen.“
Ohvale MotoMini-160-Klasse
Im ersten Zeittraining setzte Ben Warzecha eine Bestzeit von 38.018 Sekunden und stellte seine Ohvale-Maschine auf die Pole. Für die zweite Position auf dem Grid qualifizierte sich Till Trinks (Meerane) mit einer Zeit von 38.147 Sekunden. Elias Caydas (Landsberg) folgte mit 38.227 Sekunden auf Rang drei in der Startaufstellung.
Polesetter Warzecha behauptete seine Spitzenposition am Start des ersten Rennens. Elias Caydas reihte sich dahinter auf Position zwei ein. Beide Piloten lieferten sich ein enges Rennen, das Ben Warzecha mit 0.083 Sekunden Vorsprung gewann. Caydas folgte auf Platz zwei ins Ziel vor Till Trinks, der schon am Start auf Position drei zurückfiel. Ron Richter (Oelsnitz) kämpfte sich kontinuierlich durchs Verfolgerfeld und beendete den Lauf als Vierter vor Karl Henry Todorovic (Chemnitz) auf Position fünf.
Ben Warzecha gewann auch den Start ins zweite, 19 Runden lange Rennen. Hinter ihm reihten sich Trinks und Caydas auf zwei und drei ein. Trinks ging in der dritten Runde an Warzecha vorbei in Führung, Caydas überholte ihn in Runde fünf. Schon einen Umlauf später eroberte sich Warzecha Position zwei zurück und lauerte im Windschatten von Trinks darauf, sich die Führung zurückzuerobern. In der elften Runde übernahm er die Spitze des Feldes und verteidigte diese bis zur Zielflagge. Elias Caydas ging eine Runde später ebenfalls an Trinks vorbei und beendete den Lauf als Zweiter. Till Trinks folgte auf Platz drei ins Ziel. Ron Richter und Karl Henry Todorovic komplettierten die Top-Five auf den Positionen vier und fünf.
Nach 18 Wertungsläufen beendet Warzecha mit 430 Zählern die Saison als Gesamtsieger des ADAC Mini Bike Cup in der Klasse MotoMini-160. Trinks folgt mit 376 Punkten auf Rang zwei. Dritter der Gesamtwertung ist Richter mit 230 Zählern.
Ben Warzecha (1./1., Glauchau, ADAC MotoMini-160 Meister 2026): „Die Strecke von Schlüsselfeld ist nicht so lang, aber sie ist schnell und macht viel Spaß. Am Freitag lief es von Beginn an gut. Ich konnte mich schnell an meine Bestzeit vom letzten Jahr herantasten und heute im letzten Training bin ich dann ein Zehntel schneller gefahren. In den Qualifyings konnte ich mir die Pole holen. Im ersten Rennen war Elias (Caydas) hinter mir, er hat versucht, mich anzugreifen. Da habe ich die Linie zugemacht, danach hat er es nicht noch einmal probiert und ich habe das Rennen gewonnen. Im zweiten Rennen waren wir zu Beginn eine Vierergruppe. Ich bin zwischenzeitlich auf drei zurückgefallen, dann habe ich ein Comeback gestartet. Zuerst bin ich an Elias vorbei und einige Runden später an Till. In Führung liegend konnte ich wegfahren und erneut gewinnen. Mit meiner Saison bin ich sehr zufrieden.“
ADAC Junioren
Die Pole-Position für die Finalläufe schnappte sich Bruno Stark mit seiner schnellsten Runde von 39.673 Sekunden aus dem ersten Qualifying. Valentin Kriescher (Freising) verbesserte seine Zeit im zweiten Zeittraining auf 39.915 Sekunden und reihte sich auf Position zwei auf dem Grid ein. Mit der drittschnellsten Runde von 40.050 Sekunden komplettierte Mika Fleischer (Schmitten) die erste Startreihe.
Fleischer startete am schnellsten in den ersten Lauf. Bruno Stark konterte schon wenig später und setzte sich an die Spitze des Feldes. Der Nachwuchspilot vom AMC Sachsenring verteidigte seine Führung gegen Mika Fleischer, der in seinem Windschatten lauerte, bis zur Ziellinie. Fleischer wurde nur 0.172 Sekunden später auf Rang zwei abgewunken. Valentin Kriescher reihte sich nach Problemen am Start auf Position drei ein und verteidigte diese über die komplette Renndistanz. Valentin Blümel (Allmannshofen) verbesserte sich am Start von Platz fünf auf vier. Malik Karacoban (Mörfelden-Walldorf) reihte sich nach einem guten Start auf Position fünf ein. Blümel und Karacoban lieferten sich ein enges Rennen. In der dritten Runde übernahm Karacoban Rang vier und behauptete diesen bis zur Zielflagge. Blümel raste als Fünfter ins Ziel.
Am Start zum 16 Runden langen zweiten Lauf behauptete Bruno Stark die Führung. Der junge Sachse blieb fehlerfrei und gewann das Rennen mit 1.451 Sekunden Vorsprung. Diesmal kam Kriescher besser vom Start weg und reihte sich auf Position zwei ein. Er verteidigte seine Position bis zur Ziellinie und holte sein erstes Doppelpodium in dieser Saison. Mit einem guten Start verbesserte sich Franz Weiderer (München) auf die dritte Position. Bis zur neunten Runde verteidigte er die Podiumsplatzierung, dann kam Malik Karacoban. Der Pilot vom AMC Ettlingen lag nach dem Start auf Rang sieben und kämpfte sich an seinen Konkurrenten vorbei. In der neunten Runde eroberte er Position drei, verteidigte diese bis ins Ziel und schnappte sich sein erstes Podium in seiner Rookie-Saison bei den ADAC Mini Bike Junioren. Franz Weiderer und Valentin Blümel wurden auf den Plätzen vier und fünf abgewunken.
Unter Berücksichtigung der Streichergebnisse gewinnt Caydas die Meisterschaft der ADAC Mini Bike Junioren 2026 mit 335 Punkten. Loth wird Vizemeister mit 281 Zählern. Dritter im Gesamtklassement und Rookie of the Year wird Fleischer mit 207 Punkten.
Bruno Stark (1./1., Oberheldrungen): „Die Strecke hier ist eine Abwechslung zu anderen und ich finde sie gut. Sie hat mir schon zu Pocket-Bike-Zeiten gefallen. Am Anfang musste ich mich einfahren und das richtige Set-up finden. Das Motorrad hat sich gut angefühlt. Der erste Start hätte besser sein können, ich bin kurz auf zwei zurückgefallen und musste mich an Mika (Fleischer) vorbeikämpfen. Der zweite Start lief deutlich besser, ich konnte die Führung halten und das ganze Rennen behaupten. Insgesamt verliefen beide Rennen gut. Mit Gesamtrang vier in meiner ersten Saison in der Ohvale 110 bin ich sehr zufrieden. Im Winter trainiere ich mit dem AMC Sachsenring in der Halle mit dem Pocket Bike, um drin zu bleiben, und wenn es im Frühling wieder wärmer wird, gehen wir an den Harzring trainieren.“




