In den »Stern-Garagen«, einer der ältesten erhaltenen deutschen Hochgaragen, bietet sich der passende historische Rahmen für rund 200 Exponate von mehr als 50 Herstellern. Auf 1.000 Quadratmetern präsentiert sich das Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz e.V. mit über 150 Automobilen, Motorrädern und Fahrrädern. In chronologischen Themenboxen finden sich viele einmalige Zeugnisse der sächsischen Fahrzeugbaugeschichte zwischen dem späten 19. Jahrhundert und heute. Renn- und Geländesportfahrzeuge sind ebenso zu erleben, wie eine zeitgenössische Werkstattszene und wechselnde Sonderausstellungen. Große Namen wie DKW, Wanderer, MZ oder Diamant, aber auch kleinere Marken wie Moll oder ESWECO – in der Dauerausstellung des Museums für sächsische Fahrzeuge Chemnitz e.V. finden sie ihren Platz. Denn sie stehen stellvertretend dafür, dass Sachsen nicht nur vom Fahrzeugbau geprägt wurde, sondern ihn auch selbst wesentlich mitbestimmte. Geändert haben sich in rund zweihundert Jahren nicht nur Design und Technik, sondern ebenfalls die Bedingungen, unter denen Fahrzeuge sich bewegten. Verkehrsregeln wurden eingeführt, die Sicherheit verbessert und der Service wandelte sich immer wieder. Wer hat heute beispielsweise noch einen Chauffeur? Und wie sah früher die Arbeit des Tankwarts aus? Produktionsbedingungen wurden verbessert. So führte DKW beispielsweise 1925 das Fließband neu ein, um die Herstellung der Motorräder zu beschleunigen. Die Dauerausstellung greift anhand vielfältiger Fahrzeuge aus Sachsen diese Themen auf und lässt sie durch Fotos und Filme aus der jeweiligen Zeit lebendig werden. Eine Rennstrecke und eine historischen Werkstatt ergänzen die Zeitreise, die auch zeigt, wie Einflüsse von außen die Entscheidungen der sächsischen Firmen beeinflussten. So war die Weltwirtschaftskrise der Grund für den Zusammenschluss der vier sächsischen Firmen Audi, DKW, Horch und Wanderer zur Auto Union im Jahr 1932. Die knappen Jahre nach dem Ersten Weltkrieg ließen die Firmen mehr Fahrräder und Motorräder produzieren, da Autos für die meisten nicht bezahlbar waren. Und durch strenge Regelungen und Planungen in der Zeit der DDR wurden Fortschritte im Fahrzeugbau schwierig. Diese und viele Geschichten mehr erzählen die Autos, Motorräder und Fahrräder im Museum. Der Sonderausstellungsbereich bietet zudem die Möglichkeit, bestimmte Themen tiefer zu betrachten und durch wechselnde Fahrzeuge den Besuch jedes Mal wieder spannend zu gestalten.