Philipp Freitag über seine Saison 2017
© ADAC/Schneider Philipp Freitag über seine Saison 2017 Foto: ADAC/Schneider

Zwischen Uni und Rennstrecke

Fünf Fragen an Philipp Freitag

Zwischen Uni und Rennstrecke

Zum Saisonabschluss blickt Standard-Pilot Philipp Freitag auf das Jahr 2017 im ADAC Northern Europe Cup zurück.

Wie verlief deine Saison 2017?
Ich hatte in Assen mit einem Podestplatz einen guten Saisonstart, obwohl ich zuvor nur wenig und nur bei sehr schlechtem Wetter testen konnte. In Oschersleben lief es wie in den letzten Jahren nicht besonders gut, und ich war mit zwei fünften Plätzen nicht zufrieden. Es folgte mein Doppelsieg bei der WSBK in Donington. Am Sachsenring hatten wir Probleme mit dem neuen Belag, in Brünn fuhr ich ein sehr schlechtes Qualifying, aber in Silverstone hatte ich meine Form zurückgewonnen, auch wenn mir dort leider kein Sieg, aber zumindest ein Podestplatz gelungen ist. Beim Finale in Assen hatte ich ein sehr gutes erstes Rennen im Regen und konnte noch einmal einen Podestplatz holen. Im zweiten und letzten Rennen wollte ich selbstverständlich gewinnen, stürzte aber in der letzten Runde in Führung liegend. Besonders ärgerlich ist, dass ich so den Vize-Titel verloren habe.

Was war dein persönliches Highlight?
Die beiden Rennen in Donington. Das war ein absolut perfektes Wochenende: Ich konnte beide Rennen gewinnen. Die Strecke ist meiner Meinung nach eine der besten überhaupt, außerdem ist es immer etwas Besonderes, im Rahmenprogramm der Superbike-WM zu fahren. 

Welches Rennen war am Schwierigsten?
Beim Rennen am Sachsenring haben meine Reifen nach der Hälfte der Distanz komplett kapituliert. Ich konnte in den letzten Runden meinen Gegnern nichts mehr entgegensetzen und wurde nur Siebter. Das war ein extrem enttäuschendes Ergebnis für mich. 

Was war dein Ziel für diese Saison?
Ich wollte so viele Rennen wie möglich gewinnen und mich gegenüber dem Vorjahr verbessern, also den Titel oder Vize-Titel holen. Ich war bis zum Schluss auf dem besten Weg zum Vize-Titel, doch ein Sturz in der letzten Runde des letzten Rennens vereitelte dies, so wurde es wieder Rang drei. Wir waren in der Lage, uns noch einmal gegenüber der letzten Saison zu steigern, und haben das neben den Siegen und Podestplätzen auch mehrfach mit schnellsten Rennrunden und Führungskilometern demonstriert. Hier gilt natürlich meinem Team F. Koch Rennsport besonderer Dank. Ein Durchhänger zur Saisonmitte hat uns den Vorsprung auf Rang drei gekostet, deswegen wurde es am Ende eng, außerdem konnte ich in einer knappen Entscheidung meine gute Leistung in Silverstone nicht in einen Sieg ummünzen. Entscheidend war jedoch klar das letzte Rennen auf dem TT Circuit Assen: Ich hatte einen ausreichenden Vorsprung in der Tabelle und konnte in der Schlussphase sogar die Führung übernehmen. In der letzten Runde war ich jedoch so auf den Sieg fokussiert, dass mir das Einzige passiert ist, was ich unter allen Umständen hätte vermeiden müssen: Ich bin gestürzt. Das war natürlich sehr bitter und tut mir auch für das Team sehr leid, da wir alle hart auf eine Verbesserung im Endrang der Meisterschaft hingearbeitet hatten, doch so etwas gehört am Ende auch zum Rennsport dazu.

Wie soll deine Zukunft aussehen?
2018 ist im Moment noch unklar. Nach dem in diesem Jahr abgeschlossenen Abitur fängt für mich mit dem Studium an der Uni Hamburg ein neues Lebenskapitel an. Ich muss schauen, wie ich den Sport in meine zeitliche und finanzielle Planung einbeziehen kann. Ich könnte mir aber gut vorstellen, 2018 vielleicht in der GP-Klasse des ADAC Northern Europe Cups anzutreten. Langfristig habe ich keine feste Vorstellung. Es wäre natürlich fantastisch, wenn ich die Möglichkeit bekäme, in der Moto3-WM zu fahren und mich mit den besten Fahrern der Welt zu messen. Im Moment arbeite ich jedoch vor allem an meinem Geschichtsstudium, welches ich im Oktober begonnen habe. Es ist schwer zu sagen, wo es hingeht, aber ich würde den Motorradrennsport nach 16 aktiven Jahren ungern aufgeben.

Saison 2018