Siebter Titel für den aufstrebenden Mannheimer. Foto: ADAC/Schneider
Siebter Titel für den aufstrebenden Mannheimer. Foto: ADAC/Schneider

Dirk Geiger feiert erfolgreiche Titelverteidigung

Im siebten Himmel

Siebter Titel für den aufstrebenden Mannheimer. Fünf Siege und vier Podestplätze auf dem Weg zum Gesamttriumph.

Die Startnummer eins schießt in der ersten Runde auf den zweiten Rang nach vorne, Dauerregen erschwert die Bedingungen auf dem 4,555 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs im niederländischen Assen. Dirk Geiger (15, GER) lässt nicht locker und geht in der vierten Runde an seinem Kiefer Racing Teamkollegen Toni Erhard (16, GER) vorbei, beschleunigt sein Tempo noch einmal, gewinnt das Rennen mit 12,739 Sekunden Vorsprung nach zehn Runden und ist zum zweiten Mal Meister in der Standard-Klasse des ADAC Northern Europe Cup.

"Ich bin überwältigt. Obwohl das schon mein siebter Titel ist, kann man das Gefühl nie wirklich beschreiben und es bleibt gleich. Vielen Dank an die Jungs in meinem Team, all meine Sponsoren und meine Familie, denn ohne sie, würde ich heute nicht hier stehen", strahlt der neue und alte Champion. Mit dem siebten Titel in der Tasche, kann der 15-Jährige nach dem packenden Finale nun durchaus entspannt sein und seine bisherigen Erfolge für sich sprechen lassen.

Mit Siebenmeilenstiefel marschierte Geiger vom ADAC Pocket Bike Cup über den ADAC Mini Bike Cup und den ADAC Junior Cup powered by KTM bis hin zur Spitze des ADAC Northern Europe Cup. Im Alter von dreieinhalb Jahren stieg der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport zum ersten Mal auf ein Motorrad. "Mein Vater ist früher auch schon gefahren und ich wollte es unbedingt ebenso ausprobieren, also drehte ich meine ersten Runden mit einem Pocket Bike auf dem Schulhof", erinnert er sich.

Der Rennsporteinstieg ließ nicht lange auf sich warten und auch die Erfolge des Mannheimers stellten sich schnell ein. Mit zwei Titeln im ADAC Pocket Bike Cup in seinen ersten beiden Jahren und einem weiteren Titel in der Einsteiger-Klasse des ADAC Mini Bike Cup, stand Geiger 2013 in der Nachwuchs-Klasse zum ersten Mal nicht auf Anhieb ganz oben. Doch das holte er nach einem vierten Gesamtrang schnell auf: es folgte der Titel, der Aufstieg in den ADAC Junior Cup powered by KTM, ein weiterer Gesamttriumph und der Wechsel in den ADAC Northern Europe Cup.

Mit der Auszeichnung als ADAC Junior-Motorsportler des Jahres 2015 ließ es Geiger im ersten Moto3-Jahr ruhig angehen, obwohl viele Augen auf das junge Ausnahmetalent gerichtet waren. Er schildert: "Es hat mich ehrlich gesagt sehr überrascht, dass ich den Standard-Titel gleich im ersten Jahr holen konnte. Umso höher waren meine eigenen Erwartungen dann aber in dieser Saison - natürlich wollte ich den Titel unbedingt verteidigen."

Verteidigung schwergemacht

Im Kiefer Racing Team hat Geiger das optimale Umfeld für seine Erfolge gefunden. Er startete mit drei aufeinanderfolgenden Siegen in die Saison, holte zwei weitere Podestplätze in Donington Park und gewann danach wieder auf dem Sachsenring. "Das war eindeutig mein bestes Rennen, da hat einfach alles zusammengepasst", strahlt der talentierte Nachwuchspilot beim Gedanken an den Großen Preis von Deutschland.

Umso schwerer hatte es der 15-Jährige jedoch am Rennwochenende danach. Selbstkritisch erklärt er: "In Brünn lief es einfach gar nicht gut für mich. Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht zu 100 Prozent konzentriert war, was sehr seltsam war und was ich mir auch bis heute nicht wirklich erklärten kann." Mit dem vierten Platz konnte er dennoch Schadensbegrenzung betreiben und kehrte schon zur nächsten Runde in Silverstone mit einem dritten und einem zweiten Platz aufs Podium zurück, um wenige Wochen später beim Finale schon im ersten Rennen die zweite Medaille im ADAC NEC abzusichern.

Intensives Training und große Pläne

Neben dem Rennsport arbeitet Geiger auch intensiv in der Schule. "Ich bin wirklich dankbar, dass meine Lehrer so viel Verständnis haben und mich freistellen, wenn ich zu den Rennen fahre. Den Lernstoff hole ich dann immer recht zügig nach", berichtet er. Seine Freizeit verbringt der 15-Jährige vorrangig mit intensivem Training. Dafür hat er sich in diesem Jahr einen Experten hinzugezogen.

"Ich gehe regelmäßig ins Fitnessstudio, das ist mir sehr wichtig und mein Training hat sich in den letzten Jahren auch intensiviert. Ich habe einen neuen Physiotherapeuten, der mich seit kurzer Zeit dabei berät und mir Tipps gibt, um mich noch effektiver auf die Rennen vorzubereiten. Ich werde im Winter also alle Hände voll zu tun haben und dann perfekt präpariert in die neue Saison zu gehen", so Geiger.

Wie sein Rennsportjahr 2018 aussehen wird, ist bisher noch nicht abzusehen. Doch Geiger hat große Pläne: "Ich träume davon, eines Tages in der MotoGP anzukommen und ich werde hart darauf hinarbeiten, diesen Traum zu erfüllen." Den ersten Schritt in die richtige Richtung macht er in kurzer Zeit, denn mit der Unterstützung von Dorna Sports S.L. wird Geiger in den beiden letzten Rennen der Junioren-Weltmeisterschaft in Aragon und Valencia starten. Dazu ist der 15-Jährige im Oktober zum Auswahl-Event des Red Bull MotoGP Rookies Cup eingeladen, wofür er schon bald seine sieben Sachen packen wird.

Saison 2018