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23.08.2015 - ADAC Rallye Deutschland

Pressekonferenz nach der Rallye

Teilnehmer:
1. - Sébastien Ogier, Volkswagen Motorsport
1. - Julien Ingrassia, Volkswagen Motorsport
2. - Jari-Matti Latvala, Volkswagen Motorsport
2. – Miikka Anttila, Volkswagen Motorsport
3. - Andreas Mikkelsen, Volkswagen Motorsport II
3. - Ola Fløne, Volkswagen Motorsport II
Jost Capito, Teamchef Volkswagen Motorsport

Willkommen bei der FIA Sieger-Pressekonferenz.

F:
Glückwünsche an alle, Glückwünsche an Volkswagen zu einem großartigen Dreifach-Sieg. Séb, Ihr 30. Sieg für Volkswagen und alles was bei der ADAC Rallye Deutschland für Volkswagen bisher nicht rund lief, ist nun vergessen. Ein großartiger Sieg, ein großartiger Dreifach-Sieg. Wie fühlen Sie sich am Ende der Rallye?
SO:
Wirklich sehr gut. Wir alle fühlen uns fantastisch, nach den ganzen Schwierigkeiten hier in den letzten Jahren ist es wirklich klasse, uns alle hier oben auf den Podium zu sehen. Das ist toll für Volkswagen. Wir haben hier so viele Möglichkeiten, das fantastische Auto, fantastische Teamchefs. Sie haben den 30. Sieg erwähnt – es sind so um die 23 mit dem Polo in den letzten drei Jahren, oder zweieinhalb, was wirklich unglaublich ist. Was die Woche angeht, war die Rallye wirklich großartig. Ich hatte ein gutes Gefühl im Auto, es hat Spaß gemacht. Es war schön, die ADAC Rallye Deutschland unter trockenen Bedingungen zu fahren. Das passiert nicht so oft hier, aber es hat die Rallye umso besser gemacht. Jeder im Team hatte Spaß.

F:
Ja, der Regen hat sich bis zum Ende der Rallye zurückgehalten. Ein besonderer Sieg für das Team – aber auch für Sie. Wir haben ein großartiges Duell mit Jari-Matti in den ersten beiden Tagen erlebt. Gestern haben Sie dann Ihren Führungsanspruch förmlich den Asphalt der Panzerplatte geritzt. Diese letzte Prüfung gestern von Ihnen war wirklich außerordentlich.
SO:
Ja, das war wirklich etwas Besonderes. Die Panzerplatte ist immer eine Schlüssel-Aufgabe in Deutschland. Meistens sind die Unterschiede sehr groß. Es ist uns gelungen, unseren Vorsprung dort zu vergrößern und danach war es zum Ende der Rallye etwas entspannter. Aber Jari-Matti und Miika haben gezeigt, dass sie auf Asphalt richtig schnell sein können. Für mich ist es schon etwas her, dass ich zuletzt auf Asphalt so attackiert habe. Zum letzten Mal hier im vergangenen Jahr und da hatte ich zwei Crashs. Ich wusste, ich muss mich etwas anders vorbereiten. Ich hatte schon vorher gesagt, dass ich sehr motiviert war, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Ich hatte ein gutes Gefühl. Es war in mir und ich wusste, dass es gut ausgehen würde. Die Tests waren erfolgreich, der Polo war super. Aber ein gutes Gefühl bedeutet noch lange nicht, dass auch das Ergebnis stimmt. Für mich diesmal aber schon. Der Sieg war das Maximum. Rallye-Fahrer und andere Sportler sind immer auch ein wenig egoistisch, wir denken viel über uns nach und was wir erreichen wollen. Diesen Sieg wollte ich für mein Team nach all dem, was sie mir gegeben haben. Ich wollte damit etwas zurückgeben – das, was alle ersehnt haben. Ich bin sehr stolz auf alle.

F:
Tolle Worte, Séb. Sie sprachen von der extra Motivation vor diesem Event. Wir haben sie auf den Prüfungen auch ein paar ausgelassen Einlagen von Ihnen gesehen: Halb aus dem Auto auf dem Weg zu Haltelinie und ähnliches. Der Sieg kam von Herzen.
SO:
Ja und ich habe es sehr genossen. Schon der 30ste. Das ging wie im Flug. Eins kam zum anderen und die Anzahl der Siege wuchs. Ich bin sehr glücklich. Aber dieser Sieg ist etwas Besonderes. Für das Team hat die Meisterschaft oberste Priorität – in der Fahrer- und in der Herstellerwertung. Direkt danach kam aber, die ADAC Rallye Deutschland zu gewinnen. Wir haben das unserem obersten Boss am Ende des letzten Jahres versprochen und wir haben es gehalten. Das ist großartig. Schon deshalb, weil ich nun nicht als Lügner dastehe. Heute war mir sogar die Powerstage egal. Glauben Sie mir, ich wollte nur ins Ziel. Es wäre dumm gewesen, zu viel zu pushen und den Dreifachsieg zu riskieren, den wir im Team so sehr wollten.

F:
Ja, Sie haben zu mir in de Media-Zone gesagt, dass 25 Punkte reichen. Auch ein gehaltenes Versprechen. Auf der nächsten Veranstaltung können Sie den Titel sicherstellen. Hier hat es nicht gereicht, aber in Australien ist es realistisch.
SO:
Es wird immer greifbarer. Ich habe nicht genau nachgerechnet, aber ich habe jetzt eine echte Chance. Ich hab nun die Karten in meiner Hand, in Australien schon alles klar zu machen. Und warum nicht? Ich liebe diese Rallye, die Atmosphäre – alles ein wenig anders. Es ist etwas privater, weil nicht so viele Zuschauer kommen. Ich mag das Flair, die Straßen sind auch sehr schön. Aber jetzt feiern wir erst einmal hier und konzentrieren uns dann auf Australien.

F:
Zu Ihnen, Julien Ingrassia. Großartige Worte von Séb über die Bedeutung des Sieges – auch für das Team. Fühlen Sie sich so wie er?
JI:
Ja natürlich. Wir haben nicht nur unserem obersten Boss sondern allen im Team versprochen, dass wir für sie den Sieg holen. Alle drei Besatzungen waren sich da einig: Wir geben unser Bestes, um euch glücklich zu machen. Das war ein besonderes Gefühl. Die ADAC Rallye Deutschland kann auch weh tun – das hat man an Sébs Augen gesehen. Er hat da heute einen Korken bei der Siegerehrung abbekommen. Letztes Jahr tat es auch weh, und es ist schon lustig, zum Schluss noch einmal die medizinische Abteilung zu sehen, wie 2014. Da hatten wir gesagt: Die wollen wir heuer nicht mehr sehen.

F:
Waren Sie nervös vor der ADAC Rallye Deutschland? Besonders motiviert? Haben Sie in der Vorbereitung etwas geändert, weil Sie wussten wie wichtig ein gutes Ergebnis hier ist? Oder war alles normal?
JI:
Wir wussten, dass die ADAC Rallye Deutschland – wie auch Monte Carlo – sehr schwer sein kann. Auf Asphalt kann der kleinste Fehler das Aus bedeuten. Ich kam 100% vorbereite hierher. Aber nicht übermotiviert – sonst versucht man vielleicht zu viel. Wir wussten, dass wir auf der Straße bleiben können und schnell sein können. Das mussten wir nur umsetzten, so gut es ging die ganze Woche über. Am ersten Morgen riskierten wir noch nicht sehr viel. Wir haben den Rhythmus gefunden und uns immer weiter entwickelt. Schritt für Schritt. Séb hat keine Fehler gemacht und wir sind stolz auf diesen Sieg.

F:
Zu Ihnen Jari-Matti Latvala. Ehe wir über die Rallye sprechen, kurz zu der Abschlussprüfung. Da haben Sie uns einen Schrecken eingejagt als ich die Bilder sah. Dem Team bestimmt auch. Was für ein Ritt auf der Powerstage. Was wollten Sie beweisen?
J-ML:
Jemand muss dafür sorgen, dass die Show weitergeht.

F:
Das ist Ihnen gelungen. Sie hatten die maximale Punktausbeute im Visier und die gab es dann auch. Und obendrauf einen kleinen Schrecken.
J-ML:
Um ehrlich zu sein, hätte das nicht passieren dürfen. Aber es ist nun mal so. Wir hatten Glück. Es war nur ein Kratzer von der Mauer. Das Ziel als ich zu der WP antrat... also, letztes Jahr hatte ich hier den Crash. Ich wollte einfach fokussiert sein, einen guten Lauf hinlegen. Ich wollte nur gute Erinnerungen an dies WP haben, also habe ich einen guten Rhythmus gesucht. Und der war dann wirklich gut. Nur diese eine Linkskurve. Nach meinem Aufschrieb wäre die Linie gegangen. Doch dann waren große Schotterstücke auf der Strecke und haben das Auto ein wenig versetzt. Ich war überrascht, dass wir so weit draußen waren. Da haben die Jost Capito und die Jungs in unserem Ingenieurs-Truck sicher kurz geschluckt. Nun, das passiert, es gehört dazu.

F:
Jost hat letzten Abend seinen Blutdruck angesprochen. Haben Sie ihm zugehört, als er das sagte?
J-ML:
Ich habe es leicht genommen – es war die vorletzte Prüfung.

F:
Lassen Sie uns über das gesamte Wochenende sprechen. Sie waren voll wettbewerbsfähig auf den Prüfungen. Sie haben kurz geführt und das Duell zwischen Ihnen und Séb hat uns Zuschauern viel Freude bereitet. Dann begann er, davonzuziehen. Ab wann haben Sie gedacht: Ich krieg ihn nicht mehr?
J-ML:
Um ehrlich zu sein, Sébs Leistung auf der Panzerplatte war wirklich unglaublich. Normalerweise ist die Panzerplatte gut für mich. Aber diesmal hatte ich nicht das richtige Gefühl. Kein Vertrauen, um die richtigen Bremspunkte zu treffen und in den Kurven die ganze Breite der Strecke zu nutzen. Beim zweiten Durchgang wusste ich, dass ich keine Chance habe. Ich wusste, was hier 2013 und 2014 war, und dass es keinen Platz für Fehler gibt. Ich wollte zu sehr in meiner Komfortzone bleiben, die Kontrolle über die Fahrt behalten. Natürlich gab es da diesen Moment auf der Powerstage. Aber sonst haben wir die Woche über keine Fehler gemacht. Das war das Ziel. Eine solide, gute Leistung. Und damit bin ich happy.

F:
Zu Ihnen Miikka Antill. Der Dreifach-Sieg bedeutet viel für das Team. Was bedeutet es Ihnen, der Sie ein Teil davon sind?
MA:
Sicher, das ist eine große Ehre, den Traum des ganzen Teams erfüllt zu haben. Es freut uns sehr, dass wir zu diesem Ergebnis beigetragen haben. Ich denke, Jar-Matti und ich sind beide super happy hier Zweite geworden zu sein.

F:
Ein tolles Resultat, eine tolle Leistung. Hatten Sie das Gefühl, dass Sie ihn ein wenig zügeln mussten – vor allem als die schnellen Zeiten kamen. Oder war er kontrolliert?
MA:
Nein, eigentlich war es heute sogar sehr entspannt im Auto. So wie es eigentlich die ganze Woche hätte sein können. Séb und Julien waren einfach schneller in dieser Woche. Aber wie gesagt, ich bin super happy mt dem zweiten Platz.

F:
Was erwarten Sie vor Australien, wenn es zurück auf Schotter geht?
MA:
Australien ist etwas Besonderes. Eine schöne Rallye. Wie Séb gesagt hat, ist dort ein bestimmtes Flair, das es auf anderen Rallyes so nicht gibt. Down Under ist immer auch eine Herausforderung.

F:
Nun zu Andreas Mikkelsen. Letztes Jahr waren Sie hier ebenfalls als Dritter auf dem Podium Die gleiche Position, aber deutlich mehr Speed diesmal. Sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis?
AM:
Ja, ich bin sehr, sehr happy. Verglichen mit letztem Jahr war das eine große Verbesserung. Das Podium 2014 hatte viel mit unserem Glück und dem Pech der anderen zu tun. Dieses Jahr war die Performance wirklich gut. Gleich zu Beginn der Rallye waren wir schnell. Als Kris Meeke abflog, war ich in dritter Position mit einigem Abstand nach hinten. Und Séb und Jari haben sich heftig duelliert. Ab da habe ich mich darauf konzentriert, den dritten Platz zu verteidigen ohne zu große Risiken. Vorne mitzuhalten, wäre ein zu großes Risiko gewesen. Danach war die Rallye nicht mehr so interessant für mich. Ich habe praktisch gegen mich selbst gekämpft. Bis heute morgen, da hat Dani zwei Sekunden gut gemacht, dann auf der nächsten WP noch einmal elf und war plötzlich nur noch 13 Sekunden hinter mir. Im Service haben wir entschieden, wieder etwas mehr zu pushen, um Zeit gutzumachen. Das hat geklappt. Dann war ich relativ sicher, also bin ich durch die Powerstage, um den Dreifachsieg zu sichern. Es war ein großartiges Wochenende. Ein wenig eintönig ohne direkten Gegner, aber ich bin sicher, das wird sich in Australien ändern.

F:
Ich bin sicher, dass es in Australien so sein wird. Ohne echten Gegner, ohne zu viel Risiko – klingt nach einer ziemlichen Sicherheitsfahrt? Oder gab es auch andere Momente?
AM
Wir sind das ganze Wochenende sehr sicher gefahren, nie am Limit. Insofern war es eine gute Rallye. Aber ich fahre, um mit den Jungs da vorne zu kämpfen. Für mich hätte es ein großes Risiko bedeutet mich nach vorne zu orientieren, nur um einen Gegner zu haben, der mir mit Meeke verloren gegangen ist. Von daher war es besser, den Dreifachsieg zu sichern, anstatt alles zu riskieren und einen Fehler zu machen.

F:
Als nächstes geht es nach Australien. Sie haben mir erzählt, dass das eine Veranstaltung ist, auf der Sie ein gutes Resultat anpeilen. Was werden Sie tun, um sich auf Australien einzustimmen?
AM:
Nun, die normale Vorbereitung wie immer. Nächste Woche bin ich in Deutschland. Ich werde in den Alpen eine dreitägige Veranstaltung mit unserem Teamsponsor Salomon haben. Drei Tage laufen in den Bergen – das wird bestimmt anstrengend, aber bringt mich in eine gute Form für Australien.

F:
Können Sie Australien gewinnen, was glauben Sie?
AM:
Ja, ich denke, wir gehören zu denen, die dort gewinnen können. Das hat man 2013 und 2014 schon gesehen. Es wurde immer besser im letzten Jahr und wir sind da siegfähig. Wir werden in Australien die Chance haben, um den Sieg mitzukämpfen, wenn wir eine gute Rallye haben.

F:
Ola, zu Ihnen. Dritter Platz. Was bedeutet es Ihnen, eine Teil des Dreifach-Triumpfs zu sein. Geben Sie uns mal einen Eindruck davon.
OF:
Ich habe keine Worte dafür. Ich muss mir das noch einmal im Fernsehen anschauen, um es zu realisieren. Wir haben einen guten Job gemacht. Waren immer konzentriert. Ich sehe sehr viele glückliche Gesichter um uns herum, aber ich muss das erst im Fernsehen oder in den Zeitungen sehen, um es zu verstehen. Ehrlich gesagt, bin ich mächtig stolz.

F:
Ein tolles Team-Ergebnis, aber wie Andreas gesagt hat, eine sichere Fahrt für Sie. Keine Kämpfe. In Australien wird sich das ändern.
OF:
Heute früh habe ich daran gedacht. Es war wirklich früh und ich war noch müde. Ich habe mich auf den langen Flug gefreut – das war mein erster Gedanke an Australien. Die ADAC Rallye Deutschland war lang und anstrengend. Es war schwer die Konzentration zu halten. Es waren drei lange und heiße Tage, aber tolle Tage.

F:
Nun zu Ihnen, Jost Capito. Seit Volkswagen in der WRC dabei ist, wollten Sie in Deutschland ihr gewinnen. Die letzten beiden Jahre ohne Erfolg, dafür jetzt umso eindrucksvoller mit einem Dreifachsieg. Jetzt haben Sie alle Läufe der Weltmeisterschaft mindestens einmal gewonnen. Es muss ein gutes Gefühl sein, hierher zu kommen und alles richtiggemacht zu haben.
JC:
Ja, Sie sagen es. Die ADAC Rallye Deutschland ist unser Heimspiel für Volkswagen. Wir haben hier bislang noch nicht gewonnen und der Druck war hoch, hierher zum dritten Mal zu kommen um uns zu beweisen. Alle im Team haben eine perfekten Job gemacht – vom Recce bis jetzt. Und es zeigt sich, dass sich das Team unter Druck steigern kann. 2014 hatten wir in Deutschland kein gutes Ergebnis – bis auf Andreas, der mit dem Podium erfolgreich war. Danach hatten wir in Australien unseren ersten Dreifachsieg. Ein Comeback unter Druck. In diesem Jahr hatten wir hier den Druck und liefern ebenfalls einen Dreifachsieg ab. Perfekt – so wie auch di ersten sieben Prüfungen, wo wir immer die Top-3 Zeiten hatten. Das hat uns Zuversicht gegeben: Wir haben die Leistung, wir haben die Zuverlässigkeit, das Auto, die Fahrer und das Team, um hier zu gewinnen. Es war eine große Herausforderung, hier zu gewinnen. Und alle im Team können stolz auf Ihren Beitrag dazu sein.

F:
Es waren Vorstände von Volkswagen heute im Servicepark, die das Team begrüßt haben. Wie waren dort die Reaktionen auf den Heimsieg?
JC:
Ich denke, alle sind überglücklich. Normalerweise sagt man ja, dass alles dreimal passiert. Wir müssen wohl erst eine Nacht darüber schlafen, um zu realisieren, was da passiert ist. Es war eine perfekte Rallye.

F:
Waren Sie heute nervös? Der letzte Tag und die Gefahr, dass noch alles schief geht wie in der Vergangenheit in Deutschland. Jari-Matti auf der letzten Prüfung, Schotter und ein Beinahe-Abflug. Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen.
JC:
Zum Glück war das TV-Signal etwas verzögert. Als wir es im Fernsehen sahen, zeigte unser Monitor noch ein grünes Licht. Also waren wir entspannt.

F:
Das Team kann in Australien möglicherweise schon beide Titel sichern. Wie denken Sie darüber?
JC:
Wir haben hier schon einmal erreicht, dass nur noch ein Volkswagen-Pilot den Fahrertitel holen kann. Es gab keine Teamorder bislang, aber jetzt kann es ein noch freieres Duell sein während der verbleibenden Läufe. Das wird bestimmt spannend. Beiden Titel in Australien zu holen, wäre toll, aber wir freuen uns mehr auf die Fights im Team.

F:
Freuen Sie sich auch auf den Rest der Saison – vor allem, was den teaminternen Fight angeht, Jari-Matti?
J-ML:
Ja, absolut. Eine solche Möglichkeit, gibt es in keinem anderen Team. Das ist eine großartige Position.
SO:
Aber Jost, kann da überhaupt noch mehr kommen, nachdem was wir in Finnland und hier hatten. Die Kämpfe waren doch schon sehr intensiv.

F:
Nein, die Fights können noch großartiger werden, der
JC:
Nein, die Duelle waren wirklich toll. Wir hatten keine Teamorder und die Jungs haben den Freiraum genutzt. Das werden wir bis zum Ende der Saison so sehen. Ich bin überzeugt, dass es besser ist keine Teamorder auszugeben. Denn wenn alle kämpfen dürfen, macht es das Team stärker. Vielleicht sieht es dumm aus, wenn man eine Rallye verliert, weil man keine Teamorder hatte. Aber ich bin überzeugt, dass du am Ende der Saison mehr Punkte hast ohne Teamorder.

F:
Okay. Danke. Eine Steigerung gäbe es da noch: Andreas könnte seinen ersten Sieg einfahren. Aber ich will keinen Druck aufbauen.


2015 FIA WRC 2 CHAMPIONSHIP / FIA WRC 3 CHAMPIONSHIP

Teilnehmer:

Jan Kopecky
Pavel Dresler

Andrea Crugnola
Michele Ferrara

Für die Abschluss-Pressekonferenz von unseren Rahmenserien haben wir die WRC-2-Sieger Jan Kopecky und sein Beifahrer Pavel Dresler hier, sowie die WRC-3-Sieger Andrea Crugnola und sein Beifahrer Michele Ferrara.

F:
Jan, wir starten mit Ihnen. Was für eine unglaubliche Rallye für Sie. Wir haben bei der Pressekonferenz vor der Rallye über Ihre Leistungen auf Asphalt und Ihre Erfahrungen in Deutschland gesprochen, aber hatten Sie erwartet, dass Sie hier mit einem solchen Vorsprung siegen würden?
JK:
Nein, gar nicht, denn ich hatte erwartet, dass wir einen engen Kampf haben würden, vor allem mit meinem Teamkollegen, aber leider kam er in der zweiten WP von der Strecke ab. Armin Kremer hatte einige technische Probleme, also sind wir danach sicher und nicht zu schnell gefahren. Der Vorsprung wurde größer und größer und zum Schluss betrug er vier Minuten.

F:
Ja, mit einem Vorsprung von vier Minuten hätten Sie sogar für einen Kaffee anhalten und weiterfahren können. Reden wir mal über den ersten Tag, denn Sie sagten, dass sie da in einem Kampf involviert waren. Inwiefern waren Sie da am Limit?
JK:
Auf der ersten WP war ich wirklich am Limit. Vielleicht hätte ich in zwei, drei Kurven noch etwas schneller fahren können. Bei der zweiten WP standen wir an der Startlinie, als wir die Meldung erhielten, dass EP, mein Teamkollege, aus der Rallye war. Dann haben wir also etwas zurückgesteckt, aber nicht zuviel.

F:
Und dann wurde der Vorsprung immer größer. Hat Sie das gestört, denn viele Fahrer sagen immer, dass man Fehler macht, wenn man langsamer fährt. Haben Sie versucht, das Tempo beizubehalten?
JK:
Ja, das ist, glaube ich, für alle Fahrer gleich. Wenn man zu langsam fährt, dann fängt man an, die Konzentration zu verlieren. Ich habe dem Team gesagt, dass ich mein Bestes gebe, ohne zu viele Risiken einzugehen. Ich war an manchen Stellen mit viel losem Schotter vorsichtig, denn wir dürfen keine Schotterspione einsetzen. Das war also manchmal schwierig. Wir haben diese Rallye ohne Fehler absolviert, es war großartig.

F:
Ja, es war großartig, ein hervorragendes Ergebnis für Sie in der WRC 2. Aus unserer Sicht haben Sie während des ganzen Wochenendes überhaupt keine Fehler gemacht. Hatten Sie denn gar keine Aha-Erlebnisse?
JK:
Oh doch, die hatte ich schon, die gehören zu einer Rallye dazu. Wenn man gar keine Aha-Erlebnisse hat, dann ist man wohl nur sehr langsam unterwegs. Ich hatte also welche, aber das Auto hat hervorragend funktioniert und es hat uns geholfen, es bis ins Ziel zu schaffen.

F:
Sie sagten, diese Rallye sei eine gute Vorbereitung für die Barum-Rallye nächste Woche. Dafür müssen Sie also jetzt sehr zuversichtlich sein.
JK:
Ja, dort werde ich versuchen, vom Start weg voll zu fahren.

F:
Mit diesem tollen Erfolg in der WRC 2 sehen wir Sie hoffentlich wieder.
JK:
Ja, hoffentlich! Das hängt auch von meinem Ergebnis in der Barum-Rallye an. Wenn wir es dort ins Ziel schaffen, können wir den tschechischen Meistertitel einfahren, und dann sind wir möglicherweise auf Korsika mit dabei. Wir werden sehen.

F:
Nun zu Pavel. Glückwunsch zum Sieg. Wie fühlen Sie sich am Ende dieser Rallye? Sie sind doch bestimmt erschöpft, nach dem ganzen Aufschrieb?
PD:
Ehrlich gesagt nicht wirklich. Ich fühle mich großartig. Diese Rallye war mein zweiter Auftritt in der WRC. Ich liebe den Asphalt, er gibt viel Adrenalin, besonders in den Weinbergen. Es ist nicht so einfach, dort das Gebetbuch vorzulesen, aber ich muss mich bei Jan bedanken, denn er ist toll gefahren. Ich habe es genossen, Rang zwei in der WRC 2 ist mein größter Erfolg.

F:
Also, einmal mehr Glückwunsch zu diesem Ergebnis. Wie war das Gefühl, als Sie über die Ziellinie fuhren und wussten, dass Sie es geschafft hatten?
PD:
Das war ein spezielles Gefühl. Es warteten viele Menschen dort auf uns, viele tschechische Fahnen wurden geschwenkt. Es waren viele Fans aus Tschechien hier, denn diese Rallye ist für die Tschechische Republik am Nächsten. Sie hatten bestimmt genau so viel Spaß auf den Prüfungen, als wir im Rallyeauto hatten. Wir haben es genossen!

F:
Was war der schwierigste Aspekt für den Beifahrer? Die Weinberge, der Truppenübungsplatz?
PD:
Für mich war der schnelle Abschnitt in den Weinbergen beim Vorlesen schwierig. Es ist nicht leicht, dort irgendwelche Korrekturen vorzunehmen.

F:
Also, machen wir weiter mit unseren WRC-3-Siegern und Andrea Crugnola. Auch Sie waren in der Pressekonferenz vor der Rallye mit dabei und haben über Ihre Erwartungen gesprochen. Sie fuhren quasi alleine, denn sonst war niemand in der WRC-3-Klasse mit am Start, aber sie mussten es dennoch ins Ziel schaffen, und das haben Sie getan. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?
AC:
Na klar, ich bin sehr zufrieden! Es war für uns ein perfektes Wochenende. Wir haben auch mit einem sehr großen Vorsprung die Kategorie für zweiradgetriebene Autos in unserer Klasse gewonnen. Wir haben auch einiges im Auto getestet. Das war sehr wertvoll, da wir uns noch in der Entwicklungsphase des Autos befinden. Hoffentlich wird es für Korsika noch schneller. Die Rallye war nicht so einfach. Besonders, wenn man alleine fährt, ist es nicht leicht, einen Vorsprung zu verwalten. Wir haben es aber geschafft. Danke an Renault Sport Technologies, an ASM, unseren Sponsoren und an Michele, denn es war eine perfekte Rallye.

F:
Was haben Sie genau getestet, und konnten Sie einen Fortschritt feststellen?
AC:
Wir haben etwas an den Federn und auch etwas an der Motorsteuerung ausprobiert. Dabei gab es tatsächlich einen leichten Fortschritt, aber wir haben in vielen Bereichen auch noch viel Arbeit vor uns. Insgesamt aber sind wir sehr zufrieden.

F:
Hatten Sie an diesem Wochenende einige haarige Situationen, oder gar keine? Oder wollen Sie es einfach nicht sagen?
AC:
Oh doch, wir hatten schon haarige Situationen auf der Panzerplatte. Kurz vor dem Ziel hatten wir Probleme mit einem der Reifen, da ich zu aggressiv gefahren war, aber zum Glück haben wir es ins Ziel geschafft.

F:
Was erwarten Sie nun für den Rest der Saison?
AC:
Zunächst fahren wir auf Korsika, wo auch die Citroën wieder an den Start gehen. Das wird also eine große Herausforderung. Auf Asphalt habe ich aber viel Erfahrung, also bin ich zuversichtlich, dass wir dort stark sein werden.

F:
Danke, lassen Sie uns mit Michele weitermachen. Glückwunsch zum Erfolg. Ein gutes Wochenende für Sie, wie fanden Sie es auf den WPs?
MF:
Dankeschön! Es war sehr schön. Es war nicht einfach, es fehlerfrei durch die Prüfungen zu schaffen. Das schwierigste war wohl, Andrea zu beruhigen. Das war gar nicht einfach, denn er wollte angreifen, aber das sollten wir ja nicht. Abgesehen davon war es ein tolles Wochenende. Wir hatten die Chance, das Auto zu entwickeln und um unsere Erfahrung auf Asphalt zu erweitern, besonders in den schnellen Passagen.

F:
Die gleiche Frage auch für Sie: Aus der Sicht des Beifahrers, was war der schwierigste Part des Wochenendes, abgesehen davon, dass Sie Andrea beruhigen mussten?
MF:
Wie gesagt waren die schnellen Passagen der schwierigste Teil, um dort dem Aufschrieb zu folgen, Änderungen durchzuführen und was man sonst auf der Prüfung noch so machen muss. Der Rhythmuswechsel auf der WP, das war schwierig.

F:
Es ist immer schön um neue Sachen am Auto zu testen. Konnten Sie dem Team gute Rückmeldungen geben?
MF:
Ja, ich glaube schon.
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