Auf dem Podium: Pétr Fulin (M.) neben Michelle Halder (l.) und Luca Engstler Foto: ADAC TCR Germany
Auf dem Podium: Pétr Fulin (M.) neben Michelle Halder (l.) und Luca Engstler Foto: ADAC TCR Germany

Lokalmatador Pétr Fulin siegt in Most

Michelle Halder wird Zweite

Michelle Halder stark: Platz zwei und erste Frau auf dem Podium. Doppelsieg für Cupra, Engstler im VW Golf GTI TCR Dritter.

Viertes Rennen, vierter Sieger: Gaststarter Pétr Fulin (41, Tschechien, Fullin Race Academy) hat dem Cupra TCR den ersten Saisonsieg beschert und sein persönliches Heimspiel mit einem Erfolg gekrönt. "Das ist perfekt und hätte nicht besser laufen können, sagte er: "Aber: Es war ein hartes Stück Arbeit. Ich konnte mir zu keinem Zeitpunkt sicher sein. Luca hat viel Druck gemacht, und Michelle ist sensationell gefahren."

Der Tscheche Fulin, der etwa 80 km von Most entfernt zu Hause ist, gewann am Sonntag vor Rookie Michelle Halder (18, Meßkirch, Profi-Car Team Halder), die ihren zweiten Platz nervenstark ins Ziel brachte und damit für eine große Überraschung sorgte. Michelle Halder ist die erste Frau in der Geschichte der ADAC TCR Germany, die aufs Podium fährt.

"Unglaublich, ich kann es noch gar nicht richtig fassen. Besser hätte es nicht laufen können", sagte Halder: "Das war mein viertes Rennen im Tourenwagen, ich habe nicht im Simulator getestet. Jetzt ganz oben zu stehen bei diesem Fahrerfeld und dieser Konkurrenz - das ist einfach sensationell. Ich bin überglücklich"

Luca Engstler (18, Wiggensbach, Liqui Moly Team Engstler) im VW Golf GTI TCR wurde Dritter und sammelte wichtige Punkte für die Meisterschaft. Er liegt als Tabellenzweiter acht Punkte hinter Harald Proczyk (42, Österreich, HP Racing International), der im Opel Astra TCR Fünfter wurde. Meisterschaftsdritter ist Niels Langeveld (30, Niederlande, Racing One), er belegte im Rennen im Audi RS3 LMS den vierten Rang.

Sechster wurde Max Hesse (16, Wernau, Prosport Performance) im Audi vor Dominik Fugel (21, Chemnitz, Team Honda ADAC Sachsen) im Honda und Niko Kankkunen (19, Finnland, Liqui Moly Team Engstler) im VW Golf GTI TCR. Platz neun ging an Rookie Justin Häußermann (17, Forchtenberg, Liqui Moly Team Engstler) vor dem ADAC Stiftung Sport-Förderpiloten Mike Halder (22, Meßkirch, Team Honda ADAC Sachsen).

Den Grundstein für seinen ersten Sieg in der ADAC TCR Germany legte Pétr Fulin gleich am Start. Dort zog er am Pole-Setter Théo Coicaud (18, Frankreich, Liqui Moly Team Engstler) vorbei und übernahm direkt die Führung. Dahinter reihten sich Luca Engstler und Michelle Halder ein, dicht gefolgt von Mike Halder, der allerdings kurz darauf eine Durchfahrtsstrafe erhielt und zurückfiel. Coicaud erwischte hingegen keinen guten Start und fand sich eingangs der zweiten Runde auf Platz zehn wieder.

Nach etwa fünf Minuten musste das Safety Car erstmals auf die Strecke, weil Kai Jordan (49, Wolfsburg, Liqui Moly Team Engstler) nach einem Kontakt in den Kies gerutscht war, und sein VW Golf GTI TCR geborgen werden musste.

Fulin verzögerte beim Restart geschickt und behauptete seine Führung stark vor Engstler und Halder, dahinter lieferten sich Proczyk und Langeveld ein enges Duell um Platz vier. Auch nach einer weiteren Safety-Car-Phase aufgrund eines Kontakts zwischen Théo Coicaud und Sandro Kaibach (20, Bad Waldsee, Prosport Performance) blieb das Trio Fulin, Engstler und Halder unverändert an der Spitze.

Das Rennen um den Sieg blieb bis zum Schluss offen - letztlich zog Michelle Halder eingangs der letzten Runde an Luca Engstler vorbei und übernahm Platz zwei. Engstler hatte irrtümlich angenommen, dass das Rennen bereits vorbei sei und war etwas vom Gas gegangen. Dies nutzte Halder, überholte Engstler und verteidigte ihren Platz bis zur Ziellinie nervenstark.

Weitere Stimme zur ADAC TCR Germany

Luca Engstler (Dritter, Liqui Moly Team Engstler): "Ich war der Meinung, dass es die letzte Runde war. Erst dann kam im Funk, dass noch eine weitere kommt, als ich schon am Jubeln war. Bitter, denn ich habe das ganze Rennen kontrolliert und war das schnellste Auto vorne drin. Ich war mir sicher, dass ich die maximalen Punkte hole - und dann passiert so etwas. Aber insgesamt überwiegt die Zufriedenheit, dass ich ein solches Tempo gehen konnte."

Saison 2018