Dominik Fugel startet auch 2020 an der Seite von Mike Halder im Honda Civic TCR Foto: ADAC TCR Germany
Dominik Fugel startet auch 2020 an der Seite von Mike Halder im Honda Civic TCR Foto: ADAC TCR Germany

Dominik Fugel: Mit Spaß kommt auch der Erfolg

Die Fugel-Brüder starten erneut mit den Geschwistern Halder: Wir wollen den Titel

Dominik Fugel spricht im Interview über die neue Saison: "Wir haben eine ganz neue und große Motivation"

Dominik Fugel (23, Chemnitz, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) ist mit seinen 23 Jahren schon ein alter Hase in der ADAC TCR Germany. Seit der Premierensaison im Jahr 2016 ist der Chemnitzer in der Tourenwagenserie des ADAC am Start - nur aufgrund einer Verletzung musste er eine Saison auslassen. Auch 2020 möchte er wieder angreifen. Er bildet mit Mike Halder (24, Meßkirch, Profi-Car Team Honda ADAC Sachsen) eines der schnellsten Duos im Fahrerfeld. Auch Dominiks Bruder Marcel (19, Chemnitz) und Mikes Schwester Michelle (20, Meßkirch) starten in der ADAC TCR Germany für das Profi-Car Team Halder.

Die vier werden auch im Jahr 2020 wieder im Honda Civic TCR starten, allein in der vergangenen Saison holten sie gemeinsam vier Siege. Daran will das Quartett anknüpfen und diese Erfolge nochmals überflügeln. Dominik Fugel, der 2019 das vorletzte Saisonrennen auf dem Sachsenring für sich entschied, freut sich dabei auf gleich zwei "Heimrennen". Denn sowohl der Lausitzring, auf dem vom 31. Juli bis 2. August 2020 der Saisonauftakt steigt, als auch der Sachsenring (2. bis 4. Oktober) sind nicht weit von Chemnitz entfernt.

Im Interview spricht der 23-Jährige über die ungewöhnliche Saisonvorbereitung, seine Ziele und die Zusammenarbeit zwischen den Geschwistern Fugel und Halder. Die Rennen der ADAC TCR Germany werden von SPORT1 im TV gezeigt, online sind sie im Stream auf SPORT1.de, adac.de/Motorsport, YouTube.com/ADAC und auf der Facebookseite der ADAC TCR Germany zu sehen.

Dominik, in welcher Konstellation gehst du in die neue Saison der ADAC TCR Germany?
In Sachen Teamkonstellation bleibt alles beim Alten. Wir fahren natürlich auch wieder den Honda, aber wir haben ein neues Design, mal etwas Anderes im Vergleich zu den vorherigen Jahren. Wir waren jetzt schon mal ein bisschen testen, um ‚im Stoff' zu bleiben. Es war auf jeden Fall mal wieder schön, nach so einer langen Durststrecke mal wieder im Auto zu sitzen. Natürlich trainieren wir auch ab und zu am Simulator, aber das ist für mich persönlich nicht mit dem "wahren" Fahren zu vergleichen.

Mit welchen Autos startet ihr?
Die Autos sind die vom letzten Jahr. Wir haben für meinen Bruder Marcel einen weiteren Honda Civic FK7 TCR gekauft, welcher im vergangenen Jahr von Pyro Motorsport eingesetzt und von Bradley Burns pilotiert wurde. Das Auto von Burns stand zum Verkauf, hatte nicht viel gelaufen. Da hat perfekt das eine zum anderen gepasst. Somit haben wir mit dem von Michelle vier neue Hondas in der Konstellation von Team Honda Sachsen und Team Halder-Konstellation. Mein Bruder war bei drei Vorjahresrennen dabei, aber sein Auto war nicht mehr konkurrenzfähig.

Mike Halder gehört immer zu den Favoriten, aber auch seine Schwester Michelle ist schnell
Die beiden Teams werden erneut eng zusammenarbeiten. Michelle Halder ist die schnellste Frau im Feld, hat in Zandvoort bewiesen, dass sie ganz vorne mitfahren kann. Sie ist durchaus eine ernstzunehmende Konkurrentin.

Was ist dein persönliches Ziel?
Der Spaß steht im Vordergrund. Wenn dabei Erfolge herauskommen, ist es umso schöner. Ich kann mich da nicht festlegen, aber ich sage immer, mit dem Spaß kommt auch der Erfolg.

Wie ist die Konstellation im Team hinter dem Team?
Bei uns ist das ein bisschen anders als bei den meisten anderen Teams. Wir haben den Vorteil, dass unsere Mechaniker in erster Linie "Fugel-eigene-Mechaniker" sind, die unter der Woche in der Werkstatt angestellt sind. Aber klar, man muss genau überlegen, wo man jemanden rausnehmen kann. Bei den Rennen im Oktober/November ist zum Beispiel schon wieder Bedarf an mehr Mechanikern, die sich um den Reifenwechsel kümmern. Da wird es natürlich ein bisschen problematisch, die Leute da raus zu nehmen. Wenn der erste Schneefall kommt, braucht man jeden Mann. Aber das sind Probleme, die man schon irgendwie geregelt bekommt. In der Automobilbranche muss man generell flexibel sein, das wird für dieses Jahr vielleicht besonders gelten.

Auf dem Lausitzring startet die Saison.
Ja, der Lausitzring ist definitiv eine schöne Strecke. Gerade für uns ist das ein schöner Ersatz für Most. Es ist von Chemnitz nicht weit weg. Beides nimmt sich nicht viel von der Fahrtzeit her. Für uns ist es schön, in dieser Saison quasi neben dem Rennen am Sachsenring noch eine Art zweites Heimrennen am Lausitzring bestreiten zu können. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt. Die Strecke ist sehr cool und die Infrastruktur dort oben ist sehr schick.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit Mike Halder?
Mike war bei den Tests auch mit dabei. Ansonsten stimmen wir uns regelmäßig telefonisch ab, im Minimum einmal in der Woche. Ansonsten muss man jetzt abwarten, wann und wo vor Saisonbeginn noch getestet wird, wie die Testtage sind. Es ging ja jetzt erst los mit Auflagen.

Was bedeutet das für die Organisation?
Der bürokratische Aufwand ist definitiv größer geworden. Man muss vorher die Namen und Adressen aller Beteiligten angeben. Wir hoffen natürlich nicht, dass nochmal ein Lockdown kommen wird, insofern macht das Sinn, dass wir uns alle an die bestehenden Auflagen halten.

Der Saisonplan ist eng getaktet und bietet mit Rennen am Jahresende auch eine neue Herausforderung
Für die Autos wird das nicht so einfach, wenn die Temperaturen im November ja deutlich tiefer liegen oder gegen Null gehen. Das müssen wir abwarten, wenn es soweit ist. Die Bedingungen sind dann für alle gleich.

Wie bereitet ihr euch vor?
In Sachen Vorbereitung machen wir jetzt nichts groß anders, als sonst auch. Bei dem engen Zeitplan muss man darauf achten, dass an den Autos nicht viel kaputt geht, weil die Reparaturzeit immer sehr lang ist. Deshalb sollte man darauf achten, dass möglichst alles/vieles ganz bleibt. Das lassen wir auf uns zukommen. Eine Herausforderung ist das 24-Stunden-Rennen, das ebenfalls in diesen Zeitraum fällt - sprich, das wird für uns doppelt anstrengend.

Mit welchen Ambitionen startet ihr in die Saison?
Es ist eine ganz neue und große Motivation. Wir waren schon oft davor, aber in diesem Jahr wollen wir definitiv den Titel gewinnen. Nach mehreren Vize-Titeln ist unser Ziel ist ganz klar, endlich mal die die Meisterschaft zu gewinnen.

Wie schätzt du die Konkurrenz ein?
Antti Buri haben wir ganz klar auf dem Schirm, den muss man auf der Karte haben. Gerade auch noch im Hyundai, das ist vom Gesamtpaket her sehr gut. Er ist ein guter Fahrer, verfügt über viel Erfahrung. Aber grundsätzlich hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass man kontinuierlich ankommen und in die Punkte fahren muss. Und Konkurrenten straucheln ja auch mal. Am Ende wird man sehen, wer dann oben steht.

Du hast die Heimrennen angesprochen. Was ist der besondere Reiz bei den beiden Rennen?
Ich finde es gut, dass wir am Lausitzring fahren. Der Kurs ist schön, die Infrastruktur sehr gut. Und die große Tribüne macht schon etwas her. Ob dann Zuschauer darauf sitzen werden, steht vermutlich noch ein bisschen in den Sternen. Ich befürchte eher, dass es keine Zuschauer geben wird, nachdem Großveranstaltungen - und das ist eine solche Rennveranstaltung ja - bis vorerst 31. August nicht erlaubt sind. Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Freuen würde mich, wenn es so wäre. Und noch schöner wäre es, wenn es am Sachsenring - bei unserem Heimrennen - schon wieder Zuschauer geben würde.

Im vergangenen Jahr hast du am Sachsenring ein Rennen gewonnen
Man guckt in diesen Zeiten natürlich positiv zurück. Ich habe im letzten Jahr zwei Pole-Positions gefahren, das gibt einem natürlich schon ein gewisses Selbstvertrauen. Und natürlich versucht man dort dann wieder anzuknüpfen.

Saison 2020