Der verdiente Lohn einer starken Saison: Die Cup-Champions Elias Lundberg (r.) und David Arhusiander  Foto: Opel Motorsport
Der verdiente Lohn einer starken Saison: Die Cup-Champions Elias Lundberg (r.) und David Arhusiander Foto: Opel Motorsport

Frühe Titelfreuden im ADAC Opel Rallye Cup

Elias Lundberg (Schweden) feiert vorzeitig den Titelgewinn im ADAC Opel Rallye Cup

Karl-Martin Volver feiert bei der ADMV Rallye Erzgebirge den zweiten Sieg. Starker Auftritt des Amerikaners Sean Johnston, Max Schumann bester Deutscher.

Elias Lundberg hat nichts anbrennen lassen und schon beim vorletzten Saisonlauf im Rahmen der ADMV Rallye Erzgebirge den Meistertitel im ADAC Opel Rallye Cup 2018 unter Dach und Fach gebracht. Von Beginn an konzentrierten sich der 20-jährige Schwede und Beifahrer David Arhusiander darauf, mit kontrolliertem Risiko und ohne gravierende Fehler durch die elf anspruchsvollen Asphalt-Wertungsprüfungen (WP) rund um Stollberg zu kommen. Der Plan ging voll auf: Zwar fuhren Lundberg/Arhusiander im Erzgebirge keine einzige WP-Bestzeit, und der fünfte Schlussrang war nach dem Ausfall im ersten Heat der ADAC Rallye Deutschland das schlechteste Saisonergebnis für die Skandinavier. Doch am Ende zählt bekanntlich nur die Gesamtwertung. Und in der geht Elias Lundberg mit einem uneinholbaren Vorsprung von 69 Zählern auf Grégoire Munster ins Finale bei der ADAC 3-Städte Rallye.

"Ein unglaubliches Gefühl", jubelte Lundberg. "Wir hatten uns vor Saisonbeginn natürlich hohe Ziele gesetzt. Doch schon ab der ersten Rallye haben wir gesehen, wie hoch die Trauben im ADAC Opel Rallye Cup wirklich hängen. Es reicht nicht, bei einer Rallye schnell zu sein und bei der nächsten im Mittelfeld mitzufahren. Du musst konstant vorne dabei sein, sonst wird's nichts mit dem Titelgewinn. Und das ist bei diesem Leistungsniveau wirklich nicht einfach. Ich freue mich riesig über diesen Erfolg und bedanke mich bei allen, die ihn möglich gemacht haben."

Wie zur Bestätigung von Lundbergs Worten kam der zweimalige Saisonsieger Munster im Erzgebirge nie richtig in die Gänge. Auch dem 19-jährigen Luxemburger gelang keine WP-Bestzeit. Ein Reifenschaden in WP5 kostete zudem rund 40 Sekunden und den Anschluss an die Podestränge. Am Ende blieb sogar nur Rang 6 für den Sohn der belgischen Rallye-Legende Bernard Munster. Dass er nun sogar um die Vizemeisterschaft zittern muss, hat Grégoire dem Esten Karl-Martin Volver zu verdanken, der ihm bis auf vier Punkte auf die Pelle gerückt ist.

Der 19-jährige Gewinner des Saisonstarts im Saarland war ohne rechnerische Titelchance in die sächsische Asphalt-Hatz gegangen, hatte also nichts mehr zu verlieren und legte entsprechend auch keine allzu große Scheu an den Tag. Volver und Co Marten Madissoo knallten am Samstag in sechs der acht Wertungsprüfungen die Bestzeit hin und strichen damit neben den 40 Zählern für den Sieg auch die je fünf Bonuspunkte für die meisten WP-Bestzeiten und den Gewinn der Power Stage (WP11) ein. 50 Punkte - mehr geht im ADAC Opel Rallye Cup nicht. "Was soll ich sagen? Es hat einen Riesenspaß gemacht", grinste Volver. "Wir haben nicht viel nachgedacht, sondern einfach Gas gegeben. Etwas Ähnliches haben wir uns auch fürs Finale vorgestellt. Und wenn's dann sogar noch was mit der Vizemeisterschaft wird, soll uns das auch recht sein..."

Einen Riesenauftritt legte im Erzgebirge auch Sean Johnston hin. Der 27-jährige Kalifornier, der seine Laufbahn erst letzten Winter von der Rundstrecke auf die Rallyepisten verlegt hatte, fühlte sich auf den Pisten rund um Stollberg pudelwohl. Und er bewies Durchblick: Alle drei Nacht-Prüfungen am Freitag gingen an Johnston und Co Alex Kihurani. Auch tags darauf gaben die US Boys ihrem ADAM Cup richtig die Sporen und fuhren eine weitere Bestzeit. Ein Dreher und ein schleichender Plattfuß kosteten den Anschluss an den wie entfesselt fahrenden Volver. "Das macht sowas von gar nichts", grinste Johnston. "Die Rallye war von A bis Z ein Genuss. Ich hatte zwar zuletzt den Eindruck, dass wir uns der Spitze langsam nähern. Aber dass ich in der ersten Saison in diesem starken Cup auf dem Podest stehen würde, hätte ich nicht mal geträumt."

In Abwesenheit seines schärfsten Widersachers Nico Knacker war Max Schumann als Vierter bester Deutscher im Feld. Am Ende fehlten dem 25-jährigen Saarländer und Copilotin Maresa Lade nur 15,9 Sekunden auf die Belgier Romain Delhez/Gerome Bollette und damit den ersten Podestplatz im Cup. "Es war eine tolle Rallye. Wir hatten viel Spaß und haben eine ziemlich fehlerlose Leistung hingelegt. Schade, dass Nico nicht da war. Ich freue mich darauf, mich beim Finale wieder mit ihm zu messen", so der letztjährige Champion des ADAC Rallye Masters.

Der letzte Lauf des ADAC Opel Rallye Cup 2018 findet am 19./20. Oktober bei der ADAC 3-Städte Rallye rund um das bayerische Straubing statt.

Punktestand ADAC Opel Rallye Cup (nach 7 von 8 Läufen):
1. Lundberg 256 Punkte (Meister). 2. Munster 189. 3. Volver 185. 4. Delhez 165. 5. Schumann 112. 6. Johnston 98. 7. Knacker 94. 8. Field 87. 9. Griebel 83. 10. Wacker 78. 11. Havlat 61.

Saison 2019