Premierensieg für Dürksen in der ADAC Formel 4 Foto: ADAC Motorsport
Premierensieg für Dürksen in der ADAC Formel 4 Foto: ADAC Motorsport

Premierensieg für Dürksen

Gabriele Mini zum dritten Mal an diesem Wochenende bester Rookie

Spektakuläres Duell um das Podium. Joshua Dürksen bejubelt ersten Sieg in der ADAC Formel 4.

Joshua Dürksen (16, ADAC Berlin-Brandenburg e.V.) hat in einem spannenden Rennen seinen ersten Sieg in der ADAC Formel 4 gefeiert. Der Berliner gewann den dritten Lauf auf dem Nürburgring am Sonntagvormittag in souveräner Manier und meldete sich nach zuletzt durchwachsenen Rennen eindrucksvoll zurück. Dahinter lieferten sich die Piloten der Highspeedschule des ADAC einen spektakulären Kampf um die weiteren Plätze. Mittendrin: die Van-Amersfoort-Racing-Teamkollegen Jonny Edgar (16, England) und Jak Crawford (15, USA), die sich über fast die gesamte Renndistanz sehenswerte Zweikämpfe lieferten. Zehn Minuten vor dem Ende gelang Crawford das entscheidende Manöver für Rang zwei und seinen zweiten Podestplatz der Saison. Kurz darauf ging auch der Italiener Gabriele Mini (16, Prema Powerteam) an Edgar vorbei und feierte im dritten Rennen des Wochenendes sein drittes Podium. In der Rookiewertung meldete Mini damit seine Ansprüche klar an.

"Es fühlt sich wirklich toll an. Darauf habe ich wirklich viele Monate gewartet und auch hart dafür gearbeitet", sagte Dürksen nach seinem Premierenerfolg. "Ich hatte einen guten Start und habe dann weiter gepusht, so, wie wir es wollten. Ich wollte aber auch die Reifen gut behandeln. Ich bin einfach glücklich", ergänzte der Berliner, der im Ziel ganze acht Sekunden vor Crawford lag.

Hinter den Podestplätzen musste Edgar kurz vor Rennende auch noch seinen schärfsten Meisterschaftsrivalen Elias Seppänen (16, US Racing) vorbeiziehen lassen und wurde hinter dem Finnen Fünfter. In der Gesamtwertung büßte der Engländer damit zwei Zähler ein, er liegt aber weiter 20 Punkte vor Seppänen. In der Wertung der besten Rookies liegt Tim Tramnitz (15, Hamburg, US Racing) nach Rang sechs weiter deutlich in Führung, Mini schob sich an seinem Debütwochenende durch drei Siege in der Juniorenwertung aber direkt in die Verfolgerrolle. "Ich denke, es war ein gutes Wochenende. Wir konnten in jedem Rennen gute Punkte mitnehmen und den Abstand in der Rookiewertung auch ausbauen", sagte Tramnitz.

Nach dem achten Platz am Vortag ging Sebastian Montoya (15, Kolumbien, Prema Powerteam) von der Pole-Position in das dritte Rennen. Der Sohn des früheren Formel-1-Piloten Juan Pablo Montoya kam aber nicht gut weg und büßte einige Plätze ein. Dürksen übernahm nach dem Start direkt die Führung und profitierte von zahlreichen engen Duellen dahinter, die ihm die Möglichkeit verschafften, seinen Vorsprung auszubauen. Vor allem zwischen Edgar, Crawford und Oliver Bearman (15, England, US Racing) ging es hoch her.

Bearman hatte sich am Start auf Rang zwei geschoben, Crawford folgte dahinter. Edgar konnte sich unterdessen wie bereits in Lauf eins am Samstag von Startplatz acht schnell nach vorne arbeiten und belegte zunächst Rang vier. Während Crawford und Bearman sich ein Duell lieferten, konnte Edgar die Lücke zu den beiden schnell schließen. Es entwickelte sich ein hochklassiger Dreikampf. Crawford und Edgar fanden schließlich binnen weniger Kurven den Weg am Briten vorbei. Während Bearman auch den weiteren Verfolgern nicht mehr viel entgegenzusetzen hatte, duellierten sich Crawford und Edgar weiter. Zunächst eroberte Edgar Rang zwei, Crawford und der inzwischen auf Rang vier vorgerückte Mini blieben jedoch am Gesamtführenden dran. Zehn Minuten vor Schluss gingen beide an Edgar vorbei, auch Seppänen überholte den Briten in der Schlussphase noch.

"Es war ein sehr stressiges Rennen", bilanzierte Crawford. "Nachdem wir an Bearman vorbeigekommen sind, hatte ich extremen Druck von Jonny. Dann hatte er mich überholt und es ging einfach darum, an ihm dranzubleiben. Ich weiß nicht, was bei ihm am Ende los war. Es war ein sehr verrücktes Rennen", sagte der Red-Bull-Junior.

ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Tramnitz, der von Rang vier aus gestartet war, wurde Sechster. Victor Bernier (16, Frankreich, R-ace GP) fuhr auf Position sieben vor Dino Beganovic (16, Schweden, Prema Powerteam) und dem Italiener Francesco Pizzi (15) von Van Amersfoort Racing. Bearman fiel noch auf Rang zehn zurück und musste sich mit einem Punkt begnügen. Ganz ohne Zähler blieb Montoya, der am Ende Elfter wurde.

Für die Nachwuchstalente der ADAC Formel 4 heißt es nun kurz durchschnaufen, das nächste Rennwochenende steht in fünf Wochen vom 18. bis 20. September auf dem Hockenheimring an. Insgesamt finden 21 Rennen an sieben Wochenenden statt. SPORT1 zeigt an jedem Wochenende mindestens ein Rennen live im frei empfangbaren Fernsehen, dazu sind Rennen auch bei SPORT1+ zu sehen. Alle Rennen gibt es online im Livestream mit deutschem und englischem Kommentar auf SPORT1.de, youtube.com/adac und adac.de/motorsport.

Weitere Stimmen zur ADAC Formel 4

Elias Seppänen (Vierter, US Racing):
"Es war ein ziemlich gutes Rennen nach Startplatz sieben. Am Anfang habe ich einen Platz verloren, aber danach konnte ich die Jungs vor mir überholen. Platz vier ist sehr gut gemessen daran, wo wir losgefahren sind. Ich war ziemlich schnell, vielleicht hätte ich auf das Podium fahren können, wenn ich früher an den Jungs vor mir vorbeigekommen wäre. Aber aufgrund der Startposition und der Strecke, auf der man schwer überholen kann, ist Platz vier wirklich gut."

Tim Tramnitz (Sechster und Führender der Rookiewertung, US Racing): "Ich bin von Platz vier gestartet, aber leider gleich um eine Position zurückgefallen. Danach konnte ich die Lücke zu meinen Vorderleuten schließen und mich wieder um eine Position verbessern, habe aber in der Schlussphase zwei Plätze verloren. Die Pace war nicht so gut und meine Vorderreifen haben gegen Ende des Rennens etwas abgebaut."

Saison 2020