Jonny Edgar ist neuer Champion der ADAC Formel 4	 Foto: ADAC Formel 4
Jonny Edgar ist neuer Champion der ADAC Formel 4 Foto: ADAC Formel 4

Jonny Edgar neuer Champion in der ADAC Formel 4

Engländer fängt Jak Crawford im letzten Saisonrennen noch ab

Zwei Punkte Unterschied nach 21 packenden Läufen. Erster Saisonsieg für ADAC Stiftung Sport-Förderpilot Tim Tramnitz.

Mit einem überragenden letzten Saisonrennen in Oschersleben hat sich Jonny Edgar (16, England, Van Amersfoort Racing) den Meistertitel in der ADAC Formel 4 gesichert und seinen Teamkollegen Jak Crawford (15, USA) doch noch abgefangen. Red-Bull-Junior Edgar zeigte im letzten Lauf des Jahres vom siebten Startplatz aus eine starke Aufholjagd und sicherte sich mit dem zweiten Platz genügend Punkte für die Meisterschaft. Crawford war nach zwei Siegen in den ersten beiden Läufen in der Magdeburger Börde mit neun Punkten Vorsprung auf Edgar in das finale Rennen gegangen, kam aber vom achten Startplatz aus kaum nach vorne und musste sich am Ende mit dem sechsten Platz begnügen. Damit entschieden nach 21 packenden Saisonrennen gerade einmal zwei Punkte über den Titel in der Highspeedschule des ADAC. Seinen ersten Saisonsieg feierte unterdessen Rookiechampion Tim Tramnitz (15, Hamburg, US Racing).

"Ich bin sehr glücklich, den Titel gewonnen zu haben. Ich habe die Meisterschaft vom ersten Tag an angeführt, bis zu diesem Rennen gestern", sagte ein zufriedener Edgar, der auf große Jubelstürme aber verzichtete. Zu anstrengend war das Rennen. "Die Lücke zu Jak war groß, ich musste einige Fahrer überholen. Es war echt nicht einfach. Wir hatten alle mit Reifenabbau zu kämpfen, aber meine Pace war immer noch schneller als die der meisten anderen. Zum Glück hat es gereicht, genug Plätze aufzuholen", erklärte er.

Bereits im ersten Rennen am Samstag hatte sich das Blatt in der Meisterschaft scheinbar zugunsten Crawfords gewendet, seinem vierten Saisonsieg ließ der zweite Red-Bull-Junior am Sonntagmorgen nach einer Verteidigungsschlacht direkt den fünften folgen. Damit baute der US-Amerikaner seinen Vorsprung sogar noch auf neun Punkte aus und musste nur in Edgars Nähe bleiben, um den Titel zu gewinnen. Nach der Reversed-Grid-Regel musste Crawford vom achten Platz aus ins letzte Rennen gehen, Edgar startete von Rang sieben. Doch anders als in den beiden ersten Läufen gelang Edgar ein starker Start, Crawford aber hing im Verkehr fest. Edgar kam direkt auf den vierten Platz nach vorne, Crawford blieb auf Rang sieben.

Dieses Ergebnis hätte Crawford noch zum Titelgewinn gereicht, doch durch sein Überholmanöver gegen den Franzosen Victor Bernier (16, Frankreich, R-ace GP) übernahm Edgar virtuell die Führung. Nach einer Safety-Car-Phase aufgrund des Ausfalls von Roee Meyuhas (20, Israel, R-ace GP) ging der Brite auch noch an Elias Seppänen (17, Finnland, US Racing) vorbei. Damit stand Crawford enorm unter Druck, doch mehr als eine Position durch einen Ausritt von Oliver Bearman (15, England, US Racing) konnte er nicht mehr aufholen. Schlussendlich sammelte Edgar 300 Punkte, Crawford schloss die Saison mit 298 Zählern ab.

Große Freude auch bei Tramnitz, der sich pünktlich zum Abschluss seiner ersten Formelsaison und nach vier zweiten Plätzen doch noch seinen ersten Sieg sicherte. Von der Pole Position aus zeigte der Förderpilot der ADAC Stiftung Sport ein souveränes Rennen und geriet auch trotz der Safety-Car-Phase kaum in ernsthafte Bedrängnis. "Das ist mega, ich freue mich natürlich riesig", jubelte Tramnitz: "Ich habe das ganze Jahr darauf hingearbeitet, im letzten Rennen hat es endlich geklappt."

Damit holte Tramnitz aus dem schwachen Start im ersten Lauf des Tages und der anschließenden Aufholjagd auf Rang acht noch das Beste heraus. "Das war so natürlich überhaupt nicht geplant. Am Ende hat es mir vielleicht für den Sieg geholfen, aber das sollte dennoch nicht passieren", sagte Tramnitz. Damit krönte er eine beeindruckende Rookiesaison, den Titel als bester Neuling hatte er bereits beim vorletzten Wochenende am Lausitzring perfekt gemacht. Zudem gelang ihm zum Abschluss noch der Sprung auf Platz vier in der Meisterschaft.

Das Podium komplettierte Seppänen als Dritter, der auch in der Meisterschaft Rang drei belegte. Bernier wurde Vierter vor Joshua Dürksen (17, Berlin, ADAC Berlin-Brandenburg e.V.) und Crawford. Bearman wurde Siebter, Erick Zuniga (16, Mexiko, ADAC Berlin-Brandenburg e.V.) kam als Achter ins Ziel. Die letzten Punkte gingen an das russische Duo Kirill Smal (15, R-ace GP) und Vladislav Lomko (15, US Racing).

Im ersten Rennen des Tages hatte Crawford den Sieg trotz zahlreicher Attacken seines Teamkollegen vor Edgar ins Ziel gerettet, am Ende ein Sieg ohne Happy End. Bearman kam als Dritter ins Ziel, seine US-Racing-Teamkollegen Lomko und Seppänen belegten die Plätze vier und fünf, Bernier wurde Sechster. Dürksen kam als Siebter ins Ziel, gefolgt von Tramnitz. Die Punkteränge komplettierten Josef Knopp und Roee Meyuhas.

Saison 2021