Daumen hoch: Roman Stanek führt in der Gesamtwertung  Foto: ADAC Formel 4
Daumen hoch: Roman Stanek führt in der Gesamtwertung Foto: ADAC Formel 4

Drei Rennen, drei Sieger: Petecof, Krütten, Stanek

Fahrerlagergeschichten vom Saisonauftakt in Oschersleben 2019

Nach drei spannenden Rennen mit drei Siegern reist ein Rookie als Tabellenführer zum nächsten Rennen. Arthur Leclerc fuhr beim Debüt aufs Podium

Die ADAC Formel 4 hat sich mit drei spannenden Rennen aus der Winterpause zurückgemeldet. Beim Saisonauftakt in Oschersleben gab es bei wechselnden und anspruchsvollen Bedingungen drei unterschiedliche Sieger. Im ersten Lauf am Samstag hatte Gianluca Petecof (16, Brasilien, Prema Theodore Racing) die Nase vorn. Am Sonntag siegten dann Niklas Krütten (16, Trier, Van Amersfoort Racing) und Rookie Roman Stanek (15, Tschechien, US Racing CHRS). Auch Arthur Leclerc (18, Monaco, US Racing CHRS), der Bruder des Formel-1-Shootingstars Charles Leclerc, hielt auf Anhieb gut mit und fuhr gleich bei seiner Premiere in der ADAC Formel 4 aufs Podium.

In sechs Wochen geht es für die Highspeedschule des ADAC ins nächste Rennwochenende. Vom 7. bis 9. Juni stehen auf dem Red Bull Ring im österreichischen Spielberg die Saisonrennen vier bis sechs auf dem Programm. Rookie Stanek reist dann als Tabellenführer an, ihm folgen Niklas Krütten und Joshua Dürksen (15, Paraguay, ADAC Berlin-Brandenburg e.V.).

Volles Haus: Der Saisonauftakt der ADAC Formel 4, die auch in diesem Jahr im Rahmen des ADAC GT Masters startet, hat erneut viele Zuschauer angelockt. Mehr als 25.000 Fans strömten am Wochenende nach Oschersleben, um spannende Rennaction zu erleben. Die Motorsportfans bekamen dabei nicht nur den Formelnachwuchs zu sehen. Auch die Rennen des ADAC GT Masters, der ADAC TCR Germany und der neuen ADAC GT4 Germany boten Abwechslung und viel Spannung. Selbst der teilweise einsetzende Regen konnte die Motorsportfans nicht stoppen.

Setzt sich die Serie fort? Dass Gianluca Petecof im zweiten und dritten Rennen ohne Punkte blieb, könnte er eigentlich getrost verschmerzen. Zumindest, wenn sich eine historische Serie der ADAC Formel 4 fortsetzen sollte. Denn bislang hat stets der Sieger des Auftaktrennens am Ende auch den Meistertitel geholt. Das gilt für Marvin Dienst (2015), Joey Mawson (2016), Juri Vips (2017) und Lirim Zendeli (2018). Ob sich das auch 2019 mit dem Auftaktsieger Petecof wiederholt? "Die Saison ist noch lang, und wir haben noch viele Rennen zu fahren. Auf die konzentriere ich mich", sagt der Brasilianer.

Distanziert: 14,132 Sekunden Vorsprung fuhr Gianluca Petecof bei seinem souveränen Auftaktsieg auf den ersten Verfolger Roman Stanek heraus. Damit gelang dem 16-Jährigen gleich beim Saisonauftakt Historisches: Einen solch deutlichen Sieg hat in der Geschichte der Serie noch kein Pilot gefeiert. Den Sieg kostete Petecof dann genüsslich aus. Eingehüllt in eine brasilianische Flagge feierte er den Triumph.

Starke Rookies: Anlaufschwierigkeiten? Für die Rookie des 2019er-Jahrgangs in der ADAC Formel 4 offenbar ein Fremdwort. Gleich im ersten Lauf beeindruckte der 15 Jahre alte Roman Stanek mit dem zweiten Platz, im zweiten Rennen fuhr Paul Aron auf Platz vier. Im abschließenden Rennen am Sonntag eroberte dann Roman Stanek mit einem Sieg sogar die Tabellenführung - in der Gesamtwertung wohlgemerkt.

Alles neu: Zugegeben: Die Messlatte ist sehr hoch, dann 2018 hatte US Racing CHRS sowohl den Teamtitel als auch den Fahrer- (Lirim Zendeli) und den Rookietitel (David Schumacher) gewonnen. Doch auch die vier neuen Fahrer, Arthur Leclerc, Roman Stanek, Theo Pourchaire und Alessandro Ghiretti machen Lust auf mehr. Das Quartett fuhr auf Anhieb gute Ergebnisse ein und sammelte wichtige Punkte für US Racing CHRS.

Prominenter Name: Arthur Leclerc setzt die Liste der namhaften Fahrer in der ADAC Formel 4 fort. Der Bruder des Ferrari-Formel-1-Fahrers Charles Leclerc gibt in diesem Jahr sein Debüt in der deutschen Nachwuchsserie. Früher waren unter anderem bereits Mick und David Schumacher in der ADAC Formel 4 gestartet. Dazu kommen zahlreiche weitere namhafte Piloten. Etwa Enzo Fittipaldi oder Jack Doohan.

Alter Bekannter: Lirim Zendeli, der Champion des Jahres 2018, ließ es sich nicht nehmen, beim Saisonauftakt der ADAC Formel 4 vorbeizuschauen. Der Bochumer startet in diesem Jahr in der FIA-Formel-3-Meisterschaft. An die ADAC Formel 4 hat Zendeli beste Erinnerungen: Insgesamt zehn Rennen hat der 19-Jährige gewonnen. Seine Tipps und Erfahrungen gab Zendeli übrigens auch an den aktuellen Jahrgang weiter. "Klar, wir haben gesprochen", gab Tabellenführer Stanek lachend zu: "Aber die Inhalte bleiben mein Geheimnis!"

Klassenfoto: Am Sonntagvormittag war es mal wieder Zeit: Das traditionelle Foto des jeweiligen Jahrgangs stand auf dem Programm. Die 18 Piloten nahmen sich also zwischen dem zweiten und dritten Rennen Zeit für den obligatorischen Fototermin und lächelten glücklich in die Kamera.

Auf in die Berge: Knapp sechs Wochen müssen die Fahrer der ADAC Formel 4 warten - dann stehen vom 7. bis 9. Juni auf dem Red Bull Ring in der Steiermark die nächsten Saisonrennen auf dem Programm. Es ist die erste von insgesamt zwei Auslandsstationen der Highspeedschule des ADAC in diesem Jahr. Auch in Zandvoort an der niederländischen Nordseeküste ist die Serie in diesem Jahr noch zu Gast.

Saison 2019