Pourchaire: Jetzt stehen mir viele Türen offen Foto: ADAC Formel 4
Pourchaire: Jetzt stehen mir viele Türen offen Foto: ADAC Formel 4

Champion Theo Pourchaire im Interview

Pourchaire: Die ADAC Formel 4 ist extrem hart

Theo Pourchaire, der Meister der ADAC Formel 4 2019, spricht über das wechselhafte Jahr, seine Lehren und die Ambitionen für 2020.

Mit welchen Gefühlen blickst du auf diese sehr erfolgreiche Saison zurück?
Es ist ein tolles Gefühl, Meister zu sein. Die ADAC Formel 4 ist eine der härtesten Nachwuchsserien. Hier wird auf sehr hohem Niveau gefahren. Es war ein harter Kampf, und die Saison war alles andere als leicht. Ich kann mich nur bei meinem Team bedanken. Ich hatte immer ein tolles Auto, sie haben einen riesigen Anteil an diesem Erfolg.

Wie war der Verlauf der Saison aus deiner Sicht?
Der Start war etwas schwierig in Oschersleben. Ich war nicht so schnell, wie ich gehofft hatte. Trotzdem bin ich erstmals aufs Podium gefahren. Das war unter diesen Voraussetzungen sehr gut, auf dieses Auftaktwochenende schaue ich mit gemischten Gefühlen zurück. Red Bull Ring war toll, ich liebe diese Strecke.

Aber im ersten Rennen bist du dort ausgeschieden...
... das stimmt, das war eine große Enttäuschung. Aber das zweite Rennen habe ich dafür gewonnen, das war eine riesige Erleichterung. Ich war super glücklich. Insgesamt war das ein sehr gelungenes Wochenende. Genau wie Hockenheim, als ich dann erstmals im Qualifying auch richtig schnell war und zweimal aufs Podium gefahren bin.

Was war das Highlight aus deiner Sicht?
Das Wochenende am Nürburgring war sensationell, ähnlich toll wie das Finale am Sachsenring. Am Nürburgring war ich mit Abstand am schnellsten, ich hätte mit 15 Sekunden Vorsprung gewinnen können. Ich habe mich extrem gut gefühlt, hatte alles zu jeder Zeit im Griff.

Danach kam dann ein Rückschlag?
Genau, das zweite Wochenende in Hockenheim war sehr schwierig für mich. Ich hatte zwar wieder die Pole, aber im Rennen bin ich ausgeschieden, auch die beiden anderen Läufe waren enttäuschend. Das Positive war, dass ich viele Zweikämpfe hatte und mich plötzlich in einer Situation wiedergefunden habe, die ich so noch nicht kannte.

Trotzdem hast du dir den Titel gesichert.
Die Krönung kam dann am Sachsenring. Ich hatte viel Druck und wollte ein perfektes Wochenende fahren. Das ist mir fast gelungen, schon im Qualifying war ich der Schnellste. Ich bin extrem stolz, dass ich am Schluss abliefern konnte.

Was war aus deiner Sicht die größte Enttäuschung?
Das Wochenende in Hockenheim. Ich bin mit 52 Punkten Vorsprung angereist und hätte dort fast alles verloren. Das gesamte Jahr, alle Arbeit, die ich investiert habe – alles wäre plötzlich umsonst gewesen. Aber ich habe aus dieser Enttäuschung auch viel Kraft gezogen. Denn ich habe mich voll und ganz aufs Finale fokussiert, war jeden Tag im Fitnessstudio und habe alles investiert für das große Ziel.

Wie hast du den Zweikampf mit Dennis Hauger erlebt?
Dennis war super stark, wir haben uns viele Duelle geliefert. Im Qualifying, in den Rennen. Ich wusste, dass er extrem schnell ist. Aber ich bin immer bereit, um den Sieg zu kämpfen.

Was sind deine größten Stärken? Wie würdest du dich als Fahrer beschreiben?
Fokussiert und ruhig zu sein, ist meine größte Stärke. Ich will immer die Kontrolle haben und versuche, mich nur auf die eine Sache zu konzentrieren. Natürlich will jeder Fahrer gewinnen, dieses Gefühl liebe ich. Ich habe mich weiterentwickelt, gerade, was Zweikämpfe angeht.

Wie geht es für dich weiter?
Ich war kurz im Urlaub mit der Familie, aber jetzt bereite ich mich schon auf die neue Saison vor. Ich habe am Rookietest der FIA Formel 3 mit Carlin teilgenommen. Ich möchte mich in dieser Kategorie beweisen, aber wir werden sehen. Der Sprung in die Formel 3 ist mein Plan A – durch die Meisterschaft in der ADAC Formel 4 stehen mir viele Türen offen. Ich bin bereit für die nächsten Aufgaben.

Saison 2020